Abstieg der PSV-Reserve ist ein „unwürdiger Schluss“

Ein Dreierpack ohne Wert: Hasan Hamzaoglu erzielte alle drei Tore für die grün gekleideten Lackhausener gegen den RSV Praest. Mathias Lackermann (im Hintergrund) beobachtet das Dribbling des Stürmers.
Ein Dreierpack ohne Wert: Hasan Hamzaoglu erzielte alle drei Tore für die grün gekleideten Lackhausener gegen den RSV Praest. Mathias Lackermann (im Hintergrund) beobachtet das Dribbling des Stürmers.
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Was wir bereits wissen
Nur 3:3 nach 2:0- und 3:1-Führung gegen den RSV Praest: Damit ist der Abstieg des PSV Lackhausen II aus der Fußball-Bezirksliga endgültig besiegelt.

Wesel..  Im Nieselregen lehnte Daniel Bruzinski am Stankett und blickte auf die weiten Felder am Molkereiweg. Die Leere, in die der Innenverteidiger schaute, fühlte er auch in sich. „Mir fehlen die Worte“, sagte er, als alles aus und vorbei war: Das 3:3 (2:1)-Unentschieden gegen den RSV Praest reichte nicht. Der PSV Lackhausen II ist am vorletzten Spieltag aus der Fußball-Bezirksliga abgestiegen.

Der 29-Jährige redete mit fester Stimme, doch es brauchte keine tiefenpsychologische Analyse, um zu spüren, dass ihm die Situation nahe ging. „Ich bin mega traurig, denn dieser Abstieg ist ein unwürdiger Schluss“, meinte Bruzinski. Ein großer Teil der Spieler, die die PSV-Reserve in den vergangenen vier Saisons in der Bezirksliga vermeintlich etablierten, wird den Verein verlassen. Der Defensivspieler ist einer der wenigen, die über den Sommer hinaus bleiben. „Natürlich gilt meine Zusage auch für Kreisliga A“, stellte Bruzinski klar.

„Es ist aber so schön, in der Bezirksliga zu spielen“, hatte Polat Aydin einige Minuten vorher wehmütig gesagt. Der Trainer, der vor knapp einem Monat Aycin Özbek abgelöst hatte, konnte trotz aller sichtbaren Fortschritte den freien Fall des einstigen Spitzenteams nicht stoppen. Als Tabellenfünfter waren die Lackhausener in die Winterpause gegangen. In den bisherigen 15 Spielen der Rückrunde sammelten sie jedoch mickrige sechs Punkte. So war die von Verletzungen, Sperren und ausgefallenen Trainingseinheiten gebeutelte Mannschaft nicht mehr zu retten. „Wir haben es nicht geschafft, den Schalter umzulegen“, sagte Bruzinski.

So haben sie gespielt

Dabei besaß die PSV-Reserve zahlreiche Möglichkeiten, den Umschwung herbeizuführen. Die bittere Geschichte der verpassten Gelegenheiten schien gestern Nachmittag noch einmal in 90 Minuten komprimiert erzählt zu werden. Hasan Hamazoglu brachte die Hausherren bereits in der vierten Minute nach einer starken Kombination über Tobias Berghaus und Marius Laub in Führung. Die Grünen überstanden auch dank ihres Torhüters Dario Abbrescia die folgende Praester Druckphase, ehe Hamzaoglu nach tollem Sololauf das 2:0 erzielte (28.). Der PSV II war auf einem guten Weg, zumindest seine Außenseiter-Chance auf den Klassenerhalt mit einem Sieg zu wahren. Doch Michael Schulz schüttete mit seinem Anschlusstreffer noch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Wasser in den Wein.

Hamzaoglu stellte mit seinem dritten Tor zwar den alten Abstand wieder her (49.). Allerdings glichen Schulz per Strafstoß (61.) – Lukas Gutenberger hatte Dennis Thyssen gefoult – und Thyssen (65.) schnell aus. In einer offenen Endphase vergaben beide Teams Chancen auf drei Punkte. „Wir haben den Sieg zu leicht aus der Hand gegeben“, sagte Aydin, und Bruzinski merkte an, dass „wir Fehler machen, die man in der Bezirksliga nicht machen darf“. Deswegen verlässt der PSV Lackhausen II nun diese Liga.