Bezirksligisten wollen nicht mehr vom Winterpolster zehren

Nach seiner ärgerlichen, weil unberechtigten vierwöchigen Rot-Sperre kehrt Torjäger Raik Wittig (l.) in den Kader des Hamminkelner SV zurück.
Nach seiner ärgerlichen, weil unberechtigten vierwöchigen Rot-Sperre kehrt Torjäger Raik Wittig (l.) in den Kader des Hamminkelner SV zurück.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Torjäger Raik Witig ist beim Bezirksligisten Hamminkelner SV beim SC 26 Bcholt wieder dabei. Der SV Bislich gastiert in Spellen, die PSV-Reserve beim SV Hönnepel-Niedermörmter II.

Am Niederrhein..  Sekunden vor dem Anbruch der 444. Minute ohne Tor in der Rückrunde hatte der SV Bislich (9. Platz/26 Punkte) gegen den 1. FC Kleve II das Glück in der Fußball-Bezirksliga erzwungen. Ein Eigentor und schließlich ein Geniestreich von Engin Vural sorgten für den 2:0-Sieg im Nachholspiel und damit für große Erleichterung beim SVB vor dem Gastspiel am Sonntag beim SV Spellen (16./20).

„Die Reaktion der Mannschaft war gut. In Spellen erwarte ich ein ähnliches Kampfspiel wie gegen Kleve, wobei wir nach dem Erfolg am Mittwoch auch mit einem Punkt dort ganz gut leben könnten“, sagt SVB-Trainer Dennis Lindemann. Doch auch ein mögliches Remis werden sich die Schwarz-Weißen hart erkämpfen müssen. Die Spellener hatten beim Hinspiel in Bislich (3:3) bis in die Nachspielzeit geführt, gewannen zuletzt 1:0 gegen die PSV-Reserve und trotzten dem Primus aus Friedrichsfeld im heiß umkämpften Derby ein 1:1 ab.

Fehlen werden den Bislichern der angeschlagene Hendrik Wissing sowie Steve Olm, der ähnlich wie Vural aushelfen will, wenn es beruflich passt. Am Sonntag passt es nicht. Dafür kehren die Routiniers Yasin Cagatay, erstmals mit Gesichtsmaske nach Nasenbeinbruch, und Andreas Mansfeld nach Gelb-Sperre zurück. Der Einsatz von Angreifer Marc Ressel ist noch fraglich.

Sie sollen nicht als Heilsbringer fungieren, dennoch freut man sich beim Hamminkelner SV (5./30) angesichts der Personalprobleme sehr über die Rückkehr der Routiniers Julian Weirather nach Knöchelverletzung und Raik Wittig nach vierwöchiger Sperre. Beide dürften sich direkt in der Anfangsformation wiederfinden, wenn der HSV am Sonntag beim SC Bocholt 26 (12./24) zu Gast ist. „Wir hoffen, dass die Rückkehr der beiden der Mannschaft einen Schub verleiht, gerade im Hinblick auf Kreativität und Torgefahr“, erläutert HSV-Trainer Jörg Gonschior, dessen Team mit nur einem Zähler aus den fünf Partien in diesem Jahr sich tabellerarisch bislang noch zu sehr von seinem „Winterspeck“ ernährt.

Gonschior warnt besonders vor den Stärken des Gegners bei Standards, die den HSV das Hinspiel nach einer 2:0-Führung binnen kurzer Zeit noch mit 3:4 haben verlieren lassen. „Sie besitzen nicht nur mit ihrem Oberliga erfahrenen Spielertrainer Sebastian Eul enormes Potenzial, was sehr schwer zu verteidigen ist. Umso mehr müssen wir es vermeiden, dem Gegner ruhende Bälle in unserer Hälfte zu ermöglichen“, so Gonschior. „Ich sehe den SC 26 aber auch spielerisch derzeit in der Tabelle unter Wert. Trotzdem wollen wir dort natürlich unbedingt mal wieder ein Erfolgserlebnis feiern – sei es einer oder sogar drei Punkte.“ Die Einsätze von Alexander Höppner (Knieblessur) und Jörn Bergendahl (Fußgelenkprobleme) sind fraglich. Peter Hütten fehlt letztmalig gesperrt, Jonas Borgmann weilt noch im Urlaub.

Das Winterpolster noch mehr beansprucht bislang die Reserve des PSV Lackhausen (8./28), die in ihren vier bisherigen Auftritten nach 90 Minuten immer ein Tor wenig erzielt hat als der Gegner. Bereits am Samstag (16 Uhr) geht es für die Grünen zum seit Mittwoch wieder entthronten Top-Team SV Hönnepel-Niedermörmter II (2./44).

Osterfahrplan für die hiesigen Bezirksligisten

Die wohl beste Nachricht für Trainer Aycin Özbek im Vorfeld der Partie ist die Sperrung der eigenen Anlage. Denn durch den Ausfall der Partie der Landesliga-Formation erhofft sich der Coach doch Verstärkung von „oben“.

„Uns fehlen derzeit ganz wichtige Spieler und der Mannschaft insgesamt das Selbstvertrauen“, so Özbek, aus dessen Kader am Samstag weiterhin die verletzten Sebastian Weinkath, Tobias Berghaus und Lars Klein-Hitpaß sowie die verhinderten Daniel Bruzinski und Joshua Oomen nicht zur Verfügung stehen. Weiter in der Reserve dabei sein dürften Hasan Hamzaoglu, Torsten Kandziora und Jari Ecker. Anton Kötter wurde für zwei Partien gesperrt.

„Wir brauchen die Punkte, trotzdem haben wir bei diesem Gegner nichts zu verlieren. Wir können dort ganz befreit aufspielen“, sagt Aycin Özbek und hofft, dass seine Elf unter diesen Voraussetzungen lockerer an die Sache ran geht. „Das 3:3 im Hinspiel war eines der schönsten Bezirksliga-Spiele, die ich bisher gesehen habe. Vielleicht bekommen wir so etwas ja noch einmal hin.“