Titelkampf in Landesliga wieder völlig offen

Viele harte, aber keine unfairen Zweikämpfe: Hier muss sich Warsteins Lino Gericke gegen Goebels und Marks behaupten.
Viele harte, aber keine unfairen Zweikämpfe: Hier muss sich Warsteins Lino Gericke gegen Goebels und Marks behaupten.
Foto: WP

Warstein..  Das Titelrennen in der Handball-Landesliga 4, es ist seit dem vergangenen Wochenende wieder völlig offen. Nach dem (überraschenden) Patzer von Spitzenreiter TV Westfalia Halingen in Schwitten (18:21) nutzte Mitkonkurrent HSG Hohenlimburg die Gunst der Stunde und zog mit dem 27:25 (13:14)-Erfolg beim heimstarken VfS Warstein nach Punkten gleich. 200 begeisterte Zuschauer in der Warsteiner Dreifachsporthalle erlebten ein hochdramatisches Match von der ersten bis zur letzten Sekunde.

„So eine Achterbahn der Gefühle habe ich schon lange nicht mehr erlebt. 50, 55 Minuten ging es rauf und runter. Die letzten Minuten waren dann der absolute Wahnsinn“, rang HSG-Trainer Sascha Simec nachher schweißgebadet um die richtigen Worte. Auch sein Pendant, Boban Ristovic, konnte nicht fassen, was sich zuvor in den 60 Minuten abgespielt hatte. Der VfS machte eines seiner besten Spiele in dieser Saison, zeigte, dass man sich auf heimischem Parkett am wohlsten fühlt, ging, wie gegen Halingen, punktemäßig aber leer aus. „Ich muss der Mannschaft dennoch ein großes Kompliment machen. Jeder hat mehr als 100 Prozent gegeben. Wir haben in der Schlussphase zu viele freie Dinger nicht gesetzt“, fand Boban Ristovic nur einen Kritikpunkt am Spiel seines Teams.

Als Minute 51 angebrochen war, schienen die Hohenlimburger Felle davon zu schwimmen. 24:23 führte der VfS durch einen Schorlemer-Treffer, zudem hatten Patrick Arlt, Sebastian Marks (für ihn war die Partie wegen der dritten Hinausstellung vorzeitig beendet) und die HSG-Bank wegen eines umstrittenen Wechselfehlers in kurzer Folge zwei Zeitstrafen kassiert. Aber Warstein war nicht in der Lage, die zweiminütige, doppelte Überzahl auszunutzen, weil HSG-Keeper Ulf Hering in dieser Phase über sich hinauswuchs. „Er hat klasse gehalten“, war Hering nach Spielschluss auch das Lob des gegnerischen Trainers gewiss.

Stattdessen kam der Titelaspirant durch Geisler zum erneuten Ausgleich, Philipp Wittke brachte die Gäste dann sogar wieder in Führung. Warsteins Spielertrainer Ristovic schaffte nochmals den Ausgleich (55.), aber das sollte der letzte Treffer für den aufopferungsvoll kämpfenden Tabellensechsten an diesem Abend gewesen sein. Der wegen früher Zeitstrafen als Folge der Manndeckung gegen Warsteins Besten, Lars Schorlemer, über weite Strecken pausierende Niklas Strohhammer nutzte einen Ballgewinn per Konter zum 26:25. Und 25 Sekunden vor Schluss machte Philipp Wittke mit dem 27:25 alles klar.

„Wir haben ein deutliches Signal Richtung Halingen gesendet, dass mit uns zu rechnen ist. Die Brust dürfte jetzt noch breiter werden“, sieht HSG-Trainer Sascha Simec seine Truppe drei Spieltage vor dem Ende nun psychologisch im Vorteil.

Statistik

VfS Warstein: Hilwerling, Kaese, N. Schmidt, Gericke (3), Aslan, Kraus, Ristovic (5), Wachholz (3), Schmitt, Schorlemer (9), Mühlenschulte (4), Manderfeld, Kißling (1), J. Schmidt.
HSG Hohenlimburg: Hering; Goebels (5), Geisler (5), P. Wittke (4), Chwalek (4), Pallasch (3), Strohhammer (3), Marks (2), Brahimi (1), Fege, Arlt.
Schiedsrichter: Abrahams/Voegele (HVE Villigst-Ergste).
Rote Karte: Marks (HSG, wegen dreimaliger Zeitstrafe/51.).