Wessel: „Habe an Rücktritt gedacht“

Gibt weiter in Allagen die Richtung vor: Sebastian Wessel.
Gibt weiter in Allagen die Richtung vor: Sebastian Wessel.
Foto: WP

Allagen..  Rechtzeitig vor dem Derby klart der Himmel über dem Allagener Waldstadion auf. Wo es in den vergangenen Wochen eisig und stürmisch war, blinzelt nun die Sonne hervor. Auch Trainer Sebastian Wessel ist im Gespräch mit unserer Sportredaktion die Erleichterung anzumerken.


Sebastian Wessel steht im Tor, und schon kommt der Erfolg zurück. Hat es nur an Ihnen gelegen?
Wessel (lacht): Nein, mit mir hatte das nichts zu tun. Die Mannschaft hat einfach gut gespielt und das umgesetzt, was wir im Vorfeld besprochen haben. Wir haben defensiv gut gestanden, die Räume schön eng gemacht und vorne unsere Chancen genutzt. Im gesamten Spiel hatte die Mannschaft vielleicht sieben oder acht Torchancen, davon hat sie fünf genutzt. Das haben wir in den letzten Wochen nicht geschafft.


Vor dem Spiel haben Sie gesagt, dass mit einem Sieg die Negativserie nicht vergessen gemacht werden kann. Wie sehen Sie es nach dem Spiel?
Natürlich kann man nicht vergessen, was gewesen ist. Aber das positive Erlebnis vor dem Derby war schon wichtig. Auch, wenn es sportlich um nichts mehr geht, sind die Jungs heiß auf das Derby. Mir ist es im Grunde egal, ob wir am Saisonende vor oder hinter Warstein stehen, hoffe aber, dass wir jetzt noch einmal die Kurve bekommen. Für Sonntag wünsche ich mir noch einmal eine große Kulisse am Herrenberg, dass haben sich beide Mannschaften verdient, und dann macht es auch noch einmal mehr Spaß. Das Spiel wird noch einmal ein richtiger Leckerbissen. Ich erwarte eine offene Partie, die jeder gewinnen kann.

Vor der Saison war das Ziel des TuS GW Allagen, unter den ersten Fünf zu stehen, jetzt haben Sie mit Ach und Krach den Klassenerhalt geschafft. Haben Sie Ihre Mannschaft überschätzt?

Sagen wir mal so: Ich habe mich von der Rückrunde der letzten Saison blenden lassen. Da hatte die Mannschaft einen Lauf. Wenn wir diese Saison wieder so einen Lauf bekommen hätten, dann wäre es vielleicht möglich gewesen. Man sieht es ja an Birkelbach, die haben es in der Hinrunde vorgemacht. In der Rückserie waren sie nur vier Punkte besser als wir. Vor der Saison haben wir im Mannschaftskreis über die Zielsetzung gesprochen, da waren sich alle einig, dass wir es versuchen wollen, da oben anzugreifen. Aber diese Erwartung kam einfach zu hoch gegriffen. Im Endeffekt müssen wir froh sein, dass wir in Allagen weiter Bezirksliga spielen können. Angesichts der Mittel, die wir haben, ist das auch schon ein großer Erfolg.


Aber Hand aufs Herz: Nach den Negativerlebnissen der letzten Wochen müssen Sie doch auch einmal an einen Rücktritt gedacht haben?
Na klar, das gebe ich auch offen zu, diese Gedanken waren schon da. Ich wäre ja auch ein schlechter Trainer, wenn ich das nicht tun würde. Schließlich stelle ich die Mannschaft auf, die diesen negativen Lauf hatte. Da kommt man schon ins Grübeln, ob man noch der richtige Mann ist. Aber das ist kein Thema mehr. Der Verein möchte mit Elmar und mir weiterarbeiten und wir haben unsere Zusage gegeben. Es spricht also nichts dagegen, in Allagen zu bleiben.