2:1! SV Schermbeck siegt spät durch Nikolai Nehlson

Zunächst gescheitert, später artistisch: Dominik Milaszewski (links) bringt hier den Ball noch nicht im Tor unter. In der 77. Minute markierte der Mittelfeldspieler per Seitfallzieher das 1:1 und leitete damit die Wende ein.
Zunächst gescheitert, später artistisch: Dominik Milaszewski (links) bringt hier den Ball noch nicht im Tor unter. In der 77. Minute markierte der Mittelfeldspieler per Seitfallzieher das 1:1 und leitete damit die Wende ein.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Eine eindrucksvolle Vorstellung des Fußball-Westfalenligisten SV Schermbeck gegen den VfL Theesen, die durch Nehlsons 2:1 ihren späten Lohn erhielt.

Schermbeck..  Große Erleichterung nach dem Abpfiff beim SV Schermbeck: Der Fußball-Westfalenligist feierte gestern im Spitzenspiel gegen den Vierten VfL Theesen einen eindrucksvollen 2:1 (0:0)-Heimsieg. Damit verbesserte sich das Team von Trainer Christoph Schlebach wieder auf den zweiten Tabellenplatz, weil parallel der bisherige Zweite SC Preußen Münster II beim 1. FC Gievenbeck nicht über ein 1:1 hinausgekommen war. SVS-Stürmer Nikolai Nehlson erzielte 60 Sekunden vor dem Ende den erlösenden 2:1-Siegtreffer, nachdem das Team zuvor haufenweise gute Torchancen ausgelassen hatte.

Der SVS-Coach hatte während der 90 Minuten zuvor mehrfach ungläubig die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Allein in der ersten Halbzeit vergab Jannis Scheuch (13./23) frei vor dem Gäste-Keeper kläglich. Dominik Milaszewski (26.) scheiterte am Keeper des VfL und Nikolai Nehlson bekam nach einer Flanke von Max Bönighausen nicht genug Druck hinter seinen Kopfball (32.).

Der SVS glänzte auf dem Feld mit Spielwitz und sehenswerten Kombinationen. Allein das Tor, das erzielte er nicht. „Es wäre eine Farce gewesen, wenn wir dieses Spiel bei unseren vielen Chancen nicht gewonnen hätten“, stellte Schlebach fest. Er war nach dem Abpfiff froh, dass er über eine Szene kaum noch sprechen musste – ein aus seiner Sicht reguläres Tor in der 36. Minute.

Nach einer Ecke von Klimczok köpfte Nehlson unbedrängt ein. Selbst der Schiedsrichter deutete zunächst auf den Mittelkreis. Eine übliche Geste nach einem regulären Treffer. Doch plötzlich nahm er seinen Assistenten an der Außenlinie wahr, der wild mit seiner Fahne auf- und abgewedelt hatte. Der Unparteiische beriet sich mit ihm und erkannte das Tor kurzerhand ab. Schlebach tobte an der Seitenlinie. „Wir sollen den Torwart bedrängt haben. Aus meiner Sicht lief alles fair ab“, meinte er.

So haben sie gespielt

Nach dem Seitenwechsel änderten sich zunächst überraschend die Kräfteverhältnisse. Der Gast, der zuvor lediglich bei Ecken und Freistößen gefährlich gewesen war, gewann mehr Spielkontrolle. „In dieser Phase haben wir unerklärlicherweise zwei Gänge herausgenommen“, sagte Schlebach.

Das nutzte der VfL aus, als einmal die SVS-Abwehr nicht auf der Höhe war. Der Theesener Torjäger Thies Kambach markierte die Führung (58.). Danach fand der Gastgeber in die Spur zurück und erarbeitete sich wieder zahlreiche Chancen. Dominik Milaszewski traf nach einer Flanke von Bönighausen schließlich artistisch per Seitfallzieher zum hochverdienten 1:1 (78.). In der Schlussphase übte der SVS weiter großen Druck aus und wurde mit dem Kopfballtor von Nikolai Nehlson 60 Sekunden vor Schluss belohnt. „Wir haben den Gegner klar beherrscht. Das war eine eindrucksvolle Leistung der Mannschaft“, freute sich Schlebach, der nach dem Abpfiff tief durchatmete. Die Erleichterung war ihm deutlich anzumerken.