Auch Jonas Gorris verlässt die HSG Wesel

Am Sonntag geht es für ihn nochmals im Trikot der HSG Wesel gegen Oberhausen, allerdings diesmal im Ruhrgebiet. Zum Saisonende hört Jonas Gorris, der in Düsseldorf wohnt und in Köln arbeitet, wegen des zu hohen Aufwandes bei den Weselern auf.
Am Sonntag geht es für ihn nochmals im Trikot der HSG Wesel gegen Oberhausen, allerdings diesmal im Ruhrgebiet. Zum Saisonende hört Jonas Gorris, der in Düsseldorf wohnt und in Köln arbeitet, wegen des zu hohen Aufwandes bei den Weselern auf.
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Was wir bereits wissen
Zum Endspurt in der Handball-Verbandsliga, zwei Spiele hat die HSG Wesel noch zu bestreiten, wirft die neue Saison schon weite Schatten voraus. Nun geht auch Jonas Gorris.

Wesel..  Am drittletzten Spieltag in der Handball-Verbandsliga bestreitet die HSG Wesel (5. Platz/23:21 Punkte) aufgrund ihres spielfreien kommenden Wochenendes bereits ihre vorletzte Partie der überaus erfolgreichen Saison. Der Neuling ist am Sonntag bei der HSG RW Oberhausen (12./12:30) zu Gast. Doch viel mehr als die ungeliebt frühe Anwurfzeit von 11.30 Uhr beschäftigt den Coach Sven Esser ein anderes Thema: Der immer knapper werdende Kader für die neue Saison.

Nach den angekündigten Abgängen von Heiko Kreilkamp und Michael Nölscher wären es ohne Neuzugänge und mit positiven Signalen der beiden „Fragezeichen“ Jonas Gorris und Jonathan Reinartz noch elf Feldspieler plus zwei Torhüter für die nächste Spielzeit. Während es diesbezüglich bei Reinartz keine Neuigkeiten gibt, hat Jonas Gorris nun angekündigt, den Verein im Sommer zu verlassen.

„Ich kenne ihn gefühlt schon mein ganzes Handballleben und wir hatten ein sehr offenes Gespräch darüber“, sagt Esser. Das Problem: Jonas Gorris wohnt in Düsseldorf, arbeitet in Köln und betreibt deshalb für Handball in Wesel einen enormen Aufwand. „Um so wichtig für uns zu sein, wie er es besonders zu Beginn der Saison war, braucht er auch regelmäßiges Training“, erläutert der Weseler Coach. Esser kennt Jonas Gorris als sehr ehrgeizigen Spieler, der ohne regelmäßige Einheiten und Einsatzzeiten schnell unzufrieden und auch wieder verletzungsanfällig wird. „Deshalb macht es für ihn keinen Sinn, weiter hier zu spielen.“

Jonas Gorris wird sich wohl einen neuen Verein, näher an seinem Wohnort suchen und bei der HSG nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Rückraum eine Lücke hinterlassen. „Sein Abgang schmerzt sehr. In dieser Saison haben wir das Fehlen von einzelnen Leuten immer wieder gut kompensieren können. Aber das wird unter diesen Voraussetzungen immer schwieriger.“ Esser hofft, trotz der fast überall weit vorangeschrittenen Planungen vielleicht doch noch eine Verstärkung aus dem Hut zaubern zu können. „In den letzten Jahren hatten wir öfter Glück mit kurzfristigen Neuzugängen. Vielleicht gelingt uns das erneut“, so Esser.

Sportliche Werbung für einen Wechsel interessierter Kandidaten haben die Weseler in dieser Saison eigentlich genug betrieben. Mit einem Sieg am Sonntag würde der Neuling seinem zwischenzeitlich hochgesteckten Ziel, Platz fünf, einen Schritt näher kommen. Das Hinspiel hatten die Hansestädter trotz eines Sechs-Tore-Rückstandes noch mit 31:29 gewonnen.

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„Wir waren damals sicherlich nicht die bessere Mannschaft, der Sieg war ein echter Kraftakt“, erinnert sich Esser. Oberhausen habe nicht unbedingt die Wurfgewalt aus dem Rückraum, gehe mit seinen jungen, wendigen Spielern aber ein extrem hohes Tempo. Deshalb sei viel Laufarbeit erforderlich, um immer wieder schnell in die 6-0-Deckung zu kommen. „Damit können wir dem Gegner Probleme bereiten“, meint Sven Esser.

Während die Weseler völlig befreit aufspielen können, dürften die Oberhausener noch das Ziel haben, den vorletzten Rang zu verlassen, um in Sachen Klassenerhalt ganz auf Nummer sicher zu gehen. „Ich gehe mal davon aus, dass sie dieses Spiel auf Biegen und Brechen gewinnen wollen. Aber wir haben zuletzt gezeigt, dass wir auch ohne den Druck, noch Punkte für den Klassenerhalt holen zu müssen, gute Leistungen abrufen können“, sagt der Weseler Trainer.