Aufsteiger Hamminkelner SV II hat aus der Vorsaison gelernt

Viele, aber noch nicht alle: Insgesamt 48 (!) Akteure setzte die Reserve des Hamminkelner SV in ihrer Meistersaison in der Kreisliga B ein.
Viele, aber noch nicht alle: Insgesamt 48 (!) Akteure setzte die Reserve des Hamminkelner SV in ihrer Meistersaison in der Kreisliga B ein.
Foto: privat

Hamminkeln..  Eigentlich wollten sie das Geld aus der Mannschaftskasse sparen, um nächstes Jahr groß auf Tour zu gehen. „Aber jetzt machen wir doch noch was“, sagt Trainer Dennis Reddmann. Kein Wunder: Einer der wohl kuriosesten Saisonverläufe im Fußball-Kreis endete für den Hamminkelner SV II mit der B-Liga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die Kreisliga A.

Auf drei Siege zum Start folgten nur noch zwei Zähler aus acht Spielen. Am elften Spieltag war die HSV-Reserve 15 Punkte von der Tabellenspitze und nur vier vom ersten Abstiegsplatz entfernt. „Die erste Niederlage gegen Mehrhoog war ein Knackpunkt, hinzu kamen personelle Probleme“, erinnert sich Reddmann. „Nach der Niederlage am elften Spieltag gegen Anadolu Spor hatte ich meinen Posten angeboten. Aber die Jungs wollten, dass ich weiter mache.“

Damit sollten sie den richtigen Riecher beweisen. In den restlichen 19 Partien ließ der Meister bei 17 Siegen, einem Remis und einer Niederlage nur noch fünf Zähler liegen. Damit fingen die Hamminkelner noch die TuS Drevenack ab, die in die Relegation musste und dort mit 1:2 gegen den SV Werth scheiterte.

Am fünftletzten Spieltag der Spielzeit 2012/13 hatten Reddmann und Co-Trainer Taner Demir den HSV-Unterbau übernommen. Bereits letzte Saison hatten sie die Möglichkeit aufzusteigen, verspielten die Meisterschaft aber durch Niederlagen gegen abgestiegene Gegner. „Da war damals auch Hochmut dabei, aber die Jungs haben aus ihren Fehlern gelernt“, so der 32-Jährige. „Das ist zwar oft ein zusammen gewürfelter, aber charakterstarker Haufen. Christian Buttenborg hat sogar einen Urlaubsflug umgebucht, um beim letzten Spiel dabei zu sein.“

Von einer „Mannschaft“ im eigentlichen Sinne zu sprechen, ist trotzdem schwierig. Rekord verdächtige 48 (!) Akteure hat Reddmann eingesetzt. „Der Kontakt zu den anderen Mannschaften im Verein ist gut, alle haben gerne ausgeholfen. Ich freue mich auch, wenn es unsere Jungs wie Christoph Müller und Tobias Quartsteg in die Erste schaffen“, so Reddmann. „Auch die Spieler aus der so genannten zweiten Reihe haben sich immer den Hintern aufgerissen, teilweise hatten wir Torwarte als Feldspieler. Und als dann wieder mehr Stammpersonal zurück war, war der Konkurrenzkampf groß.“

Kampf ist für Reddmann ein wichtiges Stichwort. „Damit kann man in dieser Liga einiges erreichen. Beim 3:2-Sieg am 25. Spieltag gegen Anadolu Spor hatten wir personell wieder einige Umstellungen vornehmen müssen und der Gegner war spielerisch klar besser. Aber wir haben überragend gekämpft. Danach habe ich auch daran geglaubt, dass wir es tatsächlich noch schaffen können.“

Ein weiteres Plus der HSV-Reserve ist die ausgeglichen starke Offensive. Während die Konkurrenz zumeist einen „Goalgetter“ in ihren Reihen zählen, haben beim künftigen A-Ligisten sechs Spieler mindestens sieben Treffer erzielt. Reddmann selbst findet man seit Jahren in keiner Torschützenliste mehr, er ist eher gezwungenermaßen ins Trainerfach gewechselt. Der einstige Stürmer musste nach einer schweren Fußverletzung die Schuhe an den Nagel hängen. „Ich bin froh, wenn ich noch joggen und ab und zu mal vier gegen zwei mitspielen kann“, so der Coach. „Und an der Seitenlinie habe ich einige Haare verloren, beziehungsweise graue dazu bekommen.“

Reddmann möchte seinen Co-Trainer nicht nur als Randnotiz abgehandelt wissen. „Taner Demir hat großen Anteil an diesem Erfolg.“ Aber während die Mannschaft bis auf Jan Schrattenholz (Richtung Köln) zusammenbleibt, möchte sich Demir eine neue Herausforderung suchen.

Dennis Reddmann blickt optimistisch Richtung Kreisliga-Oberhaus. „Die A-Liga mit ihren vielen ersten Mannschaften ist richtig stark. Aber wir haben in Tests dagegen auch schon ganz gut ausgesehen“, so der Coach. „Wichtig ist der Zusammenhalt und dass die Leute bei Niederlagen, von denen wir sicherlich einige auch höher kassieren werden, sich nicht anpflaumen.“

Am Freitag steigt beim HSV II die Aufstiegs-Grillparty, auch potenzielle Neuzugänge sollen dort überzeugt werden. Am 26. Juni werden dann noch mit dem Planwagen die kommenden Derby-Stätten besucht. Haltestellen sind unter anderem in Bislich, Brünen, Lackhausen, Lankern und Dingden. Das geht auch schon als große Tour durch.

Alle eingesetzten Spieler des HSV II in der Aufstiegssaison:

Tor: Carsten Hansen, Tim Meiners, Christoph Ziegler.

Abwehr: Benedikt Bahrenberg, Volker Boland, Jonas Borgmann, Christian Heggemann, Felix Jansen, Christopher Kaumanns, Christoph Miszewski, Phillip Hardt, Tobias Vorholt, Tobias Quartsteg, Jens Mömken, David Stadler.

Mittelfeld: Alexander Arndt, Oliver Baumann, Jens Beckmann, Oliver Kappes, Jörn Bergendahl, Niklas Hollenberg, Sebastian Bergkemper, Hendrik Brüggemann, Jan Sweers, Christian Buttenborg, Alexander Fehr, Alexander Höppner, Alexandro Grella, Tim Lamsat, Simon Linke, Matthias Nagel, Jannis Simmes, Fabian Schaffeld, Carsten Schneider, Jan Schrattenholz, Sven Wirtz.

Angriff: Jens Altmann, Oliver Daleske, Taner Demir, Ahmet Aydin, Kai Lamsat, Pascal Krause, Christian Lippert, Christoph Müller, Daniel Schild, Niklas Steiert, Yannik Terweiden, Tom Wirtz.