Bestes Ergebnis, aber noch keine Medaille für Kattenbeck

Roman Zirnwald (l.) gewann in Österreich den fünften Mixed-Titel in Folge, sein Landsmann Luka Wraber scheiterte knapp im Einzel-Endspiel und Kira Kattenbeck erreichte bei der DM zwei Viertelfinale.
Roman Zirnwald (l.) gewann in Österreich den fünften Mixed-Titel in Folge, sein Landsmann Luka Wraber scheiterte knapp im Einzel-Endspiel und Kira Kattenbeck erreichte bei der DM zwei Viertelfinale.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Mit gemischten Gefühlen geht Kira Kattenbeck aus der DM in Bielefeld heraus. Die Weseler Zweitliga-Spielerin erreichte zwar ihr bestes Ergebnis, aber ganz zufrieden war sie nicht.

Wesel..  Die Entwicklung, die Kira Kattenbeck vom Talent zur Nationalspielerin durchlebt, bildet sich in Zahlen ab. Ihr Abschneiden bei den deutschen Badminton-Meisterschaften ist ein zuverlässiger Indikator. 2011, in ihrer ersten Saison im Trikot des BV Wesel RW, schied die Doppel- und Mixed-Spezialistin im Achtelfinale und der zweiten Runde aus. Von da an steigerte sich Kattenbeck kontinuierlich, blieb von Jahr zu Jahr länger im Turnier. Mit dem Einzug in die Viertelfinals in beiden Disziplinen schaffte die 22-Jährige nun das bisher beste DM-Ergebnis.

„Die Tendenz ist positiv“, sagt die BV-Leistungsträgerin. Sie könnte es sich gemütlich machen mit dieser Erkenntnis, wenn da nicht ihr Ehrgeiz wäre. Deswegen erzählt Kattenbeck von „gemischten Gefühlen“, mit denen sie die Titelkämpfe in Bielefeld beendete. „Natürlich freue ich mich über die Bilanz, aber 100 Prozent zufrieden bin ich nicht.“

Das Doppel-Viertelfinale mit Franziska Volkmann (Dortelweil) hängt Kattenbeck noch nach, denn darin „haben wir nicht unsere beste Leistung gezeigt“. Gegen die favorisierten Lisa Kaminski/Hannah Pohl (Beuel) unterlag das Duo mit 18:21, 10:21. Das 10:21, 8:21 im Mixed gegen die späteren Meister und Weltranglistenzehnten Michael Fuchs/Birgit Michels (Bischmisheim/Beuel) sei dagegen in Ordnung gewesen. Nach der Verletzung ihres Stammpartners Raphael Beck spielte Kattenbeck mit Tobias Wadenka (Neuhausen-Nymphenburg) ein gutes Turnier.

Ihren Ehrgeiz sollte man nicht mit Ungeduld verwechseln. Kattenbeck ist bewusst, dass im aufstrebenden deutschen Badminton kleine Fortschritte große Erfolge sind. „Im Erwachsenenbereich geht es nicht in Quantensprüngen vorwärts“, sagt die Rot-Weiße. „Mein nächstes Ziel ist trotzdem eine Medaille.“

Während Kattenbeck das Halbfinale in den Blick nimmt, sammelten zwei Weseler Talente wertvolle Erfahrungen. Jan-Felix Matulat (17) und Annalena Diks (15) feierten ihr DM-Debüt. „Ich werde auf der mentalen Ebene einiges mitnehmen“, meint Matulat, der nach kampflosem Sieg im Mixed ausschied. Im Doppel verlor er zum Auftakt.

Diks, die im Einzel ein Spiel gewann und im Doppel nach einem Freilos in der zweiten Runde unterlag, freut sich ebenfalls über den Lerneffekt: „Es war wichtig zu sehen, wie so ein Turnier abläuft.“ Wie für ihre BV-Kollegen Lena Fischer und Aaron Sonnenschein stehen für das Duo ab Freitag die deutschen Schüler- und Jugendmeisterschaften in Gera an.

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Auch in Österreich werden in diesen Wochen die besten Spieler gesucht. Luka Wraber und Roman Zirnwald vom Zweitligisten BV Wesel bestätigten bei den Staatsmeisterschaften in Linz, dass sie zu diesem Kreis gehören. Zirnwald gewann im Mixed mit Elisabeth Baldauf seinen fünften Titel in Folge und wurde Zweiter im Doppel mit Dominik Stipsits. Wraber verpasste seinen zweiten Einzel-Erfolg durch eine knappe Finalniederlage.

„Das Niveau ist nicht das beste, aber wir haben gezeigt, dass wir mit Abstand das stärkste Mixed sind“, sagt Zirnwald, dessen junger Doppelpartner Stipsits erstmals Mal im Finale stand. „Das hat man gemerkt. Wir können zusammen aber noch einiges schaffen“, so der 32-Jährige.

BV-Topspieler Wraber vergab bei dem unglücklichen 21:14, 22:24, 21:23 gegen Matthias Almer Matchbälle im zweiten Satz. „Ich nehme aber lieber das viele Positive aus dem Match mit statt vergebenen Chancen hinterher zu weinen“, sagt die Nummer 69 der Weltrangliste.