Warstein legt nach 3:0-Führung Schongang ein

Eingewechselt in der 68. Minute: Warsteins Lukas Mertin (Bildmitte).
Eingewechselt in der 68. Minute: Warsteins Lukas Mertin (Bildmitte).
Foto: WP

Warstein..  45 starke Minuten reichten dem Fußball-Bezirksligisten TuS Warstein, um den FC Nuhnetal, Mitkonkurrent im Abstiegskampf, in die Knie zu zwingen und sich ein beruhigendes Acht-Punkte-Polster auf die Gäste zu verschaffen. Mit 3:1 (3:0) hatte die Wennemann-Elf am Ende klar die Nase vorn.

Es liefen bereits die letzten fünf Minuten auf dem sonnenüberfluteten Herrenberg, die Gastgeber hatten im Gefühl des sicheren Sieges längst den Schongang eingelegt, da kam von Stadionsprecher Andreas Wiemar die Durchsage der Allagener Niederlage in Brilon – und ein Raunen ging durch die spärlich besetzten Zuschauertribünen. „Vielleicht kriegen wir Allagen ja doch noch“, sagte TuS-Coach Marco Wennemann mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht. Nach dieser Konstellation hatte es zur Winterpause beileibe nicht ausgesehen. Noch liegen Warsteins Balltreter allerdings in der Tabelle drei Punkte hinter dem Widersacher aus dem Stadtgebiet zurück. Noch.

Dass sich Dinge im Fußball ganz schnell ändern können, wurde auch gestern wieder deutlich. Warstein spielte eine überzeugende erste Hälfte gegen die in diesem Jahr weiter punktlosen Gäste vom FC Nuhnetal, hätte nach Toren von Zein Al Dine (2) und Mijac leicht und locker höher als 3:0 führen können zur Pause. Nach dem Seitenwechsel stellte sich im Spiel der Gastgeber dann „Bruder Leichtfuß“ ein. Plötzlich war es Schwarz-Gelb (Nuhnetals Trikotfarbe), dass den Ton angab und die Warsteiner von einer Verlegenheit in die nächste stürzte.

„Nach der Pause haben wir das Fußballspielen komplett eingestellt. Diesen Vorwurf muss sich meine Mannschaft gefallen lassen“, ärgerte sich Warsteins Trainer Marco Wennemann über die vielen Unzulänglichkeiten im Spiel seiner Elf in den zweiten 45 Minuten.

Dabei hatte alles doch so wunderbar begonnen für die Platzherren. In der 30. Minute war es Ahmed Zein Al Dine, der die TuS-Führung erzielte. Fünf Minuten später legte Sturmpartner Gordan Mijac – nach herrlichem Zein Al Dine-Zuspiel – das 2:0 nach. Wiederum nur vier Minuten später fiel Treffer Nummer drei am Herrenberg. Janis Spinler foulte ungeschickt im eigenen Strafraum Warsteins Armando Castiglione, dem sicheren Schiedsrichter Marcel Kowatsch (Paderborn) blieb nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Ahmed Zein Al Dine ließ sich diese Chance nicht nehmen und verwandelte zur 3:0-Führung. Der Drops schien gelutscht. Doch Nuhnetal kam wie verwandelt aus der Kabine, Warstein nahm nun mehr und mehr den Fuß vom Gaspedal und doch noch einmal in Bedrängnis. Spätestens nach dem Anschlusstreffer des eingewechselten Lukas Guntermann (67.) war es wieder eine absolut offene Partie. Mit einem sensationellen Reflex nach Heber von Marius Guntermann aus gut 25 Metern verhinderte Warsteins Schlussmann Alexander Fegler das fast sichere 2:3 (73.). Wer weiß, wie die Partie weitergelaufen wäre, hätte dieser Kunstschuss gesessen...

Warsteins Trainer Marco Wennemann: „So in Bedrängnis darfst du nicht mehr kommen, gerade nicht nach einer 3:0-Führung.“

Wennemanns Gegenüber, Arno Deimel, kritisierte seine Mannschaft für die Leistung in den ersten 45 Minuten: „Das war komplett enttäuschend, was wir da abgeliefert haben. So geht es im Abstiegskampf einfach nicht. Nach der Pause haben die Jungs gezeigt, was sie drauf haben. Doch leider kam die Aufholjagd zu spät.“