3:1! Erlösung des Hamminkelner SV nach bangen Momenten

Präsent und eiskalt: Die Rückkehr des Torjägers Raik Wittig (links) tat dem HSV im Heimspiel gegen den SV Spellen sichtlich gut.
Präsent und eiskalt: Die Rückkehr des Torjägers Raik Wittig (links) tat dem HSV im Heimspiel gegen den SV Spellen sichtlich gut.
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Was wir bereits wissen
Der Knoten ist geplatzt, der erste Sieg in der Rückrunde eingefahren: Fußball-Bezirksligist Hamminkelner SV bezwang den SV Spellen mit 3:1.

Hamminkeln..  Die Spannung hatte sich in der kalten Abendluft am Mühlenrott schon verflüchtigt in den letzten Minuten. Die Bezirksliga-Fußballer des Hamminkelner SV spielten sich gegen die dezimierten und frustrierten Gäste des SV Spellen den Ball teils im Stehen zu, es war ein Warten auf den Schlusspfiff. Weil die Grün-Weißen dabei wohl Zeit fanden, sich auf den verdienten 3:1 (1:0)-Heimsieg innerlich vorzubereiten, fiel der Jubel kurz aus. Die Schreie der Spieler offenbarten dennoch eine tiefe Erleichterung über den ersten Sieg in der Rückrunde, die auch HSV-Trainer Jörg Gonschior ausdrückte: „Wir sind einfach froh, gewonnen zu haben.“

Die Hamminkelner atmeten durch, weil die ersten 80 Minuten anstrengender gewesen waren, als es die letzten zehn vermuten ließen. Und sie atmeten durch, weil sie mit dem Erfolg ein gefährliches Abrutschen im dichten Tabellen-Mittelfeld verhindert haben und nun sogar wieder auf dem vierten Platz stehen. Doch die Hausherren mussten im Duell mit Spellen wenige, aber durchaus bange Momente überstehen.

Es war die kurze Phase nach dem 1:1-Ausgleich der Gäste in der 58. Minute. Mit der ersten Großchance hatte Sebastian Göhl einen Freistoß aus 17 Metern zentral vor dem Tor verwandelt. Der Ball schlug in Sascha Tüntes Torwartecke ein, doch Gonschior war vor allem über das Foul zuvor „richtig sauer“. Der sonst sehr umsichtige Jan-Christian Sweers hatte seinen Fuß zu hoch genommen, anstatt kurz vor dem Strafraum nur zu blocken. „Total unnötig“, befand der Coach, dessen Team in den Minuten nach dem Gegentor Ball um Ball und so auch die Linie verlor. Tünte musste im kurzen Eck gegen Talha Ören halten (62.).

„Wir sind taktisch in alte Muster verfallen und haben uns das Leben selber schwer gemacht“, kritisierte Gonschior. Räume wurden geöffnet und das Spiel nach vorne verlangsamt, die Verunsicherung aus fünf sieglosen Spielen war zurück. „Das Spiel drohte, zu kippen. Deswegen war es wichtig, sofort zu treffen“, sagte Gonschior. Raik Wittig nutzte in seinem ersten Einsatz nach der Rotsperre einen Spellener Stellungsfehler eiskalt aus und brachte den HSV mit einem Flachschuss wieder in Führung (71.).

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Alexander Höppner, der unbedrängt aufs Tor zulief, aber knapp links vorbei zielte (71.), und Weirather, dessen Schuss auf der Linie geklärt wurde (74.), verpassten anschließend die Entscheidung. Sechs Minuten später drückte der nach seiner Verletzung zurückgekehrte Kapitän den Ball nach Wittig-Zuspiel jedoch über die Linie. Weirathers 3:1 war für Gonschior „eine Erlösung“. Auch weil Spellens Sila Bargmann (77.) und Roman Kiosze (82.) vom strengen Schiedsrichter Heiner Portz jeweils zwei Gelbe Karten wegen Meckerns sahen, brachte der HSV den Sieg problemlos nach Hause.

Bereits in der ersten Halbzeit hatten sich die Hamminkelner zumeist von ihrer guten, in den vergangenen Wochen versteckten Seite gezeigt: entschlossen und organisiert. Tom Wirtz traf nach Hendric Storms Pass und vorheriger Balleroberung durch Wittig und Pascal Krause etwas glücklich zur frühen Führung (6.). Dafür hatte Wittig Pech, dass sein Pfostenschuss vom Hinterkopf des SVS-Torhüters Hendrik Gockel nicht über die Linie sprang (37.).

„Wir waren insgesamt stabiler“, stellte Gonschior fest. „Der Sieg ist wichtig für das Selbstvertrauen, auch wenn wir noch Luft nach oben haben.“

HSV:Tünte; El Toufaili (73. Baydoun), Jörgens, Hütten, Hollenberg (70. Höppner), Sweers, Wirtz, Weirather (83. Müller), Storm, Krause, Wittig.