Thomanek: "Ferndorf keine Übermannschaft"
31.03.2011 | 17:46 Uhr 2011-03-31T17:46:00+0200
Warstein. Die Handball-Fans in Warstein dürfen sich auf einen Leckerbissen freuen: Mit der Drittliga-Reserve des TuS Ferndorf gastiert am Samstag der aktuelle Tabellenführer in der Wästerstadt, der mit einem Sieg über den VfS den Durchmarsch in die Verbandsliga vorzeitig perfekt machen könnte.
Anwurf in der Dreifachturnhalle Warstein ist um 19.45 Uhr. Vor dem Spitzenspiel - Erster gegen Zweiter - unterhielt sich unsere Zeitung mit Warsteins Trainer Heinz Thomanek.
Frage: Beeindruckt euch die große Ferndorfer Serie von 20 ungeschlagenen Spielen in Folge?
Thomanek: Natürlich beeindruckt so etwas einen. Das ist eine sehr gute Mannschaft, die mit ihren Regionalliga-A-Jugendlichen hochkarätig bestückt ist. In Ferndorf herrschen Traumbedingungen mit dreimal wöchentlichem Training. Da könnte jeder andere Verein neidisch werden. Allerdings haben die letzten Spiele auch gezeigt, dass Ferndorf keine Übermannschaft ist. Letmathe und Halden-Herbeck sind da beste Beispiele.
Frage: Was habt ihr Ferndorf entgegen zu setzen?
Thomanek: Man muss sich nur unser letztes Spiel in Schwelm ins Gedächtnis rufen, wo wir eine überragende Mannschaftsleistung abgeliefert und völlig zurecht die Punkte mitgenommen haben. Ich denke, dass hat auch die Konkurrenz beeindruckt. Wenn wir einen ähnlich guten Tag erwischen, ist mit unserem Publikum im Rücken auch gegen Ferndorf einiges möglich. Wir spielen zwar nicht den schönen Handball wie Ferndorf, dafür aber unheimlich effektiv.
Frage: Wo liegen die Stärken bzw. Schwächen des kommenden Gegners?
Thomanek: Deren Stärke ist ganz klar die Eingespieltheit über Jahre hinweg. Da greift ein Rädchen ins andere. Hinzu kommt ihre individuelle Klasse am Kreis und im Rückraum. Einzige Schwäche könnte vielleicht sein, dass sie nicht mehr wissen, wie sich Verlieren anfühlt. Ich bin mal gespannt, wenn wir am Samstag wirklich mal über einen längeren Zeitraum in Führung liegen sollten, wie sie dann darauf reagieren.
Frage: Der VfS holte aus den letzten zehn Spielen von 20 möglichen Punkten 18. Was ist anders als zu Saisonbeginn?
Thomanek: Ganz einfach: Die Mannschaft ist eine andere. Wenn man bedenkt, dass mir an den ersten beiden Spieltagen mit Schorlemer, Sobkowiak, Ristovic, und wie sie alle heißen, mehrere Leistungsträger auf einmal fehlten, weiß man, wo wir hätten stehen können, wenn alle dabei gewesen wären. Aber genau das ist das Problem hier in Warstein seit Jahren. Immer wenn es drauf ankommt, sind die Leistungsträger, die fast alle zur ersten Sieben gehören, verletzt oder nicht da. Damit kämpfe ich eigentlich schon seit meinem Amtsantritt.
Frage: Aktuell beträgt der Ferndorfer Vorsprung in der Tabelle sieben Punkte auf Warstein? Nehmen wir mal an, der VfS gewinnt dieses direkte Duell am Samstag. Ist die Meisterschaft dann wieder völlig offen?
Thomanek: Ferndorf ist durch, ohne Wenn und Aber. Da reicht ein Blick aufs Restprogramm. Theoretisch könnten wir ihnen jetzt schon gratulieren, aber umso mehr würden wir uns freuen, wenn wir dem Tabellenführer und zukünftigem Meister ein Bein stellen könnten. Ich weiß, dass die Jungs tierisch heiß sind auf dieses Spiel und hoffe, dass wir trotz des angekündigten Sommerwetters von unseren Fans lautstark unterstützt werden.
Frage: Ihre Zeit beim VfS neigt sich langsam dem Ende entgegen? Kommt Wehmut auf?
Thomanek: Es macht mir immer noch großen Spaß, mit dieser Truppe zu arbeiten. Ich freue mich darüber, wie sie momentan Handball spielt. Trauriger wäre ich, wenn es andersherum wäre. Deswegen ist das schon okay so.
Frage: Wer fehlt aktuell aus dem VfS-Kader?
Thomanek: Weiterhin unsere beiden Youngster Aslan und Gericke, die bei so einer Partie sicherlich gerne dabei gewesen wären. Aufgefüllt wird der Kader wieder mit Spielern aus der zweiten Mannschaft, namentlich: Schmitt, Hoffmann und Knülle. Mit Kaseric werde ich beim Abschlusstraining noch ein Gespräch führen.

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