Bundesliga ade für die A-Junioren der Wölfe

Duisburg..  Die Spielabsage und die zwei kampflosen Punkte lagen nicht in der Zukunft begründet. Die A-Junioren-Handballer des HC Wölfe Nordrhein hatten wegen des Ausfalls der Torhüter auf die Bundesliga-Partie gegen Minden verzichtet. Der Beginn der Abschiedstour wurde also verschoben. Denn wie Vereinschef Klaus Schuppert bestätigt, werden sich die Duisburger mit 99-prozentiger Sicherheit nicht um eine Bundesliga-Teilnahme bemühen.

Der Grund ist eine Gemengelage verschiedener Aspekte, hat aber viel mit der aktuellen Trainingssituation zu tun. „Die Bundesliga“, erklärt Schuppert, „ist eine teure Veranstaltung. Wenn die Infrastruktur es aber nicht hergibt, ausreichend trainieren zu können, um in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein, muss man sich fragen, ob es sinnvoll ist, pro Jahr 20 000 Euro auszugeben.“ Tatsächlich ist es in der laufenden Saison so, dass es schwierig war, eine weitere Trainingseinheit für das Bundesliga-Team zu bekommen – und zu einem sinnvollen Zeitpunkt zu trainieren. „Auf die aktuelle Saison bezogen stimmt das, allerdings ist die Stadt Duisburg zusammen mit Duisburg-Sport bemüht, eine Lösung zu finden“, betont Markus Ottersbach, der Sportliche Leiter der Wölfe. „Es gibt Gespräche, in die auch andere Vereine involviert sind, die mit Haftmitteln spielen.“ Eine Konzentration wäre hier sinnvoll, um nicht mehrfach Hallenreinigungen bezahlen zu müssen. „Die Stadt ist für dieses Thema sensibilisiert. Allerdings sollte es auch eine Lösung geben, denn auch in der Jugend-Nordrheinliga sind Haftmittel erlaubt.“

Der nächste Punkt, der eine Teilnahme an der Bundesliga-Qualifikation wackelig werden lässt: Aktuell fällt ein Team, das scheitert, laut Spielordnung in die Oberliga zurück. Allerdings wird zur neuen Saison zwischen Bundes- und Oberliga die Nordrheinliga eingeführt, die die Wölfe nun mit der A- und der B-Jugend anstreben. „Es heißt zwar, dass das noch geändert wird und zwei Teams in die Nordrheinliga zurückfallen können, aber so lange das nicht schriftlich ist, heißt das nichts“, so Schuppert. Sollte der Modus geändert werden, könnte sich Schuppert eine Teilnahme an der Bundesliga-Quali vorstellen. „Und sollte es das Team dann doch schaffen, die Bundesliga zu erreichen, werden wir unsere Entscheidung auch noch einmal überdenken.“

Noch ein Faktor ist die sportliche Konkurrenzfähigkeit: „Mit Nico Biermann, der in unsere erste Mannschaft wechselt, und Torhüter René Krouß, der zur Fachhochschule Gummersbach geht und dann auch für den VfL spielen wird, verlieren wir wichtige Spieler. Zudem bräuchten wir mindestens drei Neuzugänge, um konkurrenzfähig zu sein“, sagt Ottersbach. Dazu werden viele Jungs des 97er-Jahrgangs ihr Abi machen, so dass nicht klar ist, wer voll zur Verfügung stehen wird. Und da es zudem denkbar wäre, eine Bundesliga-Staffel mit weiten Fahrten bis in den Osten zu erwischen, summieren sich die Bedenken hin zur Entscheidung, die Top-Spielklasse nicht mehr anzustreben. Ottersbach: „Unser zweites Herren-Team dient auch der Ausbildung.“ Dass einige Jungs den HC Wölfe im Falle der Nicht-Teilnahme an der Bundesliga verlassen werden, ist klar. „Davon gehen wir aus“, sagt Schuppert.