Perfekte Einstimmung auf „Rad am Ring“

Warstein..  Für WATT-Biker Henri Kleinhammer ging es nach dem beiden Frühjahrsklassikern und einem Ausflug zum Hollenmarsch wieder auf die gewohnte lange Radstrecke.

Kleinhammers Bericht: „Etwas wurmte mich noch der Ausstieg nach 40 Kilometern beim Hollenmarsch, aber da ich schon zehn Kilometer mit einer Blase am Fuß gelaufen bin, wollte ich mir dadurch nicht die ganze Saison kaputt machen.

Kurzfristig kam dann ein Anruf von einem Bekannten, ob ich nicht Lust hätte, Leipzig-Berlin-Leipzig mitzufahren, da er noch einen Startplatz hätte, sind doch nur 430 Kilometer. Da ich eh im Training für die 24 Stunden beim Rad am Ring als Einzelstarter bin, passte es gut in die Saisonplanung. Bereits eine Woche später ging es Samstagmittags nach Leipzig, wo die Radfernfahrt Leipzig-Berlin-Leipzig gestartet wurde. Eine Strecke von 430 Kilometern, die nonstop im geschlossenen Verband gefahren wird, inklusive Begleitfahrzeuge. Start war um 19 Uhr am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Ein kurz vorher durchziehendes starkes Unwetter trübte zunächst die Vorfreude auf den Start, doch alle waren guter Dinge auf das, was da kommen möge.

Pünktlich um 19 Uhr machte sich dann das ca. 90 Mann (inklusive drei Frauen) starke Feld auf die Reise bei mittlerweile etwas besseren Wetterbedingungen. Gefahren wurde in Kolonne, Zweierreihe und unter Absicherung von vier Begleitfahrzeugen und drei Begleitmotorrädern, welche ein schnelles und sicheres Vorankommen ermöglichten. Alle 60 bis 80 Kilometer gab es eine Verpflegung, und als sich Nachts gegen 3.30 Uhr die Morgendämmerung zeigte, wussten alle, dass der neue Tag deutlich besseres Wetter im Gepäck hat. Gegen 4.10 Uhr erreichte das Feld dann den Stadtrand von Berlin und wurde von einer Blaulichteskorte der Berliner Polizei in Empfang genommen, welche das Feld über eine Vielzahl roter Ampel und daher ohne Unterbrechung Richtung Brandenburger Tor geleitete. Das gesamte Feld genoss die morgendliche Atmosphäre und die teils bizarren Szenen, die das gegen 5 Uhr zu Ende gehende Berliner Nachtleben bot.

Kurz nach 5 Uhr war dann endlich das Zwischenziel der Reise erreicht. Nach einer kurzen Stärkung und einem Fotoshooting am Brandenburger Tor, wo ich einen Berliner Teamkollegen traf, ging es dann wieder von der Berliner Polizei eskortiert raus aus Berlin zurück nach Leipzig. Morgens gegen 7 Uhr kam dann die Müdigkeit, aber mit etwas Wasser im Gesicht und einer kleinen Pause, ging es weiter.

Die letzten 60 Kilometer wurde vom Veranstalter das Tempo etwas rausgenommen, denn während vorne von den Fahrern – inklusive mir – aufs Tempo gedrückt wurde, vielen hinten immer mehr Fahrer raus, gerade auch, weil es inzwischen bei bestem Wetter und 18 Grad doch heftigen Wind gab.

Nach insgesamt 432 Kilometern (laut GPS) und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 30 km/h erreichte das Feld den Ausgangspunkt vom Vortag, das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, nach 18:40 Stunden (Fahrtzeit: unter 15 Stunden). Alle Teilnehmer waren froh und glücklich, diese doch nicht ganz alltägliche Distanz so gut, bis auf das eine oder andere kleine Wehwehchen, gemeistert zu haben.

Ende Juli geht es dann für mich auf die 24 Stunden als Einzelstarter bei Rad am Ring auf der Nordschleife am Nürburgring.“