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VfS Warstein deklassiert TVA mit 34:24

01.05.2011 | 14:24 Uhr
VfS Warstein deklassiert TVA mit 34:24

Warstein/Arnsberg. Solche Derby-Siege schmecken besonders süß: Der VfS Warstein hat den TV Arnsberg im Sauerland-Derby der Handball-Landesliga mit 34:24 (19:13) deklassiert. "Wunderbar", schwärmte VfS-Trainer Heinz Thomanek.

Handball-Landesliga 4: VfS Warstein - TV Arnsberg 34:24 (19:13). Oh wie ist das schön: Den VfS-Handballern ist die Revanche für die Hinspiel-Niederlage auf eindrucksvolle Art gelungen. Mitte der ersten Halbzeit legten sie im Sauerland-Derby den Grundstein für einen fantastischen Sieg gegen den Erzrivalen. Beim Stande von 10:8 setzten sich die Gastgeber - jeweils durch drei Treffer von Boban Ristovic und Lars Schorlemer - auf 16:8 ab. "Das war die Vorentscheidung", wusste zu diesem Zeitpunkt schon Warsteins Vorstandsmitglied und Zeitnehmer Andreas Kückmann.

Die Arnsberger führten in der Anfangsphase nur einmal während der gesamten Partie - mit 3:2. Bis zum 4:4 und 10:8 hielten sie die Partie offen, dann baute der TVA wie schon so oft in dieser Saison auf fremden Parkett total ab. 19:13 lautete der deutliche Zwischenstand zur Pause. Über 24:15 und 30:20 fuhr Warstein zwei verdiente Punkte auf dem Weg zur Vizemeisterschaft ein. In lautstarker Hochform waren nur die Arnsberger Fans. Sie sangen: "Heimspiel in Warstein und Keine Stimmung, keine Hoffnung VfS." Alles nur Fassade. Denn: Sportlich hatte der VfS das Derby vor über 300 Zuschauern fest im Griff.

Lars Schorlemer verliert Schneidezahn

Lars Schorlemer markierte 12 Treffer für den VfS, dann verlor er ein Stück von seinem Schneidezahn.

Daran änderte auch der kuriose Ausfall von Warsteins Spielmacher Lars Schorlemer nichts. Der Top-Goalgetter der Landesliga verlor sieben Minuten nach dem Seitenwechsel im Zweikampf mit TVA-Kapitän Jan Klute ein Stück vom Schneidezahn. "Irgendwer ist auf mich drauf gefallen, da war es passiert", machte das Multitalent später keinem Arnsberger einen Vorwurf. 24:16 führte Warstein zu diesem Zeitpunkt. Die Hälfte der Treffer bis dahin hatte Lars Schorlemer erzielt.

Glückliche Fügung: Vater Michael (künftiger VfS-Trainer in der neuen Saison) stand auf der Tribüne, nahm seinen Sohn gleich mit in die eigene Zahnarztpraxis und klebte das abgebrochene Zahnstück wieder an. Zur Jubelfeier waren beide wieder rechtzeitig in der Halle. Michael Schorlemer: "Ich habe ihm schon oft geraten, einen Zahnschutz beim Spiel zu tragen. Jetzt will es Lars in Zukunft machen, weil er gespürt hat, wie wichtig der ist."

Quitschfidel (mit zwei kompletten Schneidezähnen) feierten Lars Schorlemer und Co. einen der höchsten Siege in der Derby-Geschichte. Die Arnsberger Spieler schlichen mit hängenden Köpfen vom Feld. Als besonders bitter empfand Urgestein Ingo Willeke die Pleite in seinem definitiv letzten Derby-Auftritt: "Das tut weh. Mein letztes Derby hatte ich mir anders vorgestellt." VfS-Oldie Zoran Kaseric - genauso lange dabei wie Willeke . genoss sein wohl auch letztes Sauerland-Derby dagegen in vollen Zügen. Der Tanz in den Mai vor der Dreifachsporthalle dauerte nach der Jubelarie bis in die Nacht.

