TuS GW Allagen gewinnt das Derby beim TuS Warstein

Der Eindruck täuscht: Es ging weitestgehend fair zu im Derby.
Der Eindruck täuscht: Es ging weitestgehend fair zu im Derby.
Foto: Jona Beckwermert

Warstein..  „Die Nummer eins der Stadt sind wir“, hallte es von der Tribüne am Herrenberg. Nach gut 75 Minuten zeigten sich die Fans des TuS GW Allagen siegessicher. Ihr Optimismus sollte nicht enttäuscht werden. Mit 3:0 (1:0) gewinnt der TuS GW Allagen das Stadtderby beim TuS Warstein deutlich.

Das Haupt von Armando Castiglione ist gesenkt. 71 Minuten waren vorbei als der Italiener seiner Mannschaft einen Bärendienst erwies und zugleich unfreiwillig für die Vorentscheidung sorgte. Nach einem Zweikampf mit Aljoscha De Smet soll Castiglione gegen den Allagener nachgetreten haben. „Ich habe es ehrlich gesagt nicht gesehen, ich stand zu weit entfernt und hatte meine Augen woanders“, gesteht Allagens Trainer Sebastian Wessel, der selbst wieder im Tor stand. „Wenn er da einen Platzverweis gibt, dann muss er in fünf anderen Situationen auch Platzverweise verteilen, dennoch hat Armando da nicht nachzutreten“, ärgert sich Warsteins Trainer Marco Wennemann, der die Szene besser gesehen hat.

Just in der Drangphase des TuS Warstein, fiel dieser Platzverweis und somit auch die Hoffnung des TuS, den Rückstand noch einmal zu drehen. Von diesem Zeitpunkt an, es stand 0:1 aus Warsteiner Sicht, zerpflückte der TuS GW Allagen die Warsteiner völlig. Bereits in der ersten Halbzeit waren die Gäste aggressiver und überlegen am Werk. „Ich glaube, dass die Warsteiner nicht mit einer solchen Aggressivität gerechnet haben“, ist sich Wessel sicher.

Marco Wennemann sieht eher Kopfprobleme. „Wenn sich manche Spieler nur Gedanken über die Höhe des Sieges oder darüber machen, wie sie ihre Tore bejubeln sollen, dann kommt so eine Leistung dabei heraus“, ärgert sich Wennemann über die Einstellung mancher Spieler.

Zum Sportlichen: Nach einer Abtastphase von knapp 25 Minuten kam das Derby langsam in Fahrt. Zwar recht emotionslos, aber dafür spielerisch mit manch guten Ansatz. Allagen drückte von Beginn an, während sich die Hausherren dabei schwer taten, die Bälle vorne zu halten.

Die Folge waren überhastete Angriffs- und Abschlussversuche. Zielstrebiger waren die Allagener. Speziell Benedikt Heppe hätte in seinem letzten Derby allein für die Entscheidung sorgen können. Doch der 24-fache Torschütze blieb glücklos. Besser machte es Aljoscha De Smet. Der langgewachsene Rotschopf schraubte sich nach 37 Minuten in die Höhe als ein Eckball von Marius Dube in den Strafraum segelte. Platziert drückte der Körbecker das Spielgerät an Alex Fegler im Warsteiner Tor vorbei. 0:1.

Nach der Pause kam der TuS Warstein deutlich besser ins Spiel, sodass Sebastian Wessel endlich etwas zeigen konnte. Doch die Drangphase wurde immer wieder von Allagener Kontern unterbunden, die teils vorschnell, teils kläglich vergeben wurden. „Wir hatten alleine zwei Eins-gegen-Eins- Situationen. Die müssen wir einfach besser ausspielen. Wenn es heute etwas zu kritisieren gab bei uns, dann die Chancenverwertung“, bemängelt Wessel.

So dauerte es bis nach dem Platzverweis, bis Allagen das Spiel entschied. Zunächst hebelte Benedikt Heppe mit einem Pass die Warsteiner Abseitsfalle aus, Aljoscha De Smet ging allein auf Alex Fegler zu, scheiterte im ersten Versuch, traf im zweiten. 0:2.

Mit dem Schlusspfiff sorgte Kapitän Robin Liebig für den Schlusspunkt. Der kurz zuvor eingewechselte A-Jugendliche Simon Platte stürmte über die linke Seite in Richtung Strafraum, hatte das Auge für Liebig und der Mittelfeldmann versenkte frei vor Fegler sicher zum 0:3.

Danach war das Spiel vorbei und Warsteins Trainer Marco Wennemann so richtig bedient: „Wir haben heute unsere schlechteste Saisonleistung gezeigt. Mit diesem Spiel haben wir uns die super Rückrunde selbst kaputt gemacht.“

Besser war die Laune natürlich bei Sebastian Wessel, der nüchtern festhielt: „Von den Chancen her war der Sieg verdient, die Spielanteile waren eigentlich ausgeglichen.“