Schiedsrichter einig: „Es wurde höchste Zeit!“

Begrüßen die neuen Regeln: Die Schiedsrichter bei der Masters-Vorrunde am Wochenende in Warstein (von links): Hrvoje Curic, Dieter Niederstrath, Salvatore Papa und Filippo La Mendola.
Begrüßen die neuen Regeln: Die Schiedsrichter bei der Masters-Vorrunde am Wochenende in Warstein (von links): Hrvoje Curic, Dieter Niederstrath, Salvatore Papa und Filippo La Mendola.
Foto: Georg Giannakis

Warstein..  Gespannt waren die zahlreichen Zuschauer nicht nur auf die sehenswerten Fußballkünste der Akteure, sondern auch auf die erstmals zum Tragen gekommene Futsal-Regelung. Unsere Zeitung hat während der am vergangenen Wochenende in der Warsteiner Dreifachsporthalle ausgetragenen Vorrunden-Spiele des Warsteiner Masters 2015 mit den anwesenden Schiedsrichtern gesprochen und erste Erfahrungs-Berichte eingefangen.

Dieter Niederstrath (59), Schiedsrichter von GW Benninghausen: „Seit 1977 pfeife ich Spiele im Kreis Lippstadt. Natürlich habe ich auch viele Hallenturniere als Schiedsrichter erleben dürfen. Die Aggressivität und die Verletzungen haben bei den Hallenturnieren in den letzten Jahren zugenommen. Es wurde höchste Zeit, eine entsprechende Regelung einzuführen, um für eine bessere Vorbeugung zu sorgen und um letztlich die Fußballer zu schützen. Die Futsal-Regel macht daher absolut Sinn. Der Fußball soll wieder mehr im Vordergrund stehen. Man sieht, dass es auf dem Spielfeld ruhiger zugeht.“

Filippo La Mendola (52), Schiedsrichter von Internazionale Lippstadt: „Ich finde es super, dass der Verband uns Schiedsrichtern entgegen gekommen ist. Es ist für uns jetzt wesentlich leichter in gewissen Situationen besser zu entscheiden. Jede Grätsche und jedes Tackling wird nun sofort abgepfiffen. Auch Sanktionen werden jetzt schneller verhängt. Mehr Unterbrechungen nerven sicherlich viele Spieler und Trainer. Aber sie werden bestimmt im Nachhinein froh darüber sein, dass es weniger verletzte Spieler in den eigenen Reihen geben wird.“

Hrvoje Curic (30), Schiedsrichter vom SV Lippstadt 08: „Die neue Futsal-Leitregel hat viel Gutes in sich und ist deshalb eine richtige Entscheidung. Mehr Fußball und weniger Fouls sollen im Mittelpunkt dieser Regelung stehen. Techniker haben es auf jeden Fall jetzt leichter, ihre Stärken zu zeigen. Nicht nur die Spieler, sondern auch die Turnier-Besucher sind von der Regelung indirekt betroffen. Chaoten in Reihen der Zuschauer, die beispielsweise Gegenstände auf das Spielfeld werfen und dabei Spieler oder Schiedsrichter gefährden, müssen damit rechnen, dass der Wettbewerb sofort abgebrochen wird.“

Salvatore Papa (42), Schiedsrichter vom SC Mettinghausen: „Alles, was Verletzungen vorbeugt, wird von mir voll und ganz begrüßt. Vielleicht könnte man in Punkto Unterbrechungen noch einiges verbessern. Mein persönlicher Vorschlag wäre eine kleine Nachspielzeit von 15 oder 30 Sekunden drauf zu packen, um die Unterbrechungen zu kompensieren. Dieses müsste natürlich in der Zeitplanung eines jeweiligen Turniers berücksichtigt werden. Grundsätzlich ist die Futsal-Regel jedoch ein wirklicher Fortschritt für den Hallenfußball.“