TuS GW Allagen macht Trainer Wessel sprachlos

Gegentor Nummer fünf: Matthias Bigge
Gegentor Nummer fünf: Matthias Bigge
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Was wir bereits wissen
Acht Gegentore gegen Arpe, fünf gegen Langenholthausen und nun wieder sieben gegen Brilon: Selbst der ansonsten redegewandte Sebastian Wessel sah sich nicht in der Lage, diese Leistung in Worte zu fassen.

Brilon..  Nicht bezirksligatauglich. Diesen Stempel muss man den Fußballern des TuS GW Allagen nach der 1:7 (0:3)- Niederlage beim SV Brilon aufdrücken. Selbst Trainer Sebastian Wessel fehlen nach dieser Leistung die Worte.

Die Sonne strahlte über der Sportanlage über der Jakobuslinde. Doch trotz der frühlingshaften Temperaturen wehte rund um die Allagener Bank ein eisiger Wind. Sprachlos ob der gebotenen Leistung seiner Mannschaft zog Allagens Trainer Sebastian Wessel in Richtung Umkleidekabine. „Sowas kann ich nicht kommentieren, das ist kein Fußball, dazu kann ich nichts sagen“, blockt der 32-Jährige merklich angefressen die obligatorischen Reporterfragen ab.

Was seine Mannschaft über 70 Minuten angeboten hat, war schlichtweg eine Katastrophe. Einzig der Blick auf die Tabelle wird die Allagener etwas beruhigen. Dank des guten Starts in die Rückrunde wird der Klassenerhalt nicht mehr in Gefahr geraten. Auch nicht, weil die Teams im Keller selbst nicht punkten.

Zum Sportlichen: 20 Minuten lang machten die Gäste ein prima Spiel, zeigten ein konsequentes Pressing und störten den Spielaufbau der Briloner früh. Chancen gab es auf beiden Seiten nicht, bis zu diesem Zeitpunkt als sich Jan Niklas Bause, ehemaliger Rüthener im Trikot des SV Brilon, über die rechte Seite durchsetzte und mit viel Geschick und Gefühl im Fuß den Ball aus spitzen Winkel ins lange Eck ablegte. 1:0 für Brilon. Ein Gegentreffer, der seine Wirkung nicht verfehlte.

Zwei Minuten später war es wieder Bause, der im Sprint nicht zu halten war, in den Strafraum flankte, am langen Pfosten Maik Bergmann bediente, der keine Mühe hatte den Ball ins leere Tor zu schieben. 2:0 für Brilon. Spätestens jetzt wurde deutlich, dass die Allagener Abwehr mit dem angeschlagenen Elmar Kirsch und Domink Schnöde auf der Außenverteidigerposition mit viel zu langsamen Spielern aufliefen, um den Angriffswirbel der Briloner zu stoppen.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass auch Gegentor Nummer drei schnell fiel. Ein langer Ball des Briloner Spielführers Sebastian Ramspott landete bei Max Tilly, dessen Flanke an den langen Pfosten wurde nicht verhindert, dort fühlte sich niemand für Alex Flock verantwortlich, der den Ball durch die Beine von Hennak Oel köpfte. 3:0 für Brilon.

In dieser Geschwindigkeit geht es weiter: Nach 30 Minuten trifft Matthias Bigge den Pfosten, nach 35 Minuten wird der ehemalige Warsteiner im Strafraum von Marvin Mazur von den Beinen geholt. Elfmeter für Brilon. Erik Teipel, wohnhaft in Kallenhardt, tritt an und verschießt. „Erik ist ein prima Kerl, hat heute ein super Spiel gemacht, aber mit dem Elfmeter hat er sich leider nicht belohnt“, schwärmt Brilons Trainer „Schorsch“ Niglis von dem langen Abwehrspieler.

Kurz vor der Halbzeit kamen die Allagener zu ihren Torchancen. Zweimal De Smet, einmal Heppe hätten das Ergebnis verkürzen können.

Die zweite Halbzeit war eine Lehrstunde für den TuS GW Allagen. So gibt es die Tore im Schnelldurchlauf.

53. Minute: Nils Störmann fälscht einen Schuss von Matti Kaiser ins eigene Tor ab;
65. Minute: Matthias Bigge dringt über die rechte Seite in den Strafraum ein und schießt den Ball frech ins kurze Eck;
73. Minute: Maik Bergmann kommt frei im Strafraum zum Abschluss;
79. Minute: Alex Flock erzielt das letzte Tor für Brilon.

Zumindest der Titel für das schönste Tor des Tages geht an den TuS Allagen: In der Nachspielzeit packt Kapitän Robin Liebig all seinen Frust in einen 40- Meter- Geschoss, das genau oben im rechten Winkel einschlägt. Ein Kandidat für das Tor des Monats. Danach war das Spiel vorbei.

„Wenn der Allagener Trainer vor der Saison davon gesprochen hat, dass alles andere als Platz fünf eine Enttäuschung wäre, dann sagt das alles zum heutigen Spiel aus“, konnte sich Matthias Bigge, Co- Trainer des SV Brilon und ehemaliger Warsteiner, einen bissigen Kommentar zum Auftritt der Allagener nicht verkneifen.