Auch die Abendlauf-Helfer trotzten der Hitze

Doris Matern (l.) und ihre Kolleginnen vom Getränkestand im Zielbereich mixten rund 150 Liter Zitronentee für die Läufer in Drevenack.
Doris Matern (l.) und ihre Kolleginnen vom Getränkestand im Zielbereich mixten rund 150 Liter Zitronentee für die Läufer in Drevenack.
Foto: FUNKE Foto Services

Hünxe..  „Nur Parken oder noch mitlaufen“, fragte die Frau an der Kreuzung. Über drei Stunden in der prallen Sonne hatten ihr weder die Ruhe noch die Freundlichkeit genommen. Wenige Minuten vor dem Start des Hauptlaufes hätte sie sich im Fall der Fälle womöglich auch noch um das Auto des Fragestellers gekümmert. Es hätte ins Bild gepasst der Hilfsbereitschaft, mit der die Mitglieder der TuS Drevenack und die Dorfbewohner den Abendlauf trotz der extremen Bedingungen so entspannt wirken ließen.

„Hier gehen die Anmeldezahlen nicht zurück, weil hier ein gutes Team am Werk ist“, lobte Theo Aymanns. Der „schnellste Landwirt vom Niederrhein“, viermaliger Doppelsieger am Buschweg, war einmal mehr über die fünf und zehn Kilometer gestartet. „Beim zweiten Lauf fand ich es gar nicht mehr so heiß. Trotzdem muss man natürlich gerade als unerfahrener Läufer aufpassen, nicht übermotiviert ins Verderben zu rennen“, so der Pfalzdorfer.

„Wir hatten mit mehr Kreislaufproblemen der Läufer gerechnet. Ich habe schon viel geschwitzt, obwohl ich nicht mitgemacht habe“, sagte Tobias Ludwig vom Deutschen Roten Kreuz. „Es kam uns natürlich zu Gute, dass der Verein alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um solche tragischen Ereignisse, wie es sie zuletzt ja leider öfters gegeben hat, zu vermeiden.“

Zeitweise den Überblick über die Anzahl der 10 Liter Eimer, aber niemals den Nachschub aus den Augen verloren hatten die Damen vom Getränkestand im Zielbereich. „Normalerweise machen wir sieben bis acht dieser Eimer. Jetzt sind wir bei – zwölf?“ Doris Matern und ihre Kolleginnen mischten den Traubenzucker-Zitronentee vor Ort. Nicht minder beliebt bei Läufern ist aber mittlerweile auch das gut beworbene alkoholfreie Bier.

Schutz für die Zeitname

Nach seinem erfolgreich gemeisterten Zugspitz-Ultratrail unterstrich Christoph Kloß, dass er auch die kurzen Strecken mag. In 18:28 Minuten über die 5km gewann der Weseler Hadi-Starter die Altersklasse M35. Wenige Sekunden nach ihm rannte ein Läufer ins Ziel, der den Abendlauf zwischen gleich zwei Extrem-Veranstaltungen gepackt hatte. Nach dem Start bei einem 150km-Lauf steht für den Oberhausener Benedikt Straetling demnächst ein 24 Stunden-Lauf an.

Nicht, dass es im Stadion noch eines Anheizens der Stimmung beim Zieleinlauf benötigt hätte. Trotzdem kamen die heißen Rhythmen den Percussionata-„Trommelköppe“ wie immer gut an.

Den wärmsten Arbeitsplatz in Drevenack hatten Norbert Wilzewski und seine Kollegen mit den dicken Handschuhen und der Schürze. „Heiß von vorne, heiß von oben und noch heiße Frauen um mich“, lachte der Mann am Grill. „Mit genügend Getränken ist das aber kein Problem. Schade ist nur, dass man von hier nichts von der Veranstaltung mitbekommt.“

Diesbezüglich den besten Platz hatte einmal mehr Alfons Awater. Der Chef von taf-timing hatte seine zwei Funkdekoder-Boxen mit Liegestuhl-Auflagen gegen die Sonne geschützt. „Wo Strom fließt, wird es warm. Und heute noch wärmer“, so Awater. Doch auch die Technik wollte den Drevenackern nicht ihren tollen Abend verderben und machte bis zum Schluss klaglos mit.