SuS Sichtigvor II verspielt Aufstieg in der Verlängerung

Am Boden zwestört: Daniel Kramer und der SuS Sichtigvor II verlieren das Relegationsspiel.
Am Boden zwestört: Daniel Kramer und der SuS Sichtigvor II verlieren das Relegationsspiel.
Foto: WP

Stirpe..  Nun ist die letzte Entscheidung im Fußballkreis Lippstadt in der Saison 2014/15 gefallen: Die zweite Mannschaft des SV Bad Waldliesborn begleitet den TSV Rüthen II sowie den SuS Cappel II in die Kreisliga C. Die Badeortler setzten sich gestern Nachmittag im Relegationsspiel gegen den Zweiten der Staffel Süd, die Reserve des SuS Sichtigvor, nach Verlängerung mit 2:1 durch. Gut 250 Zuschauer verfolgten die Partie auf dem Naturrasenplatz in Stirpe.

Fußball kann manchmal echt grausam sein: Während ganz „Walibo“ nach Spielende ausgiebig den Aufstieg feierte, herrschte im Sichtigvorer Lager die pure Enttäuschung. 120 Minuten hatten die Möhnetaler alles, aber auch wirklich alles für ihren großen Traum gegeben.

Am Ende standen sie mit leeren Händen da. „Ich muss meiner Mannschaft dennoch ein großes Kompliment aussprechen. Wir haben dem Gegner einen großen Kampf geliefert und sind am Ende halt nur zweiter Sieg. So ist das im Leben nun einmal. Davon wird die Welt ganz sicherlich nicht untergehen“, hatte SuS-Coach Sven Nörenberg nach dem Spiel relativ schnell wieder seine Fassung gefunden. Anders seine Spieler: Die lagen teilweise gut 20 Minuten nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Setnicka noch mit versteinerter Miene auf dem Platz.

„Es sollte halt nicht sein“, fasste SuS-Vorsitzender Matthias Frigge nach dem verpassten Aufstieg seine ersten Gefühle kurz und knapp zusammen.

Ein mitreißendes Spiel hatten beide Mannschaften den Zuschauern geboten. 120 Minuten Kampf und Leidenschaft bei teilweise verregneten äußeren Bedingungen. Dabei erwischte zunächst „Walibo“ den besseren Start.

In der fünften Minute hatte Sichtigvors Abwehr Julian Puchert im Strafraum sträflich frei stehen lassen, dieser nutzte den sich bietenden Freiraum und vollstreckte eiskalt aus kurzer Distanz zur Führung. Sichtigvor schüttelte sich einmal, fand dann über den Kampf zurück ins Spiel – und wurde schließlich noch vor der Pause für seinen Einsatz belohnt. Abwehrspieler Andrej Rempel fasste sich aus gut 20 Metern einfach mal ein Herz, sein Linksschuss wurde immer länger und landete, unhaltbar für „Walibos“ Schlussmann Christian Ramsbrock im linken oberen Toreck aus Sicht des Schützen – ein durchaus verdienter Ausgleich nach 45 Minuten.

Direkt nach dem Seitenwechsel hatte Sichtigvor Glück, als SuS-Keeper Niklas Kirchhoff im allerletzten Moment gegen „Walibos“ stärksten, Julian Puchert, retten konnte (50.). Und auch war Puchert an jeder gefährlichen Offensivaktion seines Teams beteiligt. Doch der Sichtigvorer Kasten blieb sauber im zweiten Durchgang – Verlängerung!

Hier war es zunächst wieder „Walibo“, das den stärkeren Eindruck machte und in der zweiten Minute der Verlängerung durch Jörn Helfmeier nur die Latte traf. Die Führung der Badeortler lag in der Luft, doch bis zur 115. Minute mussten die mitgereisten Fans schließlich warten, als Oliver Vorweg einen Freistoß, leicht abgefälscht von Sichtigvors Abwehrchef Arne Greiß, im gegnerischen Tor unterbringen konnte. Keeper Niklas Kirchhoff streckte sich vergeblich, während auf der Gegenseite alle Dämme brachen.

„Alles in allem muss man sagen, dass der Sieg für Walibo nicht unverdient ist“, zeigte sich Sichtigvors Sven Nörenberg nachher als fairer Verlierer, und ergänzte: „Wir hätten dieser Saison gerne das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Leider ist uns das nicht gelungen.“