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Handball-Landesliga 4

Nico Thomanek lässt Vater Heinz und VfS alt aussehen

22.09.2009 | 05:15 Uhr
Nico Thomanek lässt Vater Heinz und VfS alt aussehen

Warstein. Ganz schön alt sah Trainer Heinz Thomanek nach dem Familienduell in der Handball-Landesliga aus: „Wahrscheinlich die Hälfte” an Toren habe Sohnemann Nico der VfS-Mannschaft beim 37:38 (19:20) gegen den Soester TV II eingeschenkt.

Exakt geschätzt. Mit 19 Treffern - davon drei Siebenmeter - setzt Nico Thomanek dem fulminanten Erfolg im Familienduell die Krone auf. Mit diesem Spieltagsrekord wird er in die Liga-Annalen eingehen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass das schon mal jemand geschafft hat”, lobt Vater Heinz den Sahnetag seines Filius.

Enttäuscht: VfS-Torjäger Boban Ristovic.

Nur die erste Viertelstunde läuft beim VfS alles planmäßig. Björn Kanning erzielt nach 16 Minuten seinen zweiten von insgesamt neun Treffern zum 12:8. Danach signalisiert Boban Ristovic erste Kreislauf-Probleme. Lars Schorlemer kämpft mit einer Entzündung unter dem Fuß, trifft deshalb bis auf eine Ausnahme nur vom Siebenmeterpunkt. Kanning beißt gegen eine giftige 3-2-1-Deckung des STV von Anfang an mit verstauchtem Finger auf die Zähne. Heinz Thomanek stellt um: Nachwuchstalent Jonas Bittern ersetzt zwischenzeitlich Ristovic. Schorlemer wechselt von der Mittelposition auf Halblinks. Kapitän Benedikt Furmaniak kommt auf Rechtsaußen zum Einsatz, markiert das 13:9 (17.), doch dann schmilzt die VfS-Führung wie Butter in der Sonne.

Vom 16:16 (24.) setzen sich die wieselflinken Soester mit Antreiber Nico Thomanek und einer rasanten Tempowelle zum 20:19-Pausenstand ab. Gnadenlos offenbaren sie die Schwächen ihres früheren Regionalliga-Torwarts Markus Jostes zwischen den VfS-Pfosten. „Markus war nervös. Er ist schlecht ins Spiel gekommen und er hatte sicher nicht seinen besten Tag”, meint später Heinz Thomanek.

Trotzdem hält der Trainer zunächst weiter an Jostes fest, weil das rassige Duell auf höchstem Landesliga-Niveau auch bis weit in die zweite Halbzeit den VfS mit maximal zwei Toren im Vorteil ausweist. Erst ab der 46. Minute entschließt sich Thomanek zum Torwartwechsel. Doch auch für Michael Hölter (17) beginnt die Derby-Feuertaufe unglücklich. Die Fehler seiner Vorderleute verhelfen Soest zum größten Vorsprung von 33:30 (49.).

Starke Partie: STV-Keeper Holger Rüther.

Dann verlieren die Bördestädter mit Malte Zyprian (50.) eine ihrer Speerspitzen im Angriffsspiel. Der VfS schreibt das Drehbuch des Krimis wieder um auf 36:35 (55./Mues). Soest antwortet nach Fehlwürfen der Hausherren mit dem Ausgleich durch Nico Thomanek (59.) und dem Führungstreffer von Jaschke. Noch in der gleichen Minute markiert Kanning das 37:37. Anschließend pariert der nun bärenstarke Hölter den Schuss von Matthias Stoppelkamp (frei durch). Bei 59:43 Minuten nimmt STV-Trainer Bernd Müller die letzte Auszeit. Sieben Sekunden Zuschlag gewähren danach die glänzenden Schiedsrichter Kellermann und Wendel wegen der aus technischen Gründen streikenden Uhr am Zeitnehmertisch.

Nico Thomanek passt von der Mitte nach Rechtsaußen auf Jaschke, Henning Cramer holt ihn von den Beinen — rote Karte für den VfS-Verteidiger und Strafwurf für Soest drei Sekunden vor Schluss. Christoph Schmelter verwandelt haarscharf zum 38:37-Endstand. Der STV feiert mit seinem Helden Nico Thomanek, Vater Heinz ist brutal geknickt.

Warstein - Soest II 37:38

VfS Warstein: Jostes (46. Hölter); Schorlemer (6/5), Furmaniak (3), Mues (6), Ristovic (6), Hahne (2), Kanning (9), Cramer (3), Bittern, Sobkowiak (2).

Soester TV II: Rüther/Wenselowski/Gelberg (Tor); Jaschke (6), Schubmann, Zyprian (2), Schmelter (3/1), Haumann (2), Achtelik (1), M. Stoppelkamp (2), Thomanek (19/3), Werkmeister (1), J. Stoppelkamp (2), Prekop.

Schiedsrichter: Kellermann/Wendel (OSC Dortmund/Scharnhorst). Zeitstrafen: VfS (2) / STV (9) – Rote Karten: Cramer (VfS/60.) Disqualifikation; Zyprian (STV/50.) 3x2-Minuten. – Zuschauer: 150.

Spielfilm: 4:2 (5.), 9:4 (12.), 13:9 (17.), 16:17 (25.), 19:20 (30.), 25:23 (36.), 29:30 (47.), 33:33 (51.), 36:35 (55.), 37:37 (59.).

Hartwig Sellmann (Text), Georg Giannakis (Fotos)

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