Dennis Lindemann: Haben frischen Wind bitter nötig

Stellt sich auch der Aufgabe in der Kreisliga A und hat das Vertrauen des Vorstandes: Trainer Dennis Lindemann, der mit dem SV Bislich den bitteren Abstieg aus der Bezirksliga hinnehmen muss.
Stellt sich auch der Aufgabe in der Kreisliga A und hat das Vertrauen des Vorstandes: Trainer Dennis Lindemann, der mit dem SV Bislich den bitteren Abstieg aus der Bezirksliga hinnehmen muss.
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Auch nach dem Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga bleibt Dennis Lindemann Trainer des SV Bislich. Der Klub treibt die Personalplanung nun voran.

Wesel..  Am kommenden Samstag feiert der SV Bislich das 25-jährige Jubiläum seines erstmaligen Aufstiegs in die Bezirksliga. Seit 1990 musste der Dorfverein nur in den Jahren 2000 und 2009 für jeweils eine Spielzeit runter in die Kreisliga A. Durch die 0:2-Niederlage am Sonntag im Abstiegsendspiel beim FC Olympia Bocholt steht fest, dass nach dem Sommer mindestens eine weitere Saison im Kreisliga-Oberhaus hinzukommen wird. Trotz der überall greifbaren tiefen Enttäuschung treiben die Schwarz-Weißen ihre Planung dafür voran und haben die wichtigste Personalie bereits geklärt: „Der Trainer bleibt“, sagt Thomas Giesen, 2. Vorsitzender des SVB, über Dennis Lindemanns Zukunft.

Der Coach stellt klar, dass er niemand sei, der weglaufe. Nach einem „harten Abend“, an dem ihm viele Trainerkollegen aufmunternde Nachrichten geschrieben hatten, blickt er wieder nach vorne. „Der Abstieg tut noch weh, aber ich freue mich schon auf das neue Gesicht der Mannschaft. Wir haben frischen Wind bitter nötig.“

Kevin Fondermann, Sebastian Weinkath und Lars Klein-Hitpaß, deren Wechsel vom ebenfalls aus der Bezirksliga abgestiegenen PSV Lackhausen II nach Bislich im März bekanntgegeben worden war, erneuerten gestern ihre Zusage für die Kreisliga A. Die Antwort des vierten externen Neuzugangs, Ismail Hamzaoglu von Wesel Anadolu Spor, steht noch aus. „Ich habe einen weiteren Spieler im Auge“, sagt Lindemann. Der Ex-Bislicher Marvin Prietzel und der ehemalige PSV-Akteur Stefan Giesen vom Bezirksliga-Vizemeister SV 08/29 Friedrichsfeld werden mit dem SVB in Verbindung gebracht.

Zum neuen Kader sollen wie geplant auch Simon Mai in seinem ersten Senioren-Jahr, die A-Junioren Felix Gerwers und Noah Lübbe sowie Richard Beenen aus der zweiten Mannschaft zählen. Für Freitagabend ist ein Gespräch zwischen dem Vorstand und den aktuellen Spielern anberaumt. „Wir hatten gültige Abmachungen für die Bezirksliga und brauchen jetzt Klarheit für die Kreisliga A“, sagt Thomas Giesen.

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„Ich hoffe, dass keiner mehr umfällt“, meint SVB-Geschäftsführer Tobias Engels, der die Niederlage im Abstiegsfinale hautnah als Co-Trainer miterlebte. Diesen Posten wird er aus beruflichen Gründen schweren Herzens aufgeben. Als Bislicher Urgestein treffe ihn der Absturz in die A-Liga unheimlich hart, gesteht Engels. „Ich erlebe mit diesem Verein nur noch Extreme. Allerdings lässt sich ein verpasster Landesliga-Aufstieg wie in der vergangenen Saison leichter aus den Klamotten schütteln als der Abstieg. Das wird noch relativ lange dauern.“

Ganz ähnliche Worte hatte gleich nach dem Spiel ein anderer Bislicher gewählt, der mit dem Klub seit der E-Jugend verbunden ist. Kapitän Matthias Boland, der durch seine Gelb-Rote Karte in Bocholt zur tragischen Figur geworden war, formulierte in den Minuten der bitteren Gewissheit jedoch auch eine Kampfansage: „Wir werden wiederkommen.“ Der 24-Jährige erinnerte sich an seine erste Senioren-Saison 2009/10 unter Trainer Steffen Herden, als dem SV Bislich ungeschlagen der direkte Wiederaufstieg in die Bezirksliga gelungen war. „Es wäre wunderbar, so etwas noch einmal zu erleben“, meinte Boland.