0:1! Hamminkelner SV verliert Spiel und drei Akteure

Das fußballerische Niveau der Partie des
Das fußballerische Niveau der Partie des
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Was wir bereits wissen
Zwei Platzverweise, ein verletzter Kicker: Für den Bezirksligisten Hamminkelner SV war nicht nur die 0:1-Niederlage sehr ärgerlich.

Hamminkeln..  Null Punkte, ein Verletzter, zwei Platzverweise: Der Hamminkelner SV hat bei der 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen Olympia Bocholt mehr als nur ein unansehnliches Fußball-Bezirksliga-Spiel verloren. HSV-Torjäger Raik Wittig sah die Rote Karte wegen eines angeblichen Ellbogenschlags (64.) – eine krasse Fehlentscheidung des bis dahin aufmerksamen Schiedsrichters Sascha Radusch, der 20 Minuten später auch Hamminkelns Linksverteidiger Osama El Toufaili mit Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels vom Platz stellte. Da war der zur Halbzeit eingewechselte Andreas Buttenborg mit Verdacht auf eine Bänderverletzung im Fußgelenk schon wieder Richtung Kabine gehumpelt.

HSV-Trainer Jörg Gonschior, der sich über Wittigs Hinausstellung derart echauffierte, dass er das planlose Gekicke beider Mannschaften fortan von einem Platz hinter der Bande mit ansehen musste, hatte nach dem Abpfiff seine Fassung wieder gefunden. Sein Urteil über die Leistung des Unparteiischen fiel gleichwohl nicht milder aus: „Er hat sich durch die Bocholter Schreierei und Theatralik vollkommen verzettelt.“

Fakt war, dass die Gäste Hälfte eins durch lautstarkes Reklamieren und Härte ihren Teil zum schwachen Niveau dieses Duells beitrugen, das nach flottem Beginn stark nachließ. Radusch musste ein Foul nach dem anderen ahnden.

Fakt war aber auch, dass der HSV keine Ruhe in sein Spiel brachte. Ein Tor hätte den Grün-Weißen dabei geholfen, doch Tom Wirtz (5.) und Wittig (22.) scheiterten frei vor Olympia-Torwart Tuncay Sinan. Auch El Toufaili, der am zweiten Pfosten einen scharfen Freistoß von Hendric Storm verpasste (26.), drückte die Überlegenheit der Hamminkelner nicht aus. Die Gäste vergaben ihre größte Chance, als Niklas Hollenberg den Ball kurz vor der Linie klärte (13.).

In der Kabine sei es ein großes Thema gewesen, sich nicht weiter von der Hektik anstecken zu lassen, erzählte Gonschior. Seine Worte verhallten: Der HSV erspielte sich nach der Pause keine Tormöglichkeit mehr. „In der zweiten Halbzeit sah es so aus, als würgten zwei Absteiger herum“, stellte Gonschior fest.

So haben sie gespielt

Ähnlich grotesk wie der Kick mutete die Rote Karte gegen Wittig nach einem harmlosen Laufduell gegen Ferit Turgay an. „Das war gar nichts“, sagte der Stürmer hinterher zum ihm vorgeworfenen Ellbogenschlag. Olympia nutzte die Überzahl zum 1:0 durch Bastian Tafese, der nach einer Ecke aus dem Hintergrund traf (71.).

Aufregung gab es danach nur noch, weil der gelbvorbelastete El Toufaili rustikal in Rene Uebbing sprang und Gelb-Rot sah. Warum der Bocholter Spielertrainer nach dem Foul jedoch minutenlang sein Gesicht behandeln ließ, bleibt sein Geheimnis.

Während die Gäste über drei Punkte jubelten, ärgerte sich Gonschior mehr über die Konsequenzen des Nachmittags: „Viel bitterer als die Niederlage ist der Ausfall von drei Spielern.“