4:2! SV Bislich bekommt Endspiel um den Klassenerhalt

Kein Durchkommen: Marc Ressel (weißes Trikot) versuchte es mit einem Fernschuss, der allerdings abgeblockt wurde. Der Stürmer, der wegen seiner Arbeit und vielen Verletzungen nur eingeschränkt trainieren kann, wurde in der 64. Minute für Ertug Cosgun ausgewechselt.
Kein Durchkommen: Marc Ressel (weißes Trikot) versuchte es mit einem Fernschuss, der allerdings abgeblockt wurde. Der Stürmer, der wegen seiner Arbeit und vielen Verletzungen nur eingeschränkt trainieren kann, wurde in der 64. Minute für Ertug Cosgun ausgewechselt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Showdown nächsten Sonntag bei Olympia Bocholt: Nach dem 4:2 gegen Alemannia Pfalzdorf reicht dem Fußball-Bezirksligisten SV Bislich ein Punkt zum Klassenerhalt.

Wesel..  Heftiger Wind peitscht über die Sportanlage des SV Bislich an der Frankenstraße. Erst nieselt es nur, dann prasselt starker Regen auf den Rasen herunter. Dennis Lindemann kaut nervös auf einem Stückchen Holz herum. Es ist 16.30 Uhr, noch ist eine Viertelstunde zu spielen. Der Trainer des Fußball-Bezirksligisten läuft an der Seitenlinie auf und ab, seine Nerven liegen blank. Wieder einmal lässt seine Mannschaft unzählige Torchancen aus, doch diesmal rächt sich diese Nachlässigkeit nicht. Der SV Bislich gewinnt das so bedeutende Heimspiel gegen den Uedemer SV mit 4:2 (1:1) und verlässt so die Abstiegsplätze.

Damit bekommt die Mannschaft kommende Woche bei Olympia Bocholt das Endspiel, auf das sie so sehr gehofft hatte. Der Klassenerhalt, er ist wieder aus eigener Kraft möglich. In der Halbzeit waren nach und nach die Ergebnisse von den parallel laufenden Begegnungen eingetrudelt. Eigentlich wollten Lindemann und Co-Trainer Tobias Engels gar nicht darüber informiert werden. Doch die Neugier der beiden war viel zu groß. Viktoria Winnekendonk lag bereits zur Pause beim SV Vrasselt mit 0:4 zurück. Das war wichtig, die Bislicher waren auf einen Ausrutscher des Neulings angewiesen. Es wurde spekuliert, wild herumgerechnet.

Doch zu dem Zeitpunkt hatte der Gastgeber seine eigenen Hausaufgaben noch nicht gemacht, es stand nur 1:1. Andreas Mansfeld (20.) hatte den Gastgeber zwar in Front gebracht, doch Thomas Boote (37.) glich vor dem Wechsel aus. Es war zwingend ein Sieg des SVB notwendig, aber nach der Pause wirkte der Gastgeber zunächst gehemmt und eingeschüchtert. „Es war kein Aufbäumen zu erkennen“, ärgerte sich Lindemann. Obendrein kassierte seine Mannschaft nach einer Ecke prompt das 1:2 (61.). Doch Mansfeld glich 60 Sekunden nach dem Gegentor zum 2:2 aus.

So haben sie gespielt

Anschließend schwächte sich der Gast selbst. Erst sah Spielertrainer Christian Klunder wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte (67.). Drei Zeigerumdrehungen später musste Andrej Kornelsen (69.) wegen einer Schiedsrichterbeleidigung mit einer Roten Karte vom Platz. In doppelter Überzahl drängten die Schwarz-Weißen schließlich auf den Sieg. Alpha Samoura markierte hochverdient das 3:2 (72.).

Danach vergab der SVB allerdings kläglich Chancen im Minutentakt. Das machte Lindemann an der Seitenlinie rasend. „Das ist nichts für meine Nerven. Wir müssen so ein Spiel doch viel früher für uns entscheiden“, ärgerte er sich. Über das erlösende 4:2, das Sabri Bulut (85.) im Nachschuss markierte, konnte er sich fast nicht freuen.

Dann ertönte endlich der Schlusspfiff, und als der Coach von der Nachricht erfuhr, dass Winnekendonk mit 0:7 verloren hatte, entspannte er sich. „Ein beruhigendes Gefühl. Wir haben es selbst in der Hand“, sagte er. Ein Punkt im „Endspiel“ reicht und der SV Bislich hätte den Klassenerhalt geschafft.