Reifenplatzer und Getriebeschaden

Nürburgring/Rüthen..  Der MSC Bergstadt Rüthen-Pilot Oliver Frisse beendete sein erstes 24 Stunden- Rennen am Nürburgring. Das Wochenende für das „Hellboys Racing Team“ war geprägt von ständigen Rückschlägen.

Nachdem das Team im Vorjahr nach 16 Rennstunden wegen eines Unfalls nach einem Reifenplatzer vorzeitig ausschied, wurde der BMW 325i vor dem Rennen generalüberholt, um jegliches technisches Risiko auszuschließen. Im ersten Qualifying konnte Frisse noch die zweitschnellste Zeit in der Klasse 4V erzielen. Als er am Ende des zweiten Qualifyings noch einmal auf eine schnelle Runde gehen wollte, verhinderte ein Reifendefekt eine Zeitverbesserung.

Die Konkurrenz konnte sich noch einmal verbessern, und somit ging es von Startposition fünf ins Rennen.

Das Team vernahm ein verdächtiges Geräusch und wechselte in der Nacht vor dem Wettkampf das Getriebe aus. „Man muss sich das mal vorstellen, in der Box gibt es keine Hebebühne-Werkstatt. Die Jungs liegen unter dem aufgebockten Auto und tauschen das Getriebe innerhalb von drei Stunden, da kann man nur den Hut ziehen“, erläuterte Frisse.

Startfahrer von Kiedrowski konnte sich bereits in den ersten Runden auf die dritte Position vorarbeiten und diese bis zum Ende seines Stints verteidigen. Als zweites war Frisse an der Reihe. „Wir fahren zwischen sieben und acht Runden, je nach Benzinverbrauch, d.h. ca. 1,5 Stunden, danach geht es ab an die Box. Reifenwechsel, Scheibe putzen, 60 Liter Sprit rein, ein kurzer Check, ob alle Flüssigkeitsstände passen und Fahrerwechsel. Nach ca. zwei Minuten Standzeit geht das Fahrzeug wider auf die Piste“, erläutert Frisse.

Während seiner ersten Fahrzeit verbesserte sich Frisse auf Position zwei. Nacheinander spulten alle Fahrer ihre Runden ab und lagen zwischendurch auf einem guten dritten Platz in der Klasse.

Dann kam plötzlich Hektik auf in der Box. Von Kiedrowski gab über Funk Bescheid, dass es auf Teilen der Strecke regnete und er kaum noch etwas sehen könne, da die Scheibe ölverschmiert sei. Beim nächsten Boxenstopp wurden Regenreifen aufgezogen.

Da die zahlreichen Fans, die das an der Nordschleife campen in der Nacht nicht frieren wollten, entfachen sie ein Feuer. Was bei trockenen Verhältnissen kein Problem ist, wird im Regen schon kritischer, da die Feuer stark qualmen, ist es an manchen Streckenabschnitten so, als ob man in eine Nebelwand hineinfährt. „Diese schwierigen Verhältnisse führen dazu, dass wir auch mit unserem kleinen Auto einige stärkere Konkurrenten überholen können“, erzählt Frisse mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Jedoch genau dies wurde ihm zum Verhängnis. Er setzte sich in einer Linkskurve innen neben einen rund 120 PS stärkeren Konkurrenten, um diesen zu überholen. Der Fahrer übersah Frisse, lenkte ein und traf den Wagen des Rütheners am Hinterrad. Das Rad stand komplett schief und musste zur Reparatur an die Box. „Die Boxenmannschaft hat einen super Job gemacht, jedoch haben wir mehr als eine Stunde verloren“, ärgerte sich Frisse. Eine Podest- Platzierung war somit in weite Ferne gerückt, jedoch waren immer noch 16 Stunden zu Fahren. Nach der Reparatur ging das Team mit sieben Runden Rückstand und als Letzter in der Klasse zurück auf die Strecke. Durch konstant schnelle Runden konnte sich das Team noch auf den sechsten Platz in der Klasse und den 63 Gesamtrang von mehr als 150 Startern verbessern.