2:1! PSV muss trotz Chancenflut um den Sieg zittern

Hatten einen eher geruhsamen Samstagnachmittag: Keeper Patrick Erhart und Björn Assfelder. Trotzdem mussten sie mit dem PSV am Ende um den Erfolg gegen den Vogelheimer SV zittern.
Hatten einen eher geruhsamen Samstagnachmittag: Keeper Patrick Erhart und Björn Assfelder. Trotzdem mussten sie mit dem PSV am Ende um den Erfolg gegen den Vogelheimer SV zittern.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Es hätte ein souveräner Sieg werden können. Doch Fußball-Landesligist PSV Lackhausen ließ beim 2:1 gegen den Vogelheimer SV beste Chancen fahrlässig liegen.

Wesel..  Erleichtert amüsiert beglückwünschten sich seine Spieler auf dem Rasen, doch der Trainer benötigte erst einmal etwas Abstand. „Eigentlich ist es eine Frechheit, dass wir dieses Spiel gewonnen haben“, schimpfte Roger Rütter. Die Freude über den so wichtigen 2:1 (1:0)-Sieg des von ihm gecoachten Fußball-Landesligisten PSV Lackhausen zu Hause gegen den Tabellenvorletzten Vogelheimer SV dürfte sich erst mit etwas Abstand einstellen.

Zu groß waren die Verzweiflung und der Ärger darüber, dass die Begegnung noch vollkommen unnötig zu einer Zitterpartie wurde. Die Anzahl der Möglichkeiten, die der PSV ungenutzt ließ, hätten eigentlich für den Rest der Rückrunde ausgereicht.

„Keine Frage, unter dem Strich zählen die Punkte und am Dienstag fragt niemand mehr nach dem Wie“, sagte Rütter. „Aber diese Chancenverwertung ist schon nicht mehr lustig, sondern unglaublich! Wir hätten den Sack früh zumachen müssen, haben wir aber nicht. So wäre das 2:2 der Gäste eigentlich noch hochverdient gewesen.“

Für den gesperrten Dario Floris hatte der PSV-Trainer Jari Ecker in die Schaltzentrale neben Matthäus Cwiek zurückbeordert, dafür durfte Necati Güclü stürmen. Und Güclü sollte auch die erste Chance bekommen (6.), scheiterte aber ebenso am Vogelheimer Keeper Rasmus wie Sebastian Eisenstein (14.). Der zum rechten Außenverteidiger umfunktionierte Christopher Abel zeigte, dass er vorne noch weiß, wie es geht. Das Energiebündel traf zum 1:0 (25.). Sechzig Sekunden später hatte Güclü das 2:0 auf dem Fuß, doch Rasmus parierte erneut.

Zur Fahrlässigkeit vor dem Kasten kam der Umstand, dass die Gastgeber unzählige Male ins Abseits rannten. „Macht doch mal die Augen auf“ schrie Rütter seine Akteure von der Seitenlinie aus an.

So haben sie gespielt

Nicht unerwähnt bleiben darf die Tatsache, dass die Weseler gegen einen Gast, für den es quasi die letzte Chance im Abstiegskampf war, lange gut verteidigten. Aber was die Platzherren vor 150 Zuschauern in Durchgang zwei an Tormöglichkeiten liegen ließen, ging nicht einmal mehr auf die berühmte „Kuhhaut“. Kaum auszudenken, hätte es Klejonkin mit einem Lupfer über den herausgeeilten Rasmus nicht wenigstens noch einmal geschafft, den Ball zum 2:0 im Tor unterzubringen (59.). Er selbst (55.) und Güclü (50.) hatten zuvor jeweils nach Querpässen von Eisenstein bereits Großchancen „versemmelt“. Der eingewechselte Hasan Hamzaoglu fügte sich nahtlos ins Bild ein (67./80.). Das Schuhmodell „Kaiser“ anstelle der „bunten Plastiktreter“ empfahl PSV-Reserve-Coach Aycin Özbek als Lösung.

Bei einem ihrer seltenen Vorstöße kamen die Gäste durch Schroven zum 1:2-Anschlusstreffer (82.) und witterten Morgenluft. Besonders durch Standards schafften sie es, den Ball immer wieder in den PSV-Sechzehner zu schlagen, allerdings kaum zu Abschlüssen zu kommen. Hinten gingen die Vogelheimer nun volles Risiko. Aber trotz der sich bietenden Räume und absoluter „Hochkaräter“ blieb es bis zum erlösenden Schlusspfiff unnötig spannend für die Platzherren.