0:3! SV Schermbeck nach der Pause eiskalt erwischt

Hatte beim 1:1 im Hinspiel noch getroffen, in Paderborn ging von ihm  diesmal keine Torgefahr aus: Tim Dosedal, der es bisher auf zwölf Saisontreffer gebracht hat. Im Hintergrund: Dominik Milaszewski.
Hatte beim 1:1 im Hinspiel noch getroffen, in Paderborn ging von ihm diesmal keine Torgefahr aus: Tim Dosedal, der es bisher auf zwölf Saisontreffer gebracht hat. Im Hintergrund: Dominik Milaszewski.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Was wir bereits wissen
Der Sprung an die Tabellenspitze ist dem SV Schermbeck verwehrt geblieben. Der Fußball-Westfalenligist verlor das Spitzenspiel in Paderborn mit 0:3.

Schermbeck..  Ausgerechnet im Spitzenspiel ist die Serie gerissen. Nach drei Siegen in Folge und zehn in den letzten elf Partien musste Fußball-Westfalenligist SV Schermbeck mal wieder den Platz als Verlierer verlassen. Beim Tabellenführer SC Paderborn 07 U 23 unterlag der bisherige Tabellenzweite mit 0:3 (0:0). „Wir waren aber absolut auf Augenhöhe, brauchen uns vor Paderborn oder Münster nicht zu verstecken. So ein Spiel entscheiden Kleinigkeiten“, fasste SVS-Trainer Christoph Schlebach nach den 90 Minuten zusammen. Und diese Kleinigkeiten machten direkt mit Beginn der zweiten Halbzeit einen Strich durch die Schermbecker Rechnung.

Hasan Pepic hatte aus 22 Metern einfach mal abgezogen, der Körper von SVS-Abwehrspieler Evans Ankomah-Kissi gab dem Ball die Richtung, die ihn unhaltbar im Winkel einschlagen ließ (46.). „Das hat uns schon ein bisschen in Schockstarre versetzt“, räumte Christoph Schlebach ein. Dieser Sonntagsschuss am Samstagnachmittag verteilte die Rollen neu. Der Nachwuchs des Erstligisten bestimmte nun weitgehend das Geschehen. „Uns ist hingegen nicht mehr viel eingefallen“, sagte der SVS-Trainer, der dann den Sololauf des kurz zuvor eingewechselten Selfkan Kaynak miterleben musste. Der Paderborner zog auf der linken Seite an Jannis Scheuch und Aykut Akyildiz vorbei, umkurvte im Strafraum auch noch Ankomah-Kissi und schloss unhaltbar ab (68.). Marcel Salokat setzte per Kopf nach einem Freistoß dann den 0:3-Schlusspunkt (89.).

Ein Ergebnis, das eine Überlegenheit widerspiegelt, die es besonders im ersten Durchgang nicht gegeben hatte. „Da waren wir die bessere Mannschaft“, fand Schlebach. Tempo war im Spiel der Schermbecker, hinten ließ das Team nichts zu und drei gute Möglichkeiten sprangen ebenfalls heraus. Doch Lucas Kwiatkowski scheiterte nach einer Ecke von Marek Klimczok aus kurzer Distanz ebenso am Schlussmann der Gastgeber (5.), wie Dominik Milaszewski im Anschluss an eine Akyildiz-Flanke (26.). Die beste Chance ergab sich für den SVS kurz vor dem Pausenpfiff. Eine Klimczok-Ecke fand den Kopf von Scheuch, doch ein Akteur der Platzherren rettete für den bereits geschlagenen Keeper auf der Linie. „Wir hatten Paderborn richtig gut im Griff und hätten in Führung gehen müssen“, sagte Schlebach.

So haben sie gespielt

Mit dem Rückstand direkt nach dem Wiederanpfiff kippte die Partie dann. Bis auf eine halbe Möglichkeit durch Milaszewski (78.) erspielte sich der SVS auch keine Chancen mehr. Neun Minuten vor dem Abpfiff nahm Schlebach den müde werdenden Klimczok sowie zur Vorsicht Scheuch vom Platz, dem bei bisher vier Gelben Karten ein Spiel Sperre droht. Vor dem nächsten Spitzenspiel gegen Theesen wollte Christoph Schlebach da kein Risiko eingehen.

„Klar ist es ärgerlich, so ein Spiel zu verlieren. Aber wir haben uns überhaupt nichts vorzuwerfen“, analysierte der 46-Jährige. Schließlich sei es auch klar gewesen, dass die Serie irgendwann reißen werde und das Team eine Niederlage kassiere. „Doch es ist immer noch alles möglich“, so Schlebach. Vier Punkte beträgt nun der Rückstand auf Paderborn, zehn Begegnungen sind noch zu absolvieren.