2:1! SV Brünen gelingt der Befreiungsschlag

In Lankern geben sich die Fußballer, hier Maxi Venhuis (l.) und Steffen Böing, derzeit eher Bandagen als „High Five“ in die Hand. Am Sonntag empfängt der Bezirksliga-Absteiger den Tabellenzweiten 1. FC Bocholt II.
In Lankern geben sich die Fußballer, hier Maxi Venhuis (l.) und Steffen Böing, derzeit eher Bandagen als „High Five“ in die Hand. Am Sonntag empfängt der Bezirksliga-Absteiger den Tabellenzweiten 1. FC Bocholt II.
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Was wir bereits wissen
Im Nachholspiel bei Rheingold Emmerich siegte Fußball-A-Ligist SV Brünen mit 2:1, Sonntag geht’s zum Derby nach Dingden. Im Topspiel erwartet GW Lankern den 1. FC Bocholt II.

Hamminkeln..  Ein „mittelgroßer Stein“ sei ihm vom Herzen gefallen. „Diesen sportlich existenziell wichtigen Erfolg hat sich die Mannschaft hart erarbeitet und verdient“, so Trainer Steffen Herden nach dem 2:1 (1:0)-Sieg des SV Brünen im Nachholspiel der Fußball-Kreisliga A beim VfB Rheingold Emmerich. Herden bescheinigte einigen Kickern, dort mehr als zehn Kilometer gelaufen zu sein. Zudem habe sich gezeigt, wie wichtig der breit aufgestellte Kader ist. „Einige Spieler sind traurig, wenn wir vollzählig sind und sie weniger zum Zuge kommen, aber wir brauchen jeden einzelnen.“

Nach einer Ecke und Kopfballverlängerung von Christian Purps brachte Torsten Bongers die Brüner in Emmerich in Führung (45.). Der SVB-Torjäger markierte auch das 2:0 (80.). In Unterzahl sorgte Rheingold mit dem 1:2 noch einmal für Spannung (87.), verließ den Platz aber mit leeren Händen und nach zwei Ampelkarten (78./90.) mit zwei Akteuren weniger.

Mit nunmehr 29 Punkten auf dem Konto gehen die Brüner von Platz zehn aus in das Gastspiel am Sonntag beim SV BW Dingden (8./34). „Wir können etwas Durchpusten, sind aber noch lange nicht durch“, warnt Herden vor Zufriedenheit nach dem ersten Sieg im achten Anlauf. „Mit einem Verein wie Dingden können wir uns nicht vergleichen, dort hängen die Trauben sehr hoch. Aber wenn wir erneut mit dieser Einstellung in das Spiel gehen und vielleicht dann zwölf Kilometer laufen, ist auch dort für uns etwas drin.“

Wieder zum Brüner Kader stößt gegen seinen Ex-Verein Oliver Kottwitz. Marcel Dahm und Tobias Bauer sind trotz Trainingsrückstandes wieder im Aufgebot. Bernd Knüfer fehlt gelbgesperrt, Jan Rother benötigt mit seinen Rückenproblemen eine Pause.

Die Dingdener Erfolgsserie der Rückrunde ist zuletzt mit dem 0:3 in Biemenhorst gerissen. „Zurecht“, wie BWD-Trainer Dirk Juch noch einmal kommentiert. Das Gefühl, dass es sich am Sonntag um ein Derby handele, hatte der Bocholter im Training nicht unbedingt. „Ich bekomme ja aber auch nicht alles mit, was die Spieler so reden. Zudem Derby hin oder her: Es geht um drei Punkte, die wir gerne in Dingden behalten und damit möglicherweise eine neue Serie starten wollen.“

Juch betont den Respekt vor dem Aufsteiger: „Brünen ist sehr kampfstark, ich erwarte ein ähnlich enges Spiel wie beim 1:1 im Hinspiel.“ Neu auf der Dingdener Ausfallliste ist Routinier Carsten Bleise, der sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat.

Mit so etwas wie einer Verletztenliste musste sich Uli Kley-Steverding lange Zeit überhaupt nicht beschäftigen. Der Bezirksliga-Absteiger GW Lankern (4. Platz/52 Punkte) konnte viele Partien mit der Mannschaft auflaufen, die eine Etage höher knapp den Klassenerhalt verpasst hatte. Doch zuletzt mussten die Grün-Weißen immer häufiger umstellen, was sich letztlich auch in einigen Punktverlusten seit der Winterpause widerspiegelt. Zum Topspiel des 26. Spieltages empfangen die Lankerner am Sonntag den Tabellenzweiten 1. FC Bocholt II (54 Punkte).

„In dieser Woche hatten wir verletzungsbedingt so wenig Leute beim Training wie noch nie in meinen vier Jahren hier“, erläutert Kley-Steverding. Er hofft, dass der ein oder andere am Sonntag wieder dabei sein kann. „Trotzdem müssen wir momentan eher kleinere Brötchen backen. In der Favoritenrolle sind wir sicherlich nicht.“

Das könnte auch am Hinspiel liegen, welches die Lankerner mit 0:3 verloren. „Bei einer Niederlage sind wir ganz oben weg vom Fenster. Die beiden Topteams haben noch ein Spiel mehr als wir und hätten dann wahrscheinlich bald neun Punkte Vorsprung. Aber so weit ist es noch nicht.“