1:0! PSV Lackhausen verlässt direkten Abstiegsplatz

Dario Floris (Mitte) verhinderte mit einem wichtigen taktischen Foul in Hälfte zwei einen potenziell gefährlichen Konter der Gäste. Rechts: Jim Grimm, links: Matthäus Cwiek.
Dario Floris (Mitte) verhinderte mit einem wichtigen taktischen Foul in Hälfte zwei einen potenziell gefährlichen Konter der Gäste. Rechts: Jim Grimm, links: Matthäus Cwiek.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Mit dem 1:0-Heimsieg über den VfB Bottop hat Fußball-Landesligist PSV Lackhausen erst einmal dem direkten Abstiegsplatz den Rücken gekehrt.

Wesel..  „1:0 gewonnen – alles andere ist mir gerade total egal“, lautete das deutliche Fazit von Roger Rütter, Trainer des Fußball-Landesligisten PSV Lackhausen, nach dem Pflichterfolg vor 180 Zuschauern zu Hause gegen den bereits abgestiegenen VfB Bottrop. Mit den drei Zählern kletterten die Grünen vom ersten Abstiegs- auf den Relegationsrang. Mehr verhinderten die doch zumindest in der Deutlichkeit verwunderlichen Erfolge der Konkurrenten gegen Teams aus dem oberen Drittel: Speldorf bezwang Rellinghausen mit 3:0, Niederwenigern besiegte Sterkrade-Nord mit 7:0.

Doch die Hansestädter haben den Ligaverbleib auch ohne die Relegation für den Fünftletzten noch auf den eigenen Füßen. Mit einem Sieg am kommenden, vorletzten Spieltag beim Vorletzten in Königshardt würde der PSV (33 Punkte) in jedem Fall auf einen Nicht-Abstiegsrang klettern, da der Duisburger SV (35) und die Sportfreunde Niederwenigern (34) gegeneinander antreten. Der VfB Speldorf (34) gastiert beim nach jetzigem Stand abgestiegenen SV Burgaltendorf (30).

„Wir hätten hier deutlicher gewinnen können, gerade in der Schlussphase hatten wir die Chancen dazu. Der Schuss hätte aber auch nach hinten losgehen können“, pustete Roger Rütter durch. In der Liga gebe es Liga weiterhin nichts geschenkt. „Das ist und bleibt so.“

Dafür sorgte am Molkereiweg der VfB Bottrop, der sich dort trotz des seit Wochen feststehenden Abstieges zu keiner Zeit auch nur ansatzweise hängen ließ und dennoch die achte (!) Niederlage mit nur einem Treffer Differenz kassierte. In den ersten 25 Minuten stellten die Gäste sogar das aktivere Team, während der PSV fast ausschließlich auf die langen Bälle des VfB reagierte.

Erst danach trauten sich auch die Weseler mehr zu, mussten aber einen psychologischen Nackenschlag hinnehmen. Necati Güclü wurde im Strafraum von VfB-Kapitän Albert umgerannt. Der PSV-Angreifer schnappte sich wie immer selbst die Kugel, scheiterte vom Elfmeterpunkt jedoch an Rinski (32.).

„Ich habe die Spieler in der Halbzeit gefragt, wovor sie Angst haben“, so Rütter über die Pause. Anscheinend ist den Grünen darauf keine gute Antwort eingefallen, weshalb sie Durchgang zwei wie entfesselt begannen. Viktor Klejonkin (46.) und Sebastian Eisenstein (47.) hatten direkt Großchancen, der PSV auf der anderen Seite aber auch Glück, als Keeper Sebastian Kaiser reaktionsstark Kapitän Björn Assfelder vor seinem zweiten Eigentor der Saison bewahrte (48.).

So haben sie gespielt

Dann die Entscheidung: Eisenstein konnte den Ball aus kurzer Distanz nicht über die Linie drücken, Güclü schaffte es mit dem zweiten Versuch (51.). Doch wirklich sicher war der „Dreier“ trotz großer Chancen nie, denn auch die Gäste besaßen noch ihre Ausgleichsmöglichkeiten.

Erwähnt werden muss nach dem erlösenden Abpfiff auch der derjenige, der die Pfeife bediente: Der überzeugende Schiedsrichter Tobias Vogel (St. Tönis) begegnete den Kickern mit Respekt auf Augenhöhe, erklärte seine Entscheidungen und gab den Spielern sogar verbale Denkzettel („Dann musst du deinen Körper richtig reinstellen!“), die auch von ihren Trainern hätten stammen können. „Man merkt, dass er selbst gespielt hat, er war der beste Mann auf dem Platz“, gratulierte auch Rütter dem Schiedsrichter-Talent zu dessen Leistung.