Viktoria Hellweg will Talenten eine Heimat geben

Der Vorstand des neuen Vereins.
Der Vorstand des neuen Vereins.
Foto: Christian Tusch
Was wir bereits wissen
Der Ärger vieler Vereine ist groß, wenn erfolgreiche Clubs ihnen die Talente wegschnappen. Mit dem neuen Verein Viktoria Hellweg, soll diesen Talenten heimatnah ein professionelles Umfeld gegeben werden, um der Region weiterhin die Treue zu halten. Einen prominenten Fürsprecher haben die Verantwortlichen schon.

Soest..  Seit Montagabend ist die Fußballszene im Kreis Soest um einen Verein angewachsen. An diesem Abend erblickte der 1. Jugendfußball- Leistungsverein Viktoria Hellweg das Licht der Welt. Unter dem Banner dieses Vereins sollen zukünftig die Top-Talente des Kreises gefordert und gefördert werden. In erster Linie, um zu verhindern, dass regelmäßig die besten Spieler des Kreises von auswärtigen Vereinen abgeworben werden, die eine bessere Perspektive bieten. Die wichtigsten Fragen rund um den neuen Verein und die dazugehörigen Antworten:

Welche Ziele verfolgt der Verein?

Der Leistungsgedanke spiegelt sich nicht nur im Vereinsnamen wider, sondern er ist zugleich auch das besondere Anliegen der „Gründungsväter“, die den Verein aus der Taufe hoben. „Ich möchte etwas in die Heimat zurückgeben“, drückte Arminia Bielefeld-Profi Sebastian Hille bei der Gründungsversammlung stellvertretend für alle Anwesenden aus, was den Kern der Motivation für die Förderung des Jugendsports im Altkreis Soest bildet.

Wer sind die Verantwortlichen?

Die „Gründungsväter“ haben in der Vergangenheit Erfahrungen in anderen Fußballvereinen gesammelt und wollen diesmal einiges anders machen. „Der Fokus liegt ganz klar auf der Förderung des Jugendbereichs mit ausreichend personellen und finanziellen Mitteln“, erklärt der Gründungsvorsitzende Torben Althüser den Vereinszweck. Trotz entsprechenden Willens zu guter Jugendarbeit stehe bei anderen Vereinen nämlich häufig dann doch der Seniorenbereich im Vordergrund.

Wie wird der Verein finanziert?

Als Hauptsponsor des neu gegründeten Leistungsvereins soll die Reinhard-Adolph-Stiftung aus Bad Sassendorf den finanziellen Grundstein für einen professionellen Spielbetrieb legen. Symbolträchtig fand daher die Vereinsgründung am Geburtstag des Namensgebers der Stiftung statt.

Wann wird es erste Spiele geben?

Der Aufbau des Vereins liegt auf den Schultern des gewählten Gründungsvorstands, dem neben dem Vorsitzenden Torben Althüser noch Hermann-Josef Paulus, Sebastian Hille, Björn Mauersberger, Gerd Bartsch und Christian Tusch angehören. „Wir führen derzeit die notwendigen Gespräche zum Aufbau des Spielbetriebs“, erklärt Hermann-Josef Paulus als sportlicher Leiter die vordringlichsten Aufgaben der kommenden Monate. Gestartet werden soll voraussichtlich im D- und E-Jugend-Bereich. Einen Vorgeschmack auf das künftige Geschehen bot bereits das lila-weiße Vereinstrikot, das auf der Gründungsversammlung präsentiert wurde und einen hohen Wiedererkennungswert verspricht.

Was halten die anderen Vereine von der Idee?

Der JLV will sich dezidiert als Bereicherung und nicht als Konkurrenz zu bestehenden Fußballvereinen verstanden wissen. In der Vergangenheit war es aus Sicht der JLV-Verantwortlichen nämlich häufig so, dass talentierte Nachwuchsspieler nach Neheim, Rhynern, Menden oder Ahlen abgewandert sind. Dazu ist freilich noch viel Überzeugungsarbeit in der bestehenden Sportszene notwendig. Ende Februar wollen die JLV-Verantwortlichen mit den heimischen Fußballvereinen hierzu ins Gespräch kommen.

Wo soll der Verein beheimatet sein?
Der Vorstand ist derzeit in Gesprächen mit den verschiedenen Städten undGemeinden. Gespielt wird irgendwo an der B1 - von Werl bis Geseke ist allesmöglich. Favorisiert wird aber eine zentrale Lage in Soest oder Bad Sassendorf.

Welcher Anreiz soll den Jugendlichen geboten werden, wenn sie in der Region bleiben?
Die Kinder erhalten 3 Trainingseinheiten und eine zusätzliche Einheit Physiotraining, um die Belastung nicht zu einseitig werden zu lassen. Die Kinder werden komplett ausgerüstet mit Trainingshemden, Bällen, Taschen, Trainingsanzügen etc.. Sowohl zum Training als auch zum Spiel laufen alle einheitlich auf. Ein weiterer Anreiz liegt in der kurzen Anfahrtstrecke für die Eltern. Später ist auch mal ein Fahrdienst angedacht.

Sind Kooperationen mit höherklassigen Vereinen geplant, um Talente zu vermitteln?
Diese Option wollen sich die Verantwortlichen offen halten. Seiten offen halten. Zum jetzigen Zeitpunkt sind jedoch keine Kooperation angedacht.

Wird es auch eine Seniorenabteilung geben oder konzentriert man sich völlig auf den Jugendbereich?
Pressesprecher Christian Tusch erklärt: „Wir wollen grundsätzlich nur Kinder und Jugendliche ausbilden. Das Gesetz begrenzt hier aber bis zur U23. Daher könnte es sein, wenn die A-Junioren weiter für uns spielen möchten, dass wir die Spieler weitere 4 Jahre in einer U21 und U23 ausbilden werden.“

Wo gibt es Informationen?

Für Informationen zum Spielbetrieb und als Kontakt für interessierte Eltern und Kinder ist Hermann-Josef Paulus unter hjp@gmx.net als Ansprechpartner zu erreichen.