Jugend-Handballer müssen sich auf Änderungen einstellen

Die Nachwuchs- Handballer müssen sich auf neue Regeln einstellen.
Die Nachwuchs- Handballer müssen sich auf neue Regeln einstellen.
Foto: WP

Warstein..  Auf gravierende Veränderungen, die ab 1. Juli gültig werden, müssen sich zur Saison 2015/16 die 22 Landesverbände des Deutschen Handball-Bundes (DHB) einstellen. Dies betrifft insbesondere die Altersklasse der D-, E- und F-Junioren. Die WESTFALENPOST hat die wichtigsten Regeländerungen zusammengefasst.

D-Junioren

Gespielt wird mit sechs Feldspielern plus einem Torwart, wobei der Torwart die Mittellinie nicht überschreiten darf. In der D-Jugend wird mit einem Einser-Ball gespielt, die Torhhe beträgt 2,00 Meter. Es sollte zunächst die Manndeckung – auf dem ganzen Feld oder ab der Mittellinie – weitergespielt werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass der direkte Wechsel von der Manndeckung zur ersten offensiven Raumdeckung (5:1-Abwehr) oft zu schwierig ist. Die sinkende Manndeckung (Grundprinzipien: kein Abwehrspieler verteidigt vor dem Ball; im Spiel Eins-gegen-Eins ohne Ball auf Ballhöhe absinken) stellt dabei eine sehr gute methodische Zwischenstufe dar, da zum Beispiel bereits wichtige Elemente, wie das Sichern und Helfen, in den Vordergrund rücken. In der folgenden 5:1-Raumdeckung muss dann grundsätzlich offensiver gedeckt werden. Eine Grundaufstellung aller Verteidiger innerhalb der Nahwurfzone ist untersagt. Angreifer, die in die Nahwurfzone laufen, dürfen begleitet werden. Ballführende Angreifer im Rückraum werden vor der Freiwurflinie im Tiefenraum unter Druck gesetzt.

Weitere wichtige Punkte: Einzelspiele, Turnierform weiterhin möglich, keine Landesmeisterschaft, nur Aussprechen von persönlichen Strafen (keine Mannschaftsreduzierung), ein Team-Time-Out pro Mannschaft und Halbzeit.

E-Junioren

Gespielt wird weiterhin mit sechs Feldspielern plus einem Torwart, wobei auch hier der Torwart die Mittellinie nicht überschreiten darf. Die Torhöhe beträgt 1,60 Meter, gespielt wird mit einem Nuller-Ball.

Wichtigste Änderung gegenüber der D-Jugend: Statt einem Siebenmeter gibt es den sogenannten Penalty. Zur Erklärung: Durch einen Siebenmeter-Strafwurf soll in der Regel eine Torchance, die nicht regelkonform vereitelt wurde, für die benachteiligte Mannschaft wieder hergestellt werden. Da E-Jugendliche häufig nicht über die erforderliche Wurfhärte und -präzision verfügen, wird diese Intention oft nicht erreicht. Aus diesem Grund wird statt eines Siebenmeter-Strafwurfes nun ein sogenannter Penalty durchgeführt.

Hinweise zur Dürchführung des Penalty: In einem zentralen Spielstreifen (gedachte Linie zwischen den Torpfosten) startet ein Spieler mit Ball aus einer beliebigen Entfernung Richtung Tor. Dabei muss er die Schrittregel beachten und ggf. prellen/tippen oder ohne Prellen/Tippen anlaufen. Zwischen der Torraum- und Freiwurflinie wirft er mit einem Schlagwurf auf das gegnerische Tor. Alle übrigen Mit- bzw. Gegenspieler müssen sich außerhalb des zentralen Spielstreifens platzieren.

Vorgesehen sind bei den E-Junioren Kleinturniere (mit mindestens drei Mannschaften) und Meisterschaften nur auf Kreisebene. Es sollen nur persönliche Zeitstrafen ausgesprochen werden (keine Mannschaftsreduzierung); ein Team-Time-Out pro Mannschaft und Halbzeit.

In der E-Jugend ist die Manndeckung die einzig zulässige Abwehrspielweise. Dabei liegt es im Ermessen der Mannschaften, ob sie die Manndeckung auf dem ganzen Spielfeld oder nur in der eigenen Hälfte praktizieren.

F-Junioren

Gespielt wird mit vier Feldspielern plus einem Torwart auf dem Querfeld. Auch hier darf der Torhüter die Mittellinie nicht überschreiten. Anstatt eines Siebenmeter-Strafwurfes gibt es auch in dieser Altersklasse den sogenannten Penalty (siehe E-Junioren). Die Torhöhe beträgt 1,60 Meter, die Ballgröße Null. Bei den F-Junioren sollen Spielfeste (das betont den Event-Charakter) durchgeführt werden – ohne Ergebnis- und Tabellendokumentation. Vorschlag: Teilnahme mit Urkunden, Medaillen etc. wertschätzen.

Ganz wichtig: Bei der F-Jugend steht das freie Spiele ohne Einschränkungen und Vorgaben im Vordergrund! Die Kinder sollen von allen Seiten (ob Trainer, Schiedsrichter, Organisatoren, Eltern oder Zuschauer) positiv unterstützt werden. Es gibt keine Zeitstrafen!

DHB-Bundeslehrwart Michael Neuhaus: „Landesverbandsübergreifende Durchführungsbestimmungen für den Jugendspielbetrieb (ab C-Jugend aufwärts) sollen erst ab der Saison 2016/17 in Kraft treten, nachdem die derzeit noch gültige Rahmentrainingskonzeption inhaltlich revidiert und entsprechende Neuregelungen in den zuständigen DHB-Gremien verabschiedet worden sind. Bis dahin liegen die Durchführungsbestimmungen für diese Altersbereiche weiter in der Verantwortung der Landesverbände. Gemeinsames Ziel aller im Kinderhandball Beteiligten ist es, unsere Spielanfänger für den Handballsport zu begeistern und ihre Spielfähigkeit durch alters- und entwicklungsgemäße Trainingsinhalte und Methoden systematisch zu fördern. Das offensive Verteidigen und damit Agieren in großen Räumen bleibt im Kinderhandball unsere übergeordnete Leitlinie.

Damit soll gewährleistet sein, dass sich bereits unsere Spielanfänger in der zentralen Grundsituation des Handballspiels, der Eins-gegen-Eins-Situation, altersgemäß in ihrer Spielfähigkeit entwickeln können. Dem Spielen muss im Kinderhandball Vorrang eingeräumt werden, denn Spielen bedeutet immer Anwenden von Gelerntem und Entfalten der individuellen Kreativität. Wettkämpfe sind auch bei unseren Jüngsten das Salz in der Suppe, natürlich wollen auch Kinder in Vergleichsspielen und Turnieren gewinnen, die Ergebnisorientierung sollte aber bei unseren Trainerinnen und Trainern nicht im Vordergrund stehen. Deshalb lehnt der DHB auch Landesmeisterschaften im Kinderhandball ab!“

Auch beim VfS Warstein steht man den neuen Regeln durchaus offen gegenüber. Schiedsrichterwart Rainer Vogt: „Die machen durchaus Sinn!“