TuS GW Allagen mit unterirdischer Leistung in Birkelbach

Robin Liebig streckt sich vergeblich: Gegen Birkelbach kassieren die Grün- Weißen eine weitere hohe Niederlage.
Robin Liebig streckt sich vergeblich: Gegen Birkelbach kassieren die Grün- Weißen eine weitere hohe Niederlage.
Foto: Kehrle
Was wir bereits wissen
Nicht nur dem Trainer Sebastian Wessel vergeht langsam die Lust auf Fußball. Auch seine Mannschaft scheint die Saison schon abgehakt zu haben. Anders ist die Leistung beim 1:6 in Birkelbach nicht mehr zu erklären.

Birkelbach..  Desaströs bleiben die Auftritte des Fußball- Bezirksligisten TuS GW Allagen auf fremden Plätzen. Nach dem 1:7 beim SV Brilon vor zwei Wochen, folgte gestern ein 1:6 (0:6)- Debakel bei den Sportfreunden aus Birkelbach.

Selten fehlen dem Allagener Trainer Sebastian Wessel die Worte. Doch in Anbetracht der ersten 45 Minuten lag die Eloquenz brach. Als sich der 32-Jährige wieder gefangen hatte, fiel sein Fazit zunächst sarkastisch aus: „Die zweite Halbzeit haben wir gewonnen“, frotzelte Wessel, der sich den Auftritt seiner Mannschaft einmal mehr nicht erklären konnte.

Wieder lief alles von Beginn an gegen die Gäste aus Allagen, die sich nach einem schnellen Gegentor, ähnlich wie in Brilon, wieder in ihr Schicksal ergaben. Dieses Mal dauerte es sieben Minuten bis Joey Dohle mit seinem ersten Treffer die Allagener in Bedrängnis brachte. Leichte Fehlpässe, schlechtes Stellungsspiel und schlichtweg fehlender Wille waren die Zutaten, die aus der 1:0-Führung der Gastgeber binnen 30 Minuten ein 6:0 haben werden lassen.

Zwei weitere Tore von Joey Dohle (9., 25.), Jonas Wetter (34., 37.) und Marius Afflerbach (40.) besiegelten das Allagener Schicksal und ließen beim mitgereisten Anhang die Befürchtung reifen, mit einer zweistelligen Niederlage im Gepäck den Rückweg ins Möhnetal anzutreten.

Einfache Gegentore

Gerade die einfache Art und Weise, wie Birkelbach zu den Toren kommt, stimmt die Verantwortlichen der Grün- Weißen bedenklich. „Nach einem Eckball steht ein Birkelbacher völlig frei am Strafraum. Kann sich den Ball ohne Gegenwehr zurecht legen und in den Winkel knallen. Das darf einfach nicht sein“, ärgert sich Wessel.

Nach den sechs Gegentoren, einem Rekordwert für Allagen in dieser Saison, selbst bei der höchsten Saisonniederlage gegen Arpe (1:8) kassierte die Mannschaft „nur“ fünf Gegentore in einer Halbzeit. Wessels Fazit zur ersten Halbzeit fiel entsprechend deutlich aus: „Das hatte mit Fußball nichts zu tun, ich fand es peinlich, was die Mannschaft da abgeliefert hat.“

In der zweiten Halbzeit schaltete Birkelbach in den Schongang um und ließ das Spiel dahinplätschern. Wie schon in Brilon war es wieder Robin Liebig vorbehalten, den Ehrentreffer für seine Mannschaft zu erzielen. An der Mittellinie erkämpft sich Liebig den Ball, lässt die komplette Birkelbacher Mannschaft aussteigen und schiebt lässig am Torhüter vorbei.

Klassenerhalt trotz Niederlage

Doch mehr als Kosmetik war dieser Treffer nicht. „Die Mannschaft scheint diese Saison abgehakt zu haben. Zumindest scheint es für sie in Ordnung zu sein, so eine Leistung abzuliefern. Wir sprechen die Fehler an, die gemacht werden und dann wiederholt es sich doch ständig“, ärgert sich Wessel, der offen zugibt, dass „es mir gerade keinen Spaß macht, Trainer zu sein.“

Doch daran aufzugeben, denkt der Allagener Übungsleiter nicht. „Es sind noch drei Spiele, da ergäbe das ja keinen Sinn“, betont Wessel. Ob er jedoch nach diesen Erfahrungen auch in der kommenden Saison noch an der Linie steht, wollte Wessel nicht beantworten. Ironie des Schicksals:

Trotz der 1:6-Niederlage haben die Allagener den Klassenerhalt nun sicher in der Tasche. Durch die Niederlage des FC Nuhnetal in Werdohl ist ein Abstieg in dieser Saison nicht mehr möglich.