BV Wesel RW unzufrieden, aber endgültig gesichert

Sieg und Niederlage: Luka Wraber verlor im Einzel gegen Langenfeld und gewann gegen Berlin.
Sieg und Niederlage: Luka Wraber verlor im Einzel gegen Langenfeld und gewann gegen Berlin.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Zwei Remis am Doppelspieltag, da hatte sich Badminton-Zweitligist BV Wesel RW mehr ausgerechnet. Aber der Klassenerhalt ist nun perfekt.

Wesel..  Der Weg machte Thorsten Hukriede nicht glücklich, doch das erreichte Ziel stimmte den Kapitän des BV Wesel RW versöhnlich. Der Badminton-Zweitligist kam in seinen Heimspielen gegen den FC Langenfeld und die SG EBT Berlin nicht über zwei 4:4-Unentschieden hinaus, sicherte sich so jedoch den frühzeitigen Ligaverbleib. „Ich habe mir mehr vom Wochenende erhofft, der Klassenerhalt ist aber die gute Nachricht“, sagte Hukriede.

Gegen die Rheinländer hatten die Zuschauer in der kalten Rundsporthalle einen Samstagnachmittag der Comebacks erlebt. Den 1:2-Rückstand nach den Doppeln drehten die Rot-Weißen dank Nehmerqualitäten in ein 4:2. In den langen Dreisatz-Matches lagen sie jeweils zurück, wendeten die drohenden Niederlagen aber noch ab.

„Es ging nur über die Emotionen“, sagte Roman Zirnwald nach seinem Erfolg im Mixed mit Kira Kattenbeck. Der Österreicher hatte lange nicht ins Spiel gefunden, peitschte sich und das Publikum nach guten Bällen aber lautstark und wild gestikulierend auf.

Die Ausbrüche halfen ihm genauso wie Hukriede, der zwei Matchbälle abwehren musste. „Danach war Feuer drin“, meinte der 38-Jährige grinsend. Ein Lächeln war auch in Ella Diehls Gesicht zurückgekehrt, als sie ihren Sieg analysierte. Gegen Jeanine Cicognini hatte sie fast wie im Hinspiel verloren, es wäre ihre zweite Einzel-Niederlage im Weseler Trikot gewesen.

Nach abgegebenem ersten Satz lag Diehl 13:17 zurück. In der Rundsporthalle musste sie noch nie solch bange Momente überstehen, doch die Russin glaubte weiter an ihr Comeback: „Wenn man sich Sorgen macht, kann man nicht gewinnen.“ Die Revanche schmecke ein wenig süßer als manch anderer Sieg, sagte Diehl. Das Verhältnis zu Cicognini ist belastet.

So haben sie gespielt

Alle Augen richteten sich am Ende auf Luka Wraber, der den Weseler Siegpunkt einfahren sollte. Doch Langenfelds Maxime Moreels wuchs über sich hinaus. Die Gäste schafften das letzte Comeback des Tages und jubelten über das 4:4. „Für uns fühlt sich das Unentschieden nicht wie ein Punktgewinn an“, meinte Zirnwald.

Gegen die abstiegsgefährdeten Berliner zeigte sich am Sonntag erneut, wie eng die Liga tatsächlich ist. Nach den sehenswerten Doppeln – auch Diehl/Kattenbeck überzeugten trotz Niederlage – lag der BV mit 1:2 hinten. Während anschließend Diehl und Wraber siegten, verloren das Mixed und Hukriede. So war es Tim Vaessen vorbehalten, mit seinem ersten Saisonsieg das 4:4 zu retten.

Die Partie könnte allerdings noch ein Nachspiel haben, denn die Rot-Weißen haben unter Vorbehalt Protest eingelegt. In Hukriedes Einzel hatten die Berliner Trainer massiv in das Geschehen eingegriffen, als sie beim Matchball für seinen Gegner Ben Torrance deutlich hörbar „out“ riefen. Der Schotte stoppte daraufhin seine Bewegung und der Ball flog ins Aus. „Wir überlegen, ob wir unseren Protest ausformulieren“, kündigte Hukriede an. „Nach dem geschafften Klassenerhalt ist der erste Frust aber verflogen.“