Bezirksliga Richtung Ruhrgebiet, weite Reisen für PSV

Björn Assfelder (2. v. r.) erlebt künftig die Duelle gegen den 1. FC Kleve nicht wie vor drei Jahren als schlichtender Kapitän, sondern als Trainer des PSV Lackhausen. Rechts: Marvin Schweds, der wieder angreifen möchte.
Björn Assfelder (2. v. r.) erlebt künftig die Duelle gegen den 1. FC Kleve nicht wie vor drei Jahren als schlichtender Kapitän, sondern als Trainer des PSV Lackhausen. Rechts: Marvin Schweds, der wieder angreifen möchte.
Foto: WAZ FotoPool

Am Niederrhein..  Nicht gerade begeistert war Björn Assfelder, als er die neuen Fußball-Gruppeneinteilungen erfuhr. „Da sind ja Mega-Fahrstrecken bei“, so der neue Coach des Landesligisten PSV Lackhausen, dessen Team unter anderem rund 90 Kilometer nach Odenkirchen hinter Mönchengladbach fahren muss. In der Bezirksliga ist der Kreis Rees-Bocholt zusammen geblieben und fährt diesmal nicht Richtung Kleve und Geldern, sondern wieder Richtung Oberhausen und Bottrop.

„Sportlich ist das sehr interessant. Viersen zum Beispiel hat ein tolles Stadion und Naturrasen“, sagt Assfelder. „Aber da fahre ich eine Stunde hin, nach Oberhausen zu Sterkrade-Nord oder Klosterhardt 20 Minuten. Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Ansonsten trifft der PSV mit den Duisburger Teams wie FSV oder 1900 auf alte Bekannte der abgelaufenen Spielzeit. Zudem gibt es wieder Duelle mit dem 1. FC Kleve und Oberliga-Absteiger SV Sonsbeck. Auch der VfB Uerdingen ist den Hansestädtern nicht unbekannt.

„Da sind einige Mannschaften bei, die für ganz oben in Frage kommen. Neben den Oberliga-Absteigern haben wir ja mit dem FSV und Kleve auch zwei Teilnehmer der Aufstiegsrelegation dabei. Homberg schätze ich stark ein, Straelen soll ebenfalls Ambitionen angemeldet haben“, sagt Björn Assfelder. „Trotzdem haben wir keinen Grund, uns zu verstecken. Wir waren die fünftbeste Rückrundenmannschaft.“

Der hiesig einzig verbliebene Bezirksligist Hamminkelner SV misst sich mit seinen Elfer-Kreiskollegen anstelle der Teams aus dem Kreis acht wieder mit der Konkurrenz aus dem Kreis zehn. „Das ist schon eine Hammergruppe. Die Leistungsdichte wird immer enger“, sagt HSV-Trainer Jörg Gonschior. „Aber es ist auch reizvoll, denn Traditionsvereine wie Adler Osterfeld oder Sterkrade 06/07 bringen auch Zuschauer mit.“ Gonschior weiter: „Für mich ist diese Einteilung weiterhin ein Fingerzeig in Richtung Kreisstrukturreform, die nicht vom Tisch sein wird.“

Anzahl der Absteiger nicht geklärt

Noch nicht endgültig geklärt sind die Auf- und Abstiegsregelungen. „Das wird in rund drei Wochen der Fall sein“, erläutert Wolfgang Jades, der aber direkt klar macht. „So viele Absteiger wie in den letzten Jahren wird es nicht mehr geben. Gerade die Bezirksliga musste ja extrem bluten, nun wird sich der Abstieg moderat halten.“ Der Vorsitzende des Fußballausschusses im FVN fährt fort: „Aus der Oberliga und Bezirksliga wird es eine feste Anzahl an Absteigern geben. In der Landesliga ist das noch nicht möglich. Auch die Anzahl der Aufsteiger wird noch variieren“, so Jades, der den Vizemeistern der Bezirksligen eine Aufstiegsrelegation in Aussicht stellt.

Eine Anzahl von drei Absteigern aus den Bezirksligen erscheint angesichts der Eckdaten wahrscheinlich. In der Landesliga wird man weiterhin hinauf bis zur Regionalliga blicken müssen. Nicht unwahrscheinlich sind dort vier Absteiger – bei allerdings nun 18 anstelle von nur 14 Mannschaften wie in der abgelaufenen Saison. Die Ligenstrukturreform, die die Anzahl der Bezirksliga-Gruppen von neun auf sechs reduziert hat und der zuletzt auch eine Landesliga-Gruppe zum Opfer fiel, befindet sich damit auf der Zielgeraden.

Zum Thema „Härtefälle“ bei den Einteilungen der Gruppen hat Thomas Klingen noch ein Beispiel. „Recht machen kann man es nie allen Vereinen. Aber in diesem Jahr mussten wir den VfL Jüchen und die Spielvereinigung Odenkirchen auf die zwei Landesligen verteilen, weil es anders einfach nicht gepasst hat“, so der Staffelleiter der Gruppe 1 der Landesliga. „Die Vereine liegen an einer Straße, wenige Kilometer voneinander entfernt und haben sich auf ihr Derby gefreut. Das sind Entscheidungen, die auch uns richtig weh tun.“ Die Gruppeneinteilung ist nunmehr verbindlich und nicht anfechtbar.

Landesliga, Gr. 2: 1. FC Viersen, SV Sonsbeck, SpVgg. Odenkirchen, SC Union Nettetal, VSF Amern, VfB Homberg, Teutonia St. Tönis, SV Hönnepel-Niedermörmter II, VfL Repelen, 1. FC Kleve, SV Straelen, Viktoria Goch, Duisburger SV 1900, VfB Speldorf, FSV Duisburg, PSV Lackhausen, VfL Rhede, VfB Uerdingen.

Bezirksliga, Gr. 6: Sterkrade 06/07, SF Königshardt, Adler Osterfeld, FC Sterkrade, VfB Bottrop, Arminia Klosterhardt II, SV 08/29 Friedrichsfeld, Fortuna Bottrop, 1. FC Bocholt II, SV Hamminkeln, RSV Praest, DJK Lowick, SC Bocholt 26, SV Emmerich-Vrasselt, SV Krechting, SV Spellen, Olympia Bocholt.