TuS GW Allagen für Chancenverwertung bestraft

Da war die Welt noch in Ordnung: Robin Liebig (3.v.l.) bringt Allagen mit 3:2 in Führung.
Da war die Welt noch in Ordnung: Robin Liebig (3.v.l.) bringt Allagen mit 3:2 in Führung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es war ein Punktverlust, so unnötig wie ein Kropf. Bis zur nachspielzeit führte der TuS GW Allagen in Aue mit 3:2, bis ein merkwürdiger Elfmeterpfiff die Hausherren noch zum Ausgleich brachte. Hätten die Grün- Weißen ihre Chancen genutzt, wäre das Spiel zu diesem Zeitpunkt längst entschieden gewesen.

Bad Berleburg..  Ähnlich unnötig wie im Hinspiel, als der Fußball- Bezirksligist TuS GW Allagen einen 3:1-Vorsprung innerhalb weniger Minuten verspielte, verpassten es die Allagener auch im Rückspiel, drei Punkte gegen den TSV Aue- Wingeshausen zu holen. Als der Schiedsrichter abpfiff, stand es wieder 3:3 (2:2).

Die 90 Minuten in Aue waren ein Lehrstück dafür, wie man einen sicher geglaubten Sieg noch verspielen kann. Niemand der Spieler in den weiß-grünen Trikots konnte sich das Endergebnis erklären. Chancen gab es ausreichend, um bereits frühzeitig für eine komfortable Führung zu sorgen. Bereits nach elf Minuten hatten zweimal Benedikt Heppe und Jannik Lietz beste Möglichkeiten, um die Gäste in Führugn zu bringen. Die Abwehr des TSV Aue- Wingeshausen wirkte häufig zerfahren und überfordert, wenn die Allagener den Ball laufen ließen.

So auch in der 22. Minute als Aljoscha de Smet von links in den Strafraum zog und aufs Tor schoss. TSV- Torhüter Kevin Schneider klatschte den Ball vor die Füße von Benedikt Heppe ab, der nur noch einschieben muss. Die verdiente Führung. Doch die sollte nicht lange Bestand haben. Drei Minuten später schossen die Wittgensteiner erstmals aufs Allagener Tor. Per Freistoß aus 25 Metern. Hennak Oel steht eigentlich richtig, doch der Ball wird von Florian Wienecke unhaltbar abgefälscht und schlägt zum 1:1 ein.

Von dem plötzlichen Ausgleich ließen sich die Allagener nicht lange schocken und versuchten direkt wieder in Führung zu gehen. Es sollte sechs Minuten dauern, bis es soweit war. Eine falsche Absprache in der Auer Abwehr sorgte für eine Slapstickeinlage der Hausherren, die den Ball nicht klären konnten. Robin Liebig bedankte sich und stocherte den Ball problemlos über die Linie.

Doch wer glaubte, dass die Allagener nun das Spiel im Griff hätten, sah sich getäuscht. Ein Stellungsfehler in der Abwehr sorgte in der 40. Minute dafür, dass Aues Don von der Ahe alleine auf der rechten Seite stand, sich den Ball seelenruhig zurecht legen konnte und zum 2:2 traf. Fast wäre es aus Allagener Sicht noch schlimmer gekommen, als von der Ahe drei Minuten später den Pfosten traf.

Im zweiten Durchgang ein ähnliches Bild. Nach zehn Minuten hatten die Allagener ihren Rhythmus wiedergefunden und erspielten sich Chancen. Nachdem Benedikt Heppe und Simon Navarro noch erfolglos blieben, machte es der Kapitän besser. 67 Minuten waren um, als Aljoscha De Smet aus 16 Metern zum Abschluss kam. Wieder ließ Kevin Schneider den Ball nach vorne abprallen, Robin Liebig bedankte sich und erzielte mit seinem zweiten Treffer die 3:2-Führung.

Nun rückte Schiedsrichter Jannik Jaschewski in den Fokus des Interesses. Zunächst verweigerte der Westenfelder den Hausherren einen Strafstoß nachdem Florian Wienecke den Auer Julian Boshof auf den Fuß trat. Im direkten Gegenzug pfiff der unter Beobachtung stehende Unparteiische nach einem Foulspiel von Simon Henkel an Benedikt Heppe auf den Punkt. Henkel, bereits mit der gelben Karte belastet, musste das Feld verlassen.

Da mit Elmar Kirsch der etatmäßige Elfmeterschütze mit Oberschenkelproblemen nicht antreten wollte, nahm sich der gefoulte Benedikt Heppe entgegen aller Fußballweisheiten den Ball. Es kam, wie es kommen musste: Schneider parierte den Strafstoß. Ein Fehlschuss mit Folgen: Es läuft bereits die Nachspielzeit als Aue alles nach vorne wirft, der Ball in den Allagener Strafraum fliegt und plötzlich ein Pfiff ertönt. Robin Liebig bekam die gelbe Karte und zur Verwunderung aller Aktiven, inklusive der verdutzten Auer, gab es Elfmeter. Jens Sonneborn verwandelte sicher zum 3:3. Danach war Schluss und die Allagener ratlos. „Wir waren nicht zielstrebig genug, um die Tore zu schießebn. Defensiv waren wir einfach schlecht, alleine hätten die nie ein Tor geschossen“, ärgerte sich Allagens Trainer Sebastian Wessel über die Fahrlässigkeit seiner Mannschaft, aber auch über die Leistung des Schiedsrichters: „Ich habe keine Ahnung, warum er da auf Elfmeter entschieden hat. Selbst die Auer wussten es nicht. Hätte er zuvor in der Szene mit Flo Wienecke einen Strafstoß gegeben, hätte ich das verstanden aber das war nichts. In den letzten Wochen waren die Schiedsrichterleistungen bei unseren Spielern wieder ziemlich dürftig.“