Vor 25 Jahren begann der Höhenflug von SW Suttrop

Aufstiegsmannschaft Schwarz- Weiß Suttrop 1990
Aufstiegsmannschaft Schwarz- Weiß Suttrop 1990
Foto: WP

Suttrop..  Vor 25 Jahren war SW Suttrop auf dem Weg, die Vormachtstellung im Stadtgebiet an sich zu reißen. Mit dem Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga 1990 wurde die Grundlage für die triumphalen Zeiten in der Landesliga gelegt. 17 Jahre sollte diese Ära dauern – und dann äußerst tragisch enden. Ein Rückblick auf ein Stück heimische Sportgeschichte.

Es war im Jahr 1987, als der Suttroper Unternehmer Franz Bültmann, genannt „Männi“, von der Idee gefesselt wurde, seinen Heimatverein zur Nummer eins im Stadtgebiet zu machen. Schluss sollte sein mit den Zeiten in der Kreisliga A und dem neidischen Blick rüber zu den Nachbarn aus Warstein und Belecke, die ständig überkreislichen Fußball anboten. So beschloss Bültmann den Verein als Mäzen zu unterstützen und die Mannschaft so zu verstärken, dass die erfolgreichen Nachbarn überflügelt würden. „Wir haben immer auf unterem Niveau Fußball gespielt, Männi wollte das ändern“, erinnert sich Siegfried Ehling, seit 1996 Vorsitzender von Schwarz-Weiß.

Ziel war die Landesliga

Auf einer Mannschaftsfahrt mit dem SV Brilon sprach Bültmann einige der Spieler an und überzeugte sie von einem Wechsel ins Hardtstadion. Zunächst musste man 1989 noch dem TuS Warstein den Vortritt beim Aufstieg lassen, doch ein Jahr später klappte es: Nach einem 9:2-Erfolg in Oestereiden stieg die Mannschaft in die Bezirksliga auf. Trainer war Lothar Senk, die Leistungsträger hießen Dietmar „Flippo“ Aniol, sowie Andreas „Andy“ Senk. „Andy war ein unglaublicher Torjäger. Der hat uns fast im Alleingang hoch geschossen“, schwärmt Ehling noch heute von den Qualitäten des Stürmers.

Doch die Bezirksliga sollte nur Zwischenstation für die Schwarz- Weißen sein. Der Durchmarsch in die Landesliga war das erklärte Ziel. Im ersten Jahr wurde dies knapp verpasst. In der zweiten Saison lieferte man sich ein erbittertes Duell gegen den Lokalrivalen TuS Warstein, das in einem Rekordspiel am Herrenberg gipfelte. Am 17. November 1991 passierten mehr als 2200 Zuschauer das Kassenhäuschen, um sich das Topspiel der beiden Kontrahenten anzusehen. Suttrop gewann nach Toren von Juckenhöfel und Coerdt mit 2:0 und stieg am Saisonende in die Landesliga auf.

Es lief rund, vor allem dank der Unterstützung von „Männi“ Bültmann. „Männi hat die Spieler damals in seiner Firma angestellt. Dadurch wurde unsere Vereinskasse nicht belastet. Die Einnahmen damals waren durch Zuschauer und Werbebanden enorm“, weiß Ehling. Auch der Abstieg aus der Landesliga 1996 schmiss die Suttroper nicht zurück. Ein Jahr später ging es zurück, und dieses Mal sollte es für längere Zeit sein.

Fusion mit Warstein gescheitert

Suttrop war zu diesem Zeitpunkt die deutliche Nummer eins. Doch man dachte damals schon einen Schritt weiter. Eine Spielgemeinschaft mit dem einstigen Erzrivalen TuS Warstein sollte gegründet werden, um weiterhin zu gewährleisten, dass hochklassiger Fußball im Stadtgebiet gezeigt werden könne. „Wir waren uns nach vielen Gesprächen endlich einig geworden. Der TuS Warstein schickte damals Wolfgang Habich als Bevollmächtigten, um die Gespräche mit uns zu führen“, blickt Siegfried Ehling, der für die Suttroper damals am Verhandlungstisch saß, zurück. Es kam zum Durchbruch, die Gründung der SG Warstein/Suttrop war beschlossen. Auf einer Pressekonferenz stellten die Verantwortlichen das Konzept vor. Alles schien in trockenen Tüchern. Schien, denn als Siegfried Ehling von der PK nach Hause kam, fand er einen Umschlag in seinem Briefkasten vor. In einem Schreiben teilte der damalige Vorsitzende des TuS Warstein, Helmut Gödde, Ehling mit, dass Wolfgang Habich keinerlei Entscheidungskompetenz besessen hätte und es nicht zu einer Fusion kommen würde. „Man muss sich mal überlegen, was wir damals für ein Potenzial gehabt hätten. Wir spielten in der Landesliga, Warstein in der Bezirksliga. Die Warsteiner Reserve in der A-Kreisliga, unsere zweite Mannschaft in der Kreisliga B“, erinnert sich Ehling heute. Doch aus der Fußball-Hochburg wurde nichts. So ging man in Suttrop alleine weiter durch die Landesliga.

Finanzielle Probleme

Das Märchen ging so lange gut, bis Mäzen Bültmann selbst in finanzielle Probleme geriet. „Die Geschäfte seiner Firma liefen nicht mehr gut“, erklärt Ehling. Darunter mussten auch die Suttroper Fußballer leiden. Als die teuren auswärtigen Spieler gingen, blieb ein Scherbenhaufen zurück. „Die Leute bleiben nicht ohne Geld. Das ist bei anderen Vereinen so, und das war auch in Suttrop so. Wir hatten keine anderen Sponsoren, die die Kosten übernommen hätten“, betont Ehling. So wurden die Suttroper auf die brutalstmögliche Art und Weise auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Es stimmte innerhalb der Mannschaft nicht mehr. Die Spieler waren teilweise zerstritten oder nutzten bereits jede Gelegenheit, um den Verein schnellstmöglich zu verlassen. Es entstand eine Abwärtsspirale, die nicht mehr aufzuhalten war. 2007 stiegen die Schwarz-Weißen aus der Landesliga ab. Was folgte, hat es so in der heimischen Sportszene nicht noch einmal gegeben. Ein Jahr später stieg man mit nur 13 Punkten aus der Bezirksliga ab. Ein Jahr später waren es immerhin 21 Punkte, doch auch diese Ausbeute bedeutete den letzten Platz und den Abstieg aus der Kreisliga A. Erst in der Kreisliga B wurde der freie Fall gestoppt und mit Trainer Thorsten Arnskötter ein Neubeginn gestartet. Es gelang der direkte Wiederaufstieg in die A-Kreisliga. 2014 folgte wieder der Abstieg in die Kreisliga B.

Die fetten Jahre sind in Suttrop vorbei, doch die Erinnerungen bleiben weiterhin lebendig.