BWD im Pokal-Derby der glückliche Sieger
18.05.2012 | 19:49 Uhr 2012-05-18T19:49:00+0200
Hamminkeln. Sie spielten so, als hätten sie es nicht mehr erwarten können. Mit Emotionen, Tempo und Torchancen. Der SV Hamminkeln und BW Dingden lieferten sich in der sechsten und letzten Runde des Fußball-Kreispokals ein hochinteressantes Stadtderby – mit dem glücklicheren Ende für den blau-weißen A-Liga-Meister. BWD gewann beim HSV mit 3:1 (2:1) und zieht damit wie im Vorjahr in den Niederrheinpokal ein.
Fast genau ein Jahr hatten die beiden Rivalen auf ein Nachbarschaftsduell außerhalb der Stadtmeisterschaften warten müssen und starteten nun mit vielen gelungenen Aktionen in die Partie. Auf der einen Seite die stark ersatzgeschwächten Gastgeber, die die Räume durch große und intelligente Laufbereitschaft schlossen, auf der anderen Seite die selbstbewussten Gäste, die zwölf Minuten keine Lösung für dieses Defensiv-Rätsel fanden. Dann zog BWD-Stürmer Sebastian Klein-Schmeink aus der Drehung ab und HSV-Torhüter Christoph Ziegler klärte mit Mühe zur Ecke. Drei Minuten später tauchte Klein-Schmeink wieder im Strafraum auf, schüttelte seinen Bewacher Andreas Buttenborg ab und knallte den Ball unter die Latte ins Tor. Das Derby hatte seinen ersten elektrisierenden Moment.
Die Hamminkelner antworteten wütend durch Linksverteidiger Johannes Götz (19.), doch zielstrebiger waren die Blau-Weißen: Der ehemalige HSV-Torjäger Raik Wittig setzte sich auf der linke Seite durch und fand in der Mitte den allein gelassenen Carsten Bleise – 2:0! „Die ersten beiden Tore waren grandios herausgespielt“, meinte BWD-Trainer Sven Westhus, dessen Elf nun unter Druck geriet. Nur eine Zeigerumdrehung nach dem 2:0 hob Carsten Schneider den Ball genau auf den gestarteten Götz. Der präzise Schuss ins lange Eck bedeutete das 1:2 und der HSV wollte mehr: Buttenborg verstolperte frei vor Dennis Wanders im Dingdener Tor (32.), der auch Kevin Bennewirtz’ Flachschuss entschärfte (38.). Die Gäste verloren die Bälle viel zu schnell, doch Christian Haddick traf per Kopfball nur das innere Lattenkreuz (41.). Der Pausenpfiff rettete die bedenklich wackelnden Dingdener.
Das Tempo und die Genauigkeit gingen zwar in den Kabinen ein wenig verloren, doch hochkarätige Torchance erspielte sich die Hausherren weiter: Hoyer lupfte an die Latte (57.), Schneider übersah den Youngster (59.) und Niklas Egeling traf bei seinem Comeback aus kürzester Distanz nur den Pfosten (75.). „Das war eine prima Leistung. Ich bin begeistert und überrascht, wozu die Mannschaft fähig ist“, sagte HSV-Trainer Norbert Schmiedner. Westhus nannte den Sieg, den Klein-Schmeink in der Nachspielzeit endgültig perfekt gemacht hatte, „glücklich“.
HSV:Ziegler; Götz, A. Buttenborg, Borgmann, Haddick, Weirather, Bennewirtz, Schneider, Sweers (70. Baumann), Koostra (70. Egeling), Hoyer.
BWD: Wanders, Kottwitz (90. Ameling), Joosten, Volmering, Sangs, Giese (33. Kortstegge), Meyering, Özdas (84. Heuer), Bleise, Wittig, Klein-Schmeink.
0mitdiskutieren