HTV verliert Punkte am grünen Tisch
14.02.2012 | 17:29 Uhr 2012-02-14T17:29:00+0100
Hemer/Warstein.Die Handball-Landesliga lässt in dieser Saison wirklich nichts aus.
Neuester Knaller: Der HTV Sundwig/Westig verliert zwei Punkte am grünen Tisch und damit die Tabellenführung, weil er beim mühsamen 28:24-Erfolg über Schlusslicht HSG Wetter/Grundschöttel den B-Jugend-Keeper Christopher Schumacher eingesetzt hat. Schumacher war zuvor schon in der A-Jugend aktiv, die Regel besagt aber, dass ein Jugendlicher in einer Saison nur in zwei verschiedenen Mannschaften spielen darf. „Werdohl hat den Regeln entsprechend Protest eingelegt. Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als die Punkte abzuziehen und Wetter den Sieg zuzusprechen“, erklärte Staffelleiter Hilmar Schöler, der vor Jahresfrist schon einen identischen Fall mit Haltern/Sythen hatte. Vermutlich hatte der HTV gedacht, die Regel beziehe sich nur auf ein Wochenende, doch der Jugendschutzparagraf sieht eindeutig vor, dass trotz frisch erworbenem Doppelspielrecht ein Nachwuchsspieler während einer kompletten Saison nur in zwei verschiedenen Mannschaften spielen darf.
Die Hemeraner, die tags darauf noch ein Benefiz-Spiel gegen eine Iserlohner Auswahl bestritten und dort mit einem 48:28-Sieg glänzten, hatten sich gegen Wetter aufgrund nachlässiger Spielweise und Chancenverwertung recht schwer getan, ruhten sich zu früh auf ihrem 6:2-Start aus und gaben erst nach dem 12:11 wieder Gas. Vier Tore in Serie brachten den HTV auf Kurs, von daher hätte es der Auswechselung von Keeper Meckel gar nicht bedurft.
Schumacher parierte gleich einen Siebenmeter und blieb auf dem Feld, während seine Vorderleute den Vorsprung auf 27:19 erhöhten – ohne zu ahnen, dass ihre Bemühungen völlig sinnlos sein würden, bestenfalls in der inoffiziellen Torjägerliste Einzug finden.
Der Schlusskommentar von Coach Arnd Wefing („Wir haben die zwei Punkte, nur das zählt“) erwies sich als fataler Irrtum.
Hingegen hat die HSV Werdohl/Versetal doppelten Grund zur Freude. Zum einen, weil sie die hohe Hürde beim TV Arnsberg mit einem wieder einmal sehr glücklichen 29:27-Erfolg nahm, zum anderen, weil sie jetzt erstmals die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung anführt. 30 Sekunden vor Schluss stockte den fast 400 Zuschauer in der Arnsberger Rundturnhalle der Atem, als der bis dahin beste TVA-Akteur Jung einen Siebenmeter neben den Pfosten setzte und somit den Ausgleich vergab. Im Gegenzug machte die HSV durch De Liello alles klar.
„Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt“, meinte der geknickte Arnsberger Coach Christian Klute, der in der Endphase zahlreiche in HSV-Hände fallende Abpraller beklagte: „Sonst wäre eine Sensation möglich gewesen.“
Schon in Durchgang eins haderte der TVA-Anhang, als die Schiedsrichter einen Treffer aus unerfindlichen Gründen aberkannten.
Dumm auch die Zeitstrafe gegen Jung, der nicht im Spielbericht eingetragen war. Als es hektisch wurde, bewies die Truppe von Kai Henning zunächst kühlen Kopf und zog auf 26:22 davon, fand in der Abwehr aber kein Mittel gegen die Achse mit Spielmacher Linke und Kreisläufer Klute, die ihr Team wieder heranbrachten.

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