Keine großen Töne vom Derbysieger

Tor Nummer zwei: Aljoscha De Smet schiebt den Ball an Alex Fegler vorbei ins leere Tor.
Tor Nummer zwei: Aljoscha De Smet schiebt den Ball an Alex Fegler vorbei ins leere Tor.
Foto: WP

Warstein/Allagen..  Als stiller Genießer zeigte sich Allagens Trainer Sebastian Wessel nach dem Sieg seiner Mannschaft im Derby. Während seine Spieler tanzten und sangen, saß Wessel ruhig auf dem Kunstrasen am Herrenberg und beobachtete die Szenerie.

Im Gespräch präsentierte sich Wessel sachlich, verbat sich markige Worte im Moment des Triumphes. Es war auch besser so, schließlich konnte er die Situation von Warsteins Trainer Marco Wennemann bestens nachvollziehen. Vor dem Hinspiel war es Wessel, der sich vor dem Spiel weit aus dem Fenster lehnte und am Ende kleinlaut beigeben musste. „Wie gegen Langscheid hat die Leistung wieder gepasst, haben wir gut verschoben und uns viele Torchancen herausgespielt. Ich bin sehr zufrieden“, analysierte Wessel nüchtern und zeigte sich verwundert über die Leistung der Warsteiner.

„Ich hätte spielerisch etwas mehr erwartet von Warstein. Die haben eine Mannschaft mit sehr vielen guten Fußballern. Aber so ein Derby kann in den Köpfen auch eine Hemmschwelle sein. Da kam es uns schon entgegen, dass Warstein nicht so aufgetreten ist, wie sie es wollten“, ergänzte Wessel.

Auf der anderen Seite war Marco Wennemann etwas schmallippiger. Im Vorfeld sprach der Warsteiner davon, dass seine Mannschaft heiß auf das Duell gegen den Nachbarn wäre. Davon war nichts zu sehen. Stattdessen gab es Unruhen. So beschwerten sich einige Spieler lautstark darüber, dass Wennemann entgegen der letzten Heimspiele seine Taktik geändert habe.

Statt 4-4-2, sollte es gegen Allagen ein offensives 4-1-4-1 richten. „Wir geben Dinge vor, die von der ersten Minute an nicht umgesetzt werden. Wenn ich manche Stimmen bei uns höre, dann sind das alles Fußballphilosophen und jeder meint das, was wir als taktische Vorgabe geben, kommentieren zu müssen. Auswechselungen in der Halbzeit werden kommentiert, Umstellungen werden kommentiert. Da sieht man mal, wo die den Kopf haben“, ärgerte sich Wennemann darüber, dass manche Spieler besser mit dem Mund, als mit dem Fuß spielen.

Dabei wähnte man den TuS Warstein nach der guten Rückrunde schon auf dem Wege der Besserung. „Das war am Sonntag eine Katastrophe, damit haben wir uns die gesamte Rückrunde kaputt gemacht. Wenn man sich überlegt, dass der Gäste-Torhüter beim Heimspiel nicht einen Ball halten muss, sagt das alles aus“, legte Wennemann nach.