Lars Rathke war zur falschen Zeit am richtigen Ort

Lars Rathke war bis Juli Trainer des TuS Warstein.
Lars Rathke war bis Juli Trainer des TuS Warstein.
Foto: Tim Cordes/WP
Was wir bereits wissen
Keine Geschichte beschäftigte die Fußball-Anhänger im Stadtgebiet so sehr, wie der Abgang von Lars Rathke beim TuS Warstein. Mit einem halben Jahr Abstand lässt Rathke im Gespräch seine Zeit am Herrenberg noch einmal Revue passieren.

Warstein..  Juli 2014, das Ende eines einjährigen Missverständnisses? Mit großen Erwartungen (und Ambitionen) hatte Fußball-Bezirksligist TuS Warstein Anfang 2013 die Verpflichtung von Lars Rathke als neuen Trainer zur Saison 2013/14 bekannt gegeben.

Der Mescheder sollte in die Fußstapfen des Erwitters Werner Schröder treten, der sechs Jahre erfolgreich am Herrenberg Regie führte. Zu große Fußstapfen? Im Gespräch mit dieser Zeitung blickt Lars Rathke (53) zurück auf seine Zeit beim TuS Warstein und wünscht dem Verein für die Zukunft „Alles Gute“.


Frage: Mit knapp sechs Monaten Abstand: War es ein Fehler, zum TuS Warstein zu gehen?
Lars Rathke: Das würde ich so nicht sagen. Vielleicht war der Zeitpunkt einfach falsch gewählt.


Wie meinen Sie das?
Wir wollten nach der Schröder-Arä eine gewisse Aufbruchstimmung im Verein erzeugen. Vielleicht habe ich mich von der Euphorie im Umfeld auch zu sehr anstecken lassen und hätte die Sache mit etwas mehr Weitsicht angehen müssen. Den Schuh muss ich mir ankreiden. Mit dem Kader, den ich zur Verfügung hatte, hätte mehr herausspringen müssen als der achte Tabellenplatz am Ende – ganz klar. In der Hinserie haben wir in vielen Spielen gezeigt, was wir imstande sind zu leisten. Ich erinnere mich da gerne an den Auftritt zu Hause gegen Kirchhundem zurück, wo wir den Gegner 90 Minuten klar beherrscht und am Ende völlig verdient 2:0 gewonnen haben. Aber nicht nur das Kirchhundem-Spiel hat gezeigt, dass mit uns zu rechnen war in dieser Spielzeit. Auch in Arpe haben wir 60, 70 Minuten fantastisch Fußball gespielt.


Und dann folgte die Rückrunde, der Absturz auf Platz acht. Warum?
Weil innerhalb der Mannschaft nie wirklich Ruhe eingekehrt ist. Es gab zwischendurch immer wieder Spieler, die trotz des Höhenfluges und Erfolges, alles madig geredet haben. So etwas nagt natürlich auch an dir als Trainer und du fragst dich, was du falsch gemacht hast. In der Rückserie kam dann irgendwie eins zum anderen.


Wann sah Lars Rathke den Zeitpunkt gekommen zu sagen, jetzt beende ich die Sache hier beim TuS Warstein?
Wie gesagt: Gedanken macht man sich täglich als Trainer. In der Rückserie habe ich schon gemerkt, dass der Verein, die Mannschaft nicht mehr so hinter mir steht wie ich das gerne hätte. Und im Sommer habe ich dann, nach langen intensiven Gesprächen mit dem Vorstand, die Reißleine gezogen, weil ich keine Perspektive, auch für mich persönlich, mehr gesehen habe.


Wie verbringt Lars Rathke jetzt seine fußballfreie Zeit?
Ganz ohne Fußball geht es natürlich nicht. Hier und da sehe ich mir Spiele in der Landesliga oder so an.


Und wann sehen wir Lars Rathke wieder auf dem Trainingsplatz?
Ich lasse das mal alles auf mich zukommen. Wenn etwas Interessantes dabei ist, wäre ich sicherlich nicht abgeneigt. Momentan genieße ich aber meine Freizeit.

Abschlussfrage: Wo landet der TuS Warstein am Ende dieser Saison?
Hoffentlich auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Das wäre für den Verein extrem wichtig, gerade auch weil aus dem Jugendbereich nichts nachkommt.