Brisantes Derby gegen den Abstieg steigt beim HSV

Angreifer unter sich: Das Hinspiel hatten Alpha Samoura (r.) und der SV Bislich gegen Tom Wirtz und den Hamminkelner SV mit 1:0 für sich entschieden. Den Siegtreffer markierte damals bei seinem Comeback Engin Vural
Angreifer unter sich: Das Hinspiel hatten Alpha Samoura (r.) und der SV Bislich gegen Tom Wirtz und den Hamminkelner SV mit 1:0 für sich entschieden. Den Siegtreffer markierte damals bei seinem Comeback Engin Vural
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Fußball-Bezirksligist Hamminkelner SV erwartet am Montag des SV Bislich, dabei steht das Derby ganz im Zeichen des Abstiegskampfes.

Hamminkeln..  Am drittletzten Spieltag der Fußball-Bezirksliga kommt es am Pfingstmontag (15 Uhr) zum sportlich brisanten Derby am Mühlenrott. Der gastgebende Hamminkelner SV (8. Platz/39 Punkte) erwartet im Abstiegskampf den Nachbarn SV Bislich (11./34). Die Platzherren könnten mit einem Erfolg ein Ausrufezeichen hinter das Thema Klassenerhalt setzen, müssten bei einer Niederlage aber noch einmal genauer nach unten schauen. Die Bislicher würden bei einem Sieg mit der spielfreien Bocholter Olympia gleichziehen, hätten aber auch im Fall einer Niederlage noch Chancen auf den Ligaverbleib. Mit einem Remis könnte der HSV sicherlich besser leben.

„Ein Punkt wäre für uns auch ein Erfolg“, sagt SVB-Trainer Dennis Lindemann. Klar würde er natürlich lieber drei mitnehmen. Besonders wichtig sei es, zu Hause die Hausaufgabe gegen Uedem zu machen. „Um dann bei Olympia Bocholt ein Endspiel zu haben. Denn entscheidend ist, dass wir es selbst in der Hand haben“, erläuterte der Bislicher Coach.

Dabei versichert Lindemann, dass weniger der Abstiegskampf als vielmehr die personellen Sorgen und ständigen Umstellungen der Mannschaft bei ihm mehr an den Nerven zerren würden. In der vergangenen Tagen musste er das Training krankheitsbedingt seinem „Co“ Tobias Engels überlassen. „Vielleicht war das ganz gut so. Ich konnte etwas Kraft tanken und Abstand gewinnen“, so Lindemann, auf den am Montag erneut einige Fragezeichen warten. Marc Ressel, Sabri Bulut und vielleicht sogar Ertug Cosgun – letztlich aber alles Wackelkandidaten. „Ich kann wirklich noch nicht sagen, bei wem es reichen wird. Die Leute wollen und gehen zum Arzt. Aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht.“

An der Personalfront weitaus weniger Sorgen hat vor dem Derby HSV-Trainer Jörg Gonschior. Im Gegensatz zum letzten Auftritt, dem 0:2 in Friedrichsfeld, steht ein Trio wieder zur Verfügung, das eigentlich zum Stammpersonal gehört. Peter Hütten war zuletzt verhindert, Raik Wittig stößt nach einer Schonphase für seinen Rücken dazu und Julian Weirather muss nach seiner Hochzeit letzte Woche nur seinen neuen Ehering schon wieder kurz abnehmen.

Viele schwarz-weiße Geschichten

„Die Situation, mit einem Sieg quasi durch zu sein, hatten wir bereits in Friedrichsfeld. Dort hat die Mannschaft nicht schlecht gespielt“, sagt Gonschior. Für den HSV sei es das Wichtigste, den SV Bislich auf Distanz zu halten, was auch mit einem Remis gelänge. „Trotzdem sollten wir so langsam mal zusehen, den letzten nötigen Dreier einzufahren.“

Wie eigentlich immer warnt der HSV-Coach vor hoch kochenden Emotionen und übertriebener Härte im Derby. „In diesen Spielen haben wir selten gut ausgesehen. Ich hoffe, dass wir mit elf Leuten vom Platz gehen und auch in Stresssituationen kühlen Kopf bewahren.“

Dass er die Bislicher bei ihren letzten beiden Auftritten beobachtet hat, zeigt, wie wichtig Jörg Gonschior diese Partie nimmt. „Bislich ist eine Mannschaft mit viel Potenzial. Allerdings weiß man ja nie genau, wer bei ihnen aufläuft.“

In diesem Punkt geht es seinem Pendant Dennis Lindemann aber kaum besser . . .