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SV-Trainer Farke: "Ohne Emotionen können wir den Laden im Fußball dicht machen"

08.06.2012 | 07:23 Uhr

Lippstadt.  Die Diskussionen nahmen nach dem Abpfiff kein Ende. Zwei Rote Karten im Relegations-Hinspiel beim SSVg Velbert schockten den SV Lippstadt. Ardian Jevric und Björn Traufetter - ausgerechnet zwei Leistungsträger - wurden vom Platz gestellt und sind im Rückspiel am Sonntag gesperrt. Stimmen dazu aus beiden Lagern.

Daniel Farke (SV Lippstadt, Trainer): „Dieses Spiel mit neun Mann zu beenden, ist für mich ein Witz. Ich kann beide Platzverweise überhaupt nicht nachvollziehen. Bei der ersten Roten Karte wurde Jevric  vorher von seinem Gegenspieler auf die Wade getreten. Erst dann hat er reagiert. Bei der zweiten Szene, die zur Roten Karte führt, wird Björn Traufetter frei durch von den Beinen gesäbelt. Dass er sich darüber aufregt und den Ball in Richtung Gegenspieler wirft, ist emotional verständlich. Wenn wir diese Emotionen nicht mehr zulassen wollen, dann können wir den Laden dicht machen im Fußball. Wir hätten mit elf Spielern über 90 Minuten definitiv nicht verloren.“

Lars Leese (SSVg Velbert, Trainer): „Die erste Rote Karte für Lippstadt war berechtigt. Ich stand daneben und habe es genau gesehen. Jevric holt aus und tritt nach. Er lag mit unserem Spieler Granert am Boden, beide haben sich behakelt, beide sind aufgestanden und dann ging’s in eine Schubserei. Dann fällt der eine wieder runter und Jevric tritt drauf. Und das hat der Schiedsrichter gesehen. Bei der zweiten Roten Karte ist für mich klar: Ich kann einfach nicht den Ball nehmen und dem Gegner an den Kopf schmeißen. Ob das jetzt fest oder leicht ist, spielt keine Rolle. Das ist eine Unsportlichkeit, die muss der Schiedsrichter ahnen. Ich hatte meine Spieler Gott sei Dank so diszipliniert, dass keiner mit Rot vom Platz gegangen ist.“

Umstrittener Schiedsrichter

  Markus Kaya (SSVg Velbert, Kapitän): „Es war das erwartet schwere Spiel. Wir hatten sehr viele Großchancen und hätten höher siegen müssen. Aber egal. Wir haben 2:1 gewonnen. Jetzt ist es gut, dass Lippstadt im Rückspiel kommen muss. Mit den beiden Roten Karten wird das auf Lippstädter Seite nicht so einfach. Die Platzverweise waren ganz klar berechtigt. Jevric tritt seinen Gegenspieler und Traufetter muss in so einer Situation gar nicht so ausrasten. Da fehlt ihm einfach die Cleverness.“

Ein Wutausbruch: Björn Traufetter ärgert sich über seinen Platzverweis. Foto: Sellmann/WNM

Lasse Fischer-Riepe (SV Lippstadt, Kapitän): „Die erste Rote Karte kann ich nicht beurteilen. Beim zweiten Platzverweis hat Björn Traufetter aus dem Affekt heraus den Ball weggeworfen und dann ist der Ball an die Schulter des Gegenspielers gesprungen. Das ist definitiv keine Rote Karte. Mit Fingerspitzengefühl gibt man da Gelb-Rot.“

Lippstadt verliert in Velbert

Marc Polder (SV Lippstadt, Stürmer): „Den ersten Platzverweis kann man geben. Da hat Adrian Jevric glaube ich schon etwas nachgetreten. Die zweite Rote Karte muss man nicht geben. Da hätte der Schiedsrichter auch Gelb-Rot gegen Björn Traufetter zeigen können. Aber der Schiri kam am Ende selbst nicht mehr klar. Er und sein Linienrichter haben sich von den Velbert Spielern beeinflussen lassen. Mit elf gegen elf bis zum Schluss hätte das Ergebnis anders ausgesehen.

Damian Liesemann machte sein vorletztes Spiel im SV-Trikot. Er geht zum Studium in die USA. Foto: Sellmann/WNM

Damian Liesemann (SV Lippstadt, Torwart): „Ein bitteres Ergebnis. Durch die zwei Roten Karten haben wir uns selbst geschwächt. Weil wir zwei Mann weniger waren, habe ich mehr Schüsse auf den Kasten bekommen als üblich. Aber sonst war es kein großer Unterschied zur Westfalenliga.“

Mirko Vogt (SV Lippstadt, Co-Trainer): „Die Truppe hat in Unterzahl alles gegeben. Wir hatten auch das nötige Quäntchen Glück bei den Pfosten- und Lattentreffern von Velbert. Unterm Strich steht ein 2:1. Es bringt nichts mehr, über die Roten Karten zu diskutieren. Wir müssen das so hinnehmen und uns auf das zweite Spiel konzentrieren."

SSVg Velbert - SV Lippstadt

Dirk Brökelmann (SV Lippstadt, Sportkoordinator): „Die Jungs haben in Unterzahl sehr ordentlich gespielt. Mit dem Ergebnis können wir leben. Es ist allerdings ärgerlich, weil wir in voller Personenzahl noch ein besseres Resultat hätten erzielen können.

Hartwig Sellmann



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