Schorlemer: „Fader Beigeschmack bleibt“
05.02.2012 | 20:51 Uhr 2012-02-05T20:51:00+0100
Warstein.Michael Schorlemer nannte sie „eine zuschauerfreundliche Partie“, Vize Andreas Kückmann sprach „von 60 Minuten höchstem Unterhaltungswert“: Die Landesliga-Handballer des VfS Warstein wendeten mit einem irren Kraftakt – und ein bisschen Glück – die dritte Niederlage in Folge und damit den Sturz ins graue Mittelmaß der Tabelle ab.
Das 31:30 (12:16) gegen die SG TuRa Halden-Herbeck bot alles, was den Handball so faszinierend macht. Nach einer aus Warsteiner Sicht erneut nur mäßigen Leistung in der ersten Halbzeit und einem Vier-Tore-Rückstand zur Pause (Kückmann: „Da sah es schon ziemlich düster für uns aus“), drehte in Durchgang zwei allen voran Warsteins Rückraumspieler Boban Ristovic auf (mit elf Treffern war er auch bester Schütze seiner Mannschaft). „Boban hat eine exorbitant gute zweite Halbzeit gespielt“, lobte Kückmann den Serben.
Zur Geschichte des Spiels: Warstein lief in den ersten 30 Minuten fast ständig einem Rückstand hinterher. In Führung lagen die Gastgeber, wenn, dann nur mal mit einem Tor – wie beim 10:9. Halden-Herbeck war besonders über seinen Linksaußen gefährlich. „Den haben wir zu keiner Zeit in den Griff gekriegt“, musste auch VfS-Coach Michael Schorlemer nachher eingestehen. Zur Pause stand auf der Anzeigentafel ein 12:16 aus Sicht des VfS.
„Wie verwandelt“ (Kückmann) kamen die Warsteiner dann aus der Kabine. Drei schnelle Tore, und der Anschluss war hergestellt (15:16). In der nun stärksten Phase gelang den Gastgebern Mitte der zweiten Hälfte fast alles. Ein Drei-Tore-Vorsprung (25:22) schien ein beruhigendes Polster zu sein. Doch Michael Schorlemer ärgerte sich nach dem Spiel über die vielen vergebenen Chancen seiner Mannschaft: „Wir haben es wieder nicht geschafft, den Sack zuzumachen.“
Halden kämpfte sich zurück ins Spiel. Über 25:26, 26:28, 27:29 und 28:30 gelang den Gästen 50 Sekunden vor Schluss der Ausgleich (30:30). Warsteins Boban Ristovic erhielt anschließend wegen Foulspiels eine Zwei-Minuten-Strafe, der VfS musste die Partie also in Unterzahl beenden. Doch Sebastian Mues gelang 20 Sekunden vor Schluss der erneute Führungstreffer. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Nach einer unglücklichen Abwehraktion vier Sekunden vor dem Ende bekam auch VfS-Youngster Björn Manderfeld wegen Foulspiels eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Nun standen also nur noch vier Warsteiner auf der Platte. Halden-Herbeck nutzte die restlichen vier Sekunden, um in doppelter Überzahl zumindest einen Siebenmeter rauszuholen. „Quasi mit der Schlusssirene“, sagte VfS-Vize Andreas Kückmann. Somit kam es zur finalen Siebenmeter-Aktion, mit einem durchaus tragischen Ende aus Sicht der Gäste. Die beiden Unparteiischen Hübner/Krause nämlich pfiffen den im Warsteiner Gehäuse untergebrachten Siebenmeter ab, weil der TuRa-Spieler während des Wurfes die Siebenmeter-Linie überschritten haben soll. Somit blieb es beim 31:30.
Michael Schorlemer erleichtert: „Die beiden Punkte sind für uns eminent wichtig, auch wenn sie unter sehr glücklichen Umständen zustande gekommen sind. So richtig freuen kann ich mich über den Sieg nicht, weil ein fader Beigeschmack bleibt. Halden-Herbeck hatte das Unentschieden eigentlich verdient.“
VfS Warstein: Hölter, Petig (n.e.); Furmaniak, Sobkowiak, Ristovic (11), Mues (3), Gericke (1), Aslan (6), Manderfeld, Schorlemer (8/3), Schmitt (2), Schledde.

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