SSV Menzel blickt auf ein halbes Jahrhundert zurück

1983
1983
Foto: WP

Menzel..  Sommer 1965: Werder Bremen ist soeben Deutscher Meister geworden, der Mont Blanc-Tunnel wird eröffnet und das Wembley-Tor ist noch gut ein Jahr entfernt. In Menzel tut sich in diesem Sommer was. Ludwig Risse, Richard und Franz Schmücker, sowie Theo Farke werden bei Lehrer Anton Pannenberg vorstellig. Ihr Anliegen: Die Gründung eines Fußballvereins. SSV Menzel soll der Verein heißen. Wilhelm Rüther-Grobe wird zum ersten Vorsitzenden gewählt und behält dieses Amt für sieben Jahre.

Auch 50 Jahre nachdem die Initiatoren das Unternehmen Fußballverein in Menzel umgesetzt haben, gibt es den Klub. Am nächsten Wochenende feiern alte und aktuelle SSVler ihr großes Jubiläum.
Sie sind ein wenig die Gallier unter den heimischen Fußballvereinen. Während sind ringsherum immer mehr Vereine zu Spielgemeinschaften zusammenschließen, hält der SSV Menzel in der Kreisliga D Süd tapfer durch. „So lange ich Vorsitzender bin, wird es keine Spielgemeinschaft geben“, betont Rudi Fromme, erster Mann und Urgestein des SSV. Sie sind stolz auf ihre Eigenständigkeit und die Tradition. Zwar stand der Klub immer ein wenig im Schatten der anderen Rüthener Vereine, aber dennoch hat er einige Erfolge vorzuweisen. Speziell in den Anfangsjahren.

Aufstieg mit Hans Weinstock

Eng verbunden sind diese Erfolge mit dem Namen Hans Weinstock. Der Rüthener Trainer heuerte als erster und gleichzeitig erfolgreichster Übungsleiter in Menzel an. „Mit ihm ging es rapide aufwärts“, erinnert sich Fromme. Denn bereits fünf Jahre nach seiner Gründung führte Weinstock den Verein in die 1. Kreisklasse, die heutige Kreisliga A. „Beim entscheidenden Spiel war das ganze Dorf vor Ort“, erinnert sich Fromme an den größten Erfolg der Menzelner Vereinsgeschichte. Nach nur einem Jahr ging es jedoch wieder runter, der SSV stieg ab. Seitdem pendelten die Menzeler zunächst zwischen der 2. und 3. Kreisklasse hin und her, später kam noch die C-Sonderklasse hinzu, die einige Jahre ein Bindeglied zwischen der B- und C-Liga darstellte. Trainer in dieser Zeit waren unter anderem Peter Stelter, Franz Eifler und Alfred Rose.

Erfolgreiche Pokalturniere

1983 folgte noch der Gewinn des Rüthener Stadtpokals, sowie im Jahr 2002 der Wiederaufstieg in die Kreisliga B. Legendär auch die Pokalturniere, die einst in Menzel ausgetragen oder an denen teilgenommen wurde. „Es gab damals nur zwei Veranstaltungen im Jahr in Menzel. Schützenfest und das Pokalturnier, da hat der ganze Ort mit uns gefeiert“, weiß Fromme.

Seit dem letzten Abstieg im Jahr 2006 spielt der SSV in der Kreisliga D. Trainer Martin Kußmann, der die Mannschaft bereits 2002 beim Aufstieg betreute, ist immer noch, mit einigen Unterbrechungen, Trainer der Elf. Mit dem Dasein als D-Kreisligist ist man zufrieden in Menzel und gibt sich auch keinen Illusionen hin. „Unser Ziel ist es, weiterhin die Eigenständigkeit zu behalten“, betont Fromme. An den Hallen-Stadtmeisterschaften und am Kreispokal nimmt man schon seit Jahren nicht mehr teil. „Wir möchten uns nicht blamieren, wenn man gegen einen übermächtigen Gegner spielt“, erklärt Rudi Fromme den Hintergrund dieser Entscheidung.

Eigene Jugendabteilung

In den 1970- und 80er Jahren hatte der SSV sogar noch eigene Jugendmannschaften. Heute kooperiert man in der Jugend mit den Nachbarvereinen aus Oestereiden und Effeln. Einige Jugendliche spielen auch in Rüthen. Immerhin gibt es auch heute noch eine eigene Alte Herren- Mannschaft.