„Nicht überall die erste Geige spielen“

Oestereiden..  Seit 1968 schlägt sein Herz ununterbrochen für diesen Verein. Kein Wunder, dass Karl-Heinz Meyer der Abschied sichtlich schwer fiel, als er gestern Abend zum letzten Mal als Vorsitzender vor die versammelte Oestereider Sportlerfamilie trat und verkündete, dass er dieses Amt in Zukunft nicht mehr bekleiden werde.

Eine bewegte Vergangenheit liegt hinter dem heute 59-Jährigen: Nach seinem Vereinseintritt vor 47 Jahren war Meyer in verschiedenen Positionen im Jugendbereich der Fußballabteilung tätig. Zunächst als Trainer, 1980 dann als stellvertretender Jugendobmann, ehe er von 1983 bis 1994 zum Jugendleiter befördert wurde. Der Fußballsport hat Karl-Heinz Meyer immer schon besonders am Herzen gelegen. Seine aktive Karriere als Spieler war jedoch nur von kurzer Dauer. Meyer erinnert sich: „Zu den damaligen Bezirksliga-Zeiten beim SuS habe ich gerade mal in einem Spiel aktiv mitgewirkt – und dabei ein Tor erzielt. Das war es dann aber auch schon mit meiner aktiven Laufbahn. Mehr war da wirklich nicht.“

Insgesamt dreimal stieg der SuS in Meyers Gegenwart in die Bezirksliga auf. Halten konnten sich die Haarstrang-Kicker in dieser Spielklasse allerdings nicht. Und Karl-Heinz Meyer, den hatte es in dieser Zeit längst wieder weg vom aktiven Geschehen auf dem grünen Rasen hinter seinen Schreibtisch gezogen. 1994 übernahm er schließlich das Amt des Fußball-Abteilungsleiters, bekleidete dies viele Jahre lang, ehe er 2002 zum neuen 1. Vorsitzenden des Gesamtvereins – der SuS Oestereiden (Gründungsjahr: 1922) bietet neben dem Fußball folgende weitere Abteilungen für seine rund 800 Mitglieder an: Volleyball, Tennis sowie Freizeit- und Breitensport – gewählt wurde. „Nicht nur die Erfolge im Fußball waren beachtlich, auch die Volleyballabteilung hat in den letzten Jahren einiges zum Ansehen unseres Vereins beigetragen. Darauf können wir alle wirklich sehr stolz sein“, sagt Meyer heute.

Seinem Nachfolger, Ulrich Mehn, wird der heute noch in Lippstadt als Logistikleiter tätigte Meyer, einen Verein überlassen, der in vielen Bereichen hervorragend aufgestellt ist. Gerade die Zusammenarbeit mit den Nachbarorten Effeln, Anröchte und Menzel trägt Früchte. „Hier ist richtig etwas entstanden in den letzten Jahren“, freut sich Meyer über viele begeisterte Nachwuchskicker entlang des Haarstrangs.

Und auch im Seniorenbereich war ein Zusammenschluss mit den benachbarten Sportfreunden aus Effeln unumgänglich. Meyer dazu: „Wir haben mehrmals im Vorstand zusammen gesessen und diskutiert, was wir machen können, um den Leuten in Oestereiden weiterhin attraktiven Fußballsport bieten zu können. Und aus unserer Sicht die einzig sinnvolle Lösung war: Es muss eine Spielgemeinschaft her. Der eine mag dies gut finden, der andere nicht. Ich sage: Wir hatten gar keine andere Wahl.“

So nimmt die neugegründete Spielgemeinschaft Oestereiden/Effeln in dieser Saison erstmals mit drei Seniorenmannschaften am Spielbetrieb des Fußballkreises 19 Lippstadt teil.

Top-modernes Kleinspielfeld

Beim Blick zurück sind Meyer vor allem zwei Dinge hängen geblieben, die er entscheidend mit angestoßen hat: Der Bau des Sportheims sowie die Errichtung eines top-modernen Kleinspielfeldes direkt hinter dem Hauptplatz. Der 59-Jährige: „Heute können wir sagen, wir haben diesbezüglich alles richtig gemacht.“

Ganz zurückziehen beim SuS will Meyer sich trotz seines gestrigen Abschiedes als Vorstands-Chef aber nicht. Der Verein liege ihm sehr am Herzen, sagt der 59-Jährige und ergänzt: „Aber wenn man stark auf die 60 zugeht, zudem vor elf Jahren einen Herzinfarkt erlitten hat, muss man nicht mehr überall die erste Geige spielen.“ Zumal Meyer auch im Oestereider Schützenverein noch sehr aktiv ist. Dort ist er seit letztem Jahr Oberst.