1:0! Necati Güclü rettet PSV vor Abstiegsrelegation

Überschäumende Freude: Torschütze Necati Güclü wird unter einer PSV-Jubeltraube begraben.
Überschäumende Freude: Torschütze Necati Güclü wird unter einer PSV-Jubeltraube begraben.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Dramatik pur: In letzter Minute erzielte Necati Güclü für den Fußball-Landesligisten PSV Lackhausen den Siegtreffer gegen Rellinghausen. Damit müssen die Weseler nicht in die Relegation.

Wesel..  Was für eine Dramatik! Mit einem sehenswerten Treffer in der 90. Minute hat Necati Güclü den PSV Lackhausen zu einem 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den ESC Rellinghausen geschossen und damit vor der Abstiegsrelegation bewahrt. Wegen dieser hätten zehn Spieler plus Trainer ihre Teilnahme an der Mannschaftsfahrt nach Bulgarien absagen müssen, so aber knallten bereits am Sonntag die Korken.

„Für mich hat das einen ähnlichen Stellenwert wie der Oberliga-Aufstieg“, resümierte ein sichtlich erleichterter Roger Rütter nach seinem letzten Auftritt als PSV-Trainer. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir diese eine gute Szene benötigen. Man hat in den Bundesliga-Relegation mit dem HSV und 1860 gesehen, wie es laufen kann. Dass wir diese Szene in der letzten Minute noch haben, zerrt natürlich extrem an den Nerven, macht aber auch den Fußball aus.“

Sein Nachfolger stand 90 Minuten als Kapitän auf dem Platz und zog sich anschließend wohl zum letzten Mal die Schuhe nach einem Meisterschaftsspiel aus. „Ich hatte 1:0 getippt und bis zum Schluss gehofft. Dieser Glaube, es noch schaffen zu können, hat diese Mannschaft immer ausgezeichnet“, so Björn Assfelder, in der kommenden Saison Coach des PSV.

Verdient haben sich die Weseler den Klassenerhalt in der Rückrunde. Mit ihren 25 Punkten dort zählen sie zu den Top-5 der Liga, selbst der Zweitbeste Sterkrade-Nord hat nur einen Punkt mehr eingefahren. Gegen Rellinghausen besaßen die Weseler viel Glück. Wer allerdings eine Einigung im Kabinengang unterstellt, gehörte nicht zu den rund 200 Zuschauern. Denn der ESC machte keine Anstalten, den Hausherren etwas zu schenken und stellte das spielerisch bessere Team. Der PSV dagegen hatte zumindest in Hälfte eins nur Fouls, lange Bälle und Zufallsprodukte im Angebot. „Die Jungs waren sehr nervös. Man muss sich auch mal klar machen, was heute auf dem Spiel stand“, verteidigte Rütter seine Elf.

Mit diesen Mitteln hätte es bei einem Rückstand wohl kaum noch gereicht, aber Sebastian Kaiser fischte einen Freistoß von Puhan aus dem Winkel (13.) und gewann das Duell gegen Putze (88.). „Schön, dass ich den Jungs noch einmal helfen konnte. Der Abschied fällt mir auch nicht leicht, weil ich hier viele Kollegen habe“, so der scheidende Keeper, der künftig im Trikot des SV Hönnepel-Niedermörmter II am Molkereiweg auftauchen könnte.

So haben sie gespielt

Dann die erlösende Szene, ein in dieser Präzision ausgeführt kaum zu verteidigender Spielzug: Flanke von Kevin Kirstein auf Viktor Klejonkin, der per Kopf in den Lauf von Necati Güclü verlängerte. Der Angreifer, der bei den letzten zwei 1:0-Erfolgen den Siegtreffer erzielt hatte, schloss direkt und unhaltbar aus 14 Metern ins lange Eck ab.

„Ich bin froh, dass ich nicht wie sonst noch überlegt habe, sonst hätte ich den Ball wahrscheinlich erst angenommen“, so Güclü, dessen Verbleib beim PSV noch nicht sicher ist. „Ich habe gesagt, dass ich bleibe, wenn keine höherklassigen Angebote kommen. Jetzt habe ich zwei“, so der 23-Jährige, mit elf Treffern erfolgreichster Saisontorschütze. „Ich muss mir das alles noch einmal überlegen. Jetzt bin ich erst einmal froh, den Jungs die Fahrt gerettet zu haben“, so Güclü, der selbst studiumsbedingt gar nicht mitfährt.