TuS Warstein macht das Spiel, SV Dorlar schießt die Tore

Enttäuscht: Ardion Maliqi.
Enttäuscht: Ardion Maliqi.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Verkehrte Welt in Dorlar: Trotz einer engagierten Leistung muss der TuS Warstein den Platz beim Gastspiel in Dorlar als Verlierer verlassen. Für Unverständnis sorgt außerdem eine alt bekannte Personalie.

Dorlar..  Fußball ist schon einmal ein ungerechter Sport. Am Ende gewinnt die Mannschaft, die mehr Tore als der Gegner geschossen hat. Doch nicht immer spiegelt ein Ergebnis auch den Spielverlauf wider. So ergangen ist es dem Bezirksligisten TuS Warstein bei der 1:4 (0:2)- Niederlage beim SV Dorlar-Sellinghausen.

Enttäuscht sacken die Spieler am Spielende zusammen. Betreuer Michael „Mik“ Hense, ansonsten als Frohnatur bekannt, fasst sich auf der Ersatzbank entgeistert an den Kopf. Trainer Marco Wennemann sucht Heil in einem tiefen Zug an der Zigarette. Die Reaktionen verdeutlichen, wie schmerzhaft die Niederlage für Mannschaft und Verantwortliche ist. Als sich der erste Frust verzogen hat, bringt Marco Wennemann den Spielverlauf auf einen Punkt: „Heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen“, sagt der Warsteiner und fasst die 90 Minuten damit bestens zusammen.

Ballsicher und spielfreudig präsentiert sich der TuS Warstein beim Aufsteiger aus Dorlar, der aufgrund eines beispiellosen Verletzungspechs trotz enormer Qualität im Kader, in den Tabellenkeller gerutscht ist und nun um den Ligaerhalt bangt. Doch aus dieser optischen Überlegenheit schlugen die Gäste kein Kapital. Bis zum Strafraum sah das alles nett aus, doch danach wurde der richtige Zeitpunkt zum Abschluss verpasst. „Wir haben zu selten den Abschluss gesucht. Jeder wollte es besonders schön machen und den Ball in den Winkel hauen, statt einfach das Netz zappeln zu lassen“, kritisierte Wennemann den übertriebenen Spieltrieb seiner Mannschaft. Wie das ganze effektiver funktioniert zeigt Dorlar. Jannik Menke verliert am Dorlarer Strafraum den Ball, die Hausherren schalten blitzschnell um, ein Doppelpass zwischen Sebastian Schauerte und Oguz Cavusoglu hebelt die komplette Warsteiner Verteidigung aus, Cavusoglu steht frei vor TuS- Torhüter Alex Fegler und trifft nach 16 Minuten zum 1:0. Nun wurde das Warsteiner Spiel lethargischer und nahm an Präzision ab. Da auch die Gastgeber sich nun auf ihre Stärke, das Kontern, besannen, kam selten Torgefahr auf. Aber wenn, dann war der Ball auch direkt drin. Wie in der 37. Minute, als Sebastian Schauerte eine Flanke per Kopf zum 2:0 einnickt. Wieder stand die Warsteiner Abwehr viel zu weit von Schauerte weg.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Wechsel. Dominik Schwudke musste das Feld mit einer Prellung verlassen. Der Mescheder landete nach 15 Minuten unsanft in einer Bande und zog sich eine Prellung zu, die eine Auswechselung unumgänglich machte. Für ihn kam Lukas Mertin in die Partie und das Warsteiner Spiel nahm wieder Fahrt auf. Ardion Maliqi, André de Luca und der später eingewechselte Björn Rathke vergaben weiter beste Torchancen, während Dorlar sich weiterhin darauf konzentrierte, den Ball zu erobern und schnell nach vorne zu spielen. Mit Erfolg. In der 68. Minute rutscht Marcel Raulf vor dem eigenen Strafraum aus und kann einen Pass auf Sebastian Schauerte nicht verhindern. Wieder geht ein SV- Spieler völlig alleine auf Alex Fegler zu und trifft zum 3:0 aus Sicht der Hausherren. Als Christian Barkschat mit einem Schuss aus 16 Metern zwei Minuten später auf 1:3 verkürzt, keimt noch einmal Hoffnung auf. Doch die Warsteiner wurden wieder eiskalt erwischt, als der überragende Sebastian Schauerte mit einem Schuss den Innenpfosten trifft, der Abpraller vor den Füßen von Markus Nagel landet und der Stürmer seinen Namen alle Ehre macht und die Kugel mit voller Wucht zum 4:1-Endstand ins Tor hämmert.

„Wir haben unsere Chancen nicht gemacht, Dorlar schießt viermal aufs Tor und trifft viermal. Die Chancenverwertung war unser einziges Manko heute. Dazu kommen noch ein paar Stellungsfehler in der Abwehr. Aber wir haben heute erstmals in dieser Konstellation zusammengespielt“, resümierte Marco Wennemann enttäuscht. Ohne Gordan Mijac, der laut offiziellen Angaben gestern mit Kniebeschwerden fehlte, ließen es die Warsteiner Durchschlagskraft vermissen. „Zu dem Thema möchte ich nichts sagen“, kommentierte Wennemann den Ausfall seines Top-Stürmers und fügte mit bissiger Ironie an: „Wenn er sich mit Kniebeschwerden abmeldet, dann muss ich das als Trainer hinnehmen.“

Ob Gordan Mijac diese Saison noch einmal für den TuS Warstein auflaufen wird? Wennemann: „Das wird man sehen. Wenn er da ist, wird er mit Sicherheit auch noch spielen.“