Thomanek lobt Leistung von Jostes

Sein letztes Derby: Heinz Thomanek freute sich über einen "wunderbaren Sieg.". Foto: Georg: Giannakis

"Wunderbar. Es war ein richtig gutes Spiel meiner Jungs", kommentierte der scheidende VfS-Coach Heinz Thomanek sein 14. und finales Derby gegen den TVA. Der Soester wird sich neben der dritten Vizemeisterschaft mit einer positiven Bilanz in den Sauerland-Duellen (7 Siege, 2 Unentschieden und 5 Niederlagen) vom VfS Warstein verabschieden. Thomanek lobte vorallem die Topleistung von Torwart Markus Jostes (geht ebenfalls am Saison-Ende): "Markus hat sich im Laufe des Spiels gesteigert. Das war ein wichtiger Faktor. Und Lars Schorlemer hatte einen Sahnentag."

Kollege Rolf Grote schmollte nur kurzweilig nach dem Dämpfer im Prestigefight: "Es hat schon brisantere Derbys gegeben. Bei uns ist vom Tabellenstand her einfach die Luft raus. Wir haben gefühlte 60 Angriffe nicht konsequent genutzt." Klar sei ihm und seinen Jungs: "Ergebnisse wie diese  lügen nicht. Wir wollten mehr zeigen und hatten uns nochmal gut motiviert. Aber: Reden ist das eine, Umsetzen das andere."

Video
Die Beine waren schwer: Der TVA unterlag klar beim Handball-Derby in Warstein. Video: Hartwig Sellmann

Grote blickt schon auf neue Saison

In der kommenden Saison kündigt der Teamchef einen radikalen personellen Schnitt an. Neben Ingo Willeke machen David Capristo, Frederik Heine und Towart Holger Rüther definitiv Platz für die sportliche Justierung des Landesliga-Kaders. Grote: "Wir werden blutjunge Spieler aufbauen. Nächstes Jahr hat der TVA dann definitiv die jüngste Mannschaft aller Zeiten, die an den Start gehen wird." Mit vier A-Jugendlichen und einem 18-jährigen Talent aus Sundern will Arnsbergs Teamchef die Lücken schließen. Rolf Grote selbst befristet sein Trainerengagment von Jahr zu Jahr. Einen Rentenvertrag nach acht Jahren auf der Arnsberger Trainerbank peile er nicht an. "Solange wie es Spaß macht, mache ich beim TVA weiter. Wir haben jetzt wieder einen Umbruch vor uns. Das ist nun meine vornehmliche Aufgabe."

Grunwald plant Comeback in Warstein

Auch die Warsteiner planen schon für 2011/2012. Eine Alternative für Keeper Markus Jostes, der für ein Jahr mit Thomanek-Sohn Nico (Spieler beim Soester TV II) privat nach Australien "auswandert", hat der VfS bereits im Auge. Den Namen möchte Neu-Coach Michael Schorlemer noch nicht nennen. Nur soviel scheint bekannt: Der Schlussmann wohnt in Meschede und soll früher bei der HSG Wetter-Grundschöttel in der Handball-Landesliga 4 im Kasten gestanden  haben.

VfS düpiert TVA

Außerdem bemüht sich der VfS um die Rückkehr von Thorsten ("Toto") Grunwald. Der 28-Jährige spielt augenblicklich noch für den TV Gadderbaum (zusammen mit dem Ex-Warsteiner Sascha Janiuk) in der Bezirksliga. Grunwald bestätigte gegenüber DerWesten: "Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit dem neuen Trainer. Mich reizt es, nächste Saison wieder für den VfS zu spielen."

Teams und Tore

VfS: Jostes (1. – 55.) / Hölter (56. – 60.) im Tor; Ristovic (6), Gericke (2), Sobkowiak (2), Mues (4), Furmaniak (2), Schorlemer (12/2), Sellmann, Bittern (5/2), Cramer, Clewing (1), Kaseric, Kanning.

TVA: Ehrensperger (1. – 19.) und Rüther (20. – 60.) im Tor; Klute (4), Willeke, Grote, von Künßberg (1), Alkan (1), Jürgensmeier, Capristo (2), Heine (3), Stratenschulte (8/6), Erpelding (1), Berghoff (4), Bartenstein.

Schiedsrichter: Blömel/Schlesinger (SG Schalksmühle/Halver). - Zuschauer: 300. - Spielfilm: 2:3, 4:4, 10:8, 16:8, 19:13, 24:15, 30:20. - Zeitsrafen: VfS 2, TVA 2 - Siebenmeter: VfS 4/4, TVA 6/6.

 

Hartwig Sellmann

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