Der Medaillen-Kandidat des Weseler TV heißt Stefan Tigler

Hat seine Fersenblessur überstanden und geht als einer der Medaillen-Kandidaten bei den deutschen Meisterschaften in Neubrandenburg an den Start: Hochspringer Stefan Tigler.
Hat seine Fersenblessur überstanden und geht als einer der Medaillen-Kandidaten bei den deutschen Meisterschaften in Neubrandenburg an den Start: Hochspringer Stefan Tigler.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Was wir bereits wissen
In Neubrandenburg steigt an diesem Wochenende die deutsche Jungend-Meisterschaft. Ein Quintett des Weseler TV ist dabei, Stefan Tigler mit den besten Chancen.

Wesel..  Hans-Jörg Thomaskamp gibt die Zielsetzung mal grob vor. „Ich erwarte nur das Beste“, sagt der Trainer schmunzelnd. Genauer definieren will er „das Beste“ dann aber nicht. Von zu vielen Faktoren hänge das Abschneiden seines Schützlings Stefan Tigler letztlich ab. Der Hochspringer gehört zur fünfköpfigen Gruppe des Weseler TV, die am Wochenende bei den 47. deutschen Jugend-Meisterschaften in Neubrandenburg an den Start geht. Mit Rang vier war Tigler letztes Jahr knapp an einer DM-Medaille vorbeigeschrammt, nun unternimmt er einen neuen Anlauf. Dabei hat er die in Unna erlittene Fersenprellung, die ihn von einer Teilnahme an den westdeutschen Titelkämpfen abhielt, vollkommen auskuriert.

„Ich fühle mich fit“, versichert das Hochsprung-Talent, das mit einer Hallenbestleistung von 2,08 Meter anreist und damit zum Kreis der Medaillen-Kandidaten zählt. „Er ist gut in Form, kann eine neue Bestleistung springen. Deshalb traue ich ihm eine Medaille immer zu“, sagt Hans-Jörg Thomaskamp. Tigler selbst möchte sich nicht unter Druck setzen, geht nach eigenen Worten „ohne Erwartungen“ in die DM. Doch einen Podestplatz hat er schon im Blick. „Ich will den Titel angreifen. Wenn ich gut drauf bin, kann es was werden“, so Tigler.

Sein Trainer sieht die Jagd nach einer DM-Medaille auch als Nervensache. „Stefan zeigt noch zu wenig Stabilität, das ist bei ihm oft eine Frage der Konzentration“, sagt Hans-Jörg Thomaskamp. Deshalb fällt ihm eine Prognose, über welche Höhe sich der Weseler in Neubrandenburg schwingen kann, auch sehr schwer. „In der Richtung ist Stefan eine Wundertüte.“ Am Sonntag ab 13.30 Uhr werden Athlet und Coach mehr wissen.

Fünf Läufe an einem Tag?

Als dreifacher Titelträger der Nordrhein-Meisterschaften und der westdeutschen Titelkämpfe nimmt Sprinter Simon Heweling die DM in Angriff. Ob der 16-Jährige allerdings in allen drei Disziplinen – 60 und 200 Meter sowie 4 x 200 Meter-Staffel – ins Rennen geht, dies wird erst vor Ort entschieden. „Wenn er sich über 200 Meter für den Endlauf qualifiziert, dann überlege ich, ob er die 60 Meter überhaupt laufen soll“, erläutert sein Trainer Mecky Emmerich. Denn das Programm am Sonntag hätte es dann schon in sich: Mögliche Finalläufe in der Staffel und über 200 Meter sowie eventuell Vor-, Zwischen- und Endlauf über die kurze Sprintstrecke. „Fünf Wettkämpfe, das muss nicht unbedingt sein“, so Emmerich.

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Er schätzt den Weseler über 200 Meter sowieso stärker ein als über die kurze Distanz, die Heweling endlich unter sieben Sekunden absolvieren möchte. In der 200 Meter-Meldeliste wird Heweling mit 22,04 Sekunden als Fünfter geführt. „Wenn er sich nicht so gegen die engen Kurven wehrt, dann kann er unter 22 Sekunden laufen und ins Finale kommen“, meint der Coach. Und dort könne „alles passieren“. Zusammen mit den WTV-Kollegen Fabian Wenning und Lars Klösters sowie Henry Vißer aus Rhede ist Simon Heweling auch im Staffelwettbewerb mit der Startgemeinschaft Rhede/Sonsbeck/Wesel unterwegs. Eine Zeit unter 1:30 Minuten sei für den Endlauf nötig, meint Mecky Emmerich. Die Bestmarke steht bisher bei 1:32,03 Minuten. „Wenn die Wechsel klappen, ist der Endlauf drin“, so der Coach.

Mit dem Einzug ins Finale liebäugelt auch Anna Storm, die ebenfalls mit der Startgemeinschaft im Staffel-Rennen antritt. „Ich hoffe, dass beide Staffeln in den Endlauf kommen und alle Wechsel klappen“, sagt WTV-Trainerin Katharina Frach. Die große Unbekannte bei deutschen Meisterschaften sei schließlich oft die Aufregung. Für das Quintett des WTV stehen auf jeden Fall zwei spannende Tage in Neubrandenburg an.