Herbstmeisterschaft des Soester TV "ein geiles Gefühl"
17.12.2007 | 09:43 Uhr 2007-12-17T09:43:00+0100Das komplette Repertoire. LaOla, die Welle; der Hüpf-Jubel-Kreis; Hinsetzen und humba, humba, humba tätärä — zum Abschluss eine Raupe durch die Halle. So feiert der Soester TV die Herbstmeisterschaft in der Handball-Regionalliga.
Mit 31:30 (16:14) gewinnen die Schlüsselträger gestern bei der HSG Handball Lemgo II und ziehen am Leichlinger TV, der gegen den OSC Rheinhausen nicht über ein Remis hinauskommt, vorbei auf Platz eins der Tabelle. Schöner kann eine brillante Hinrunde nicht zu Ende gehen. Mit Ruhm bekleckern sich die Schlüsselträger in der kleinen Lemgoer Volker-Zerbe-Halle allerdings nicht. „Wir hatten sie, und haben sie nochmal rausgelassen”, sagt der STV-Trainer Dirk Lohse. Er muss in seiner Anfangssieben auf Linkshänder Sören Hohelüchter verzichten, den nicht nur seine Adduktorenzerrung außer Gefecht setzt, sondern auch eine Verletzung am Handgelenk. Zudem überrascht Lohse mit Eric Sindermann auf der linken Außenposition, während Nico Wunderlich nur auf der Bank sitzt. Ansonsten stehen mit Lichtenegger, Loer, Önder, Genau, Ernst sowie Köhne in der Abwehr und Kempermann im Angriff bekannte Gesichter auf dem Feld. Trotzdem gelingt weder dem Soester TV noch der HSG Handball Lemgo II ein guter Start. Auf beiden Seiten prägen ausgelassene Chancen und technische Fehler das Bild. Die Soester Abwehr bekommt besonders Lemgos einlaufenden Außenspieler nicht in den Griff. Dass die Schlüsselträger dennoch mit 4:2, 7:4 und 9:6 in Führung gehen, liegt am stark haltenden Lichtenegger, sowie an Rechtsaußen Hendrik Ernst, der seine Würfe traumhaft sicher in Torerfolge ummünzt. Beim 10:10 gleichen die Gastgeber aber wieder aus, erst kurz vor der Pause setzen sich die Soester von 13:13 auf 15:13 ab. Nach dem Seitenwechsel erwischen die Schlüsselträger aber rabenschwarze Minuten und können aus mehreren Überzahlsituationen keinen Profit schlagen. In der 37. Minute steht es so plötzlich 20:18 für die HSG, deren Rückraumschütze Schröder nun seine dritte Zeitstrafe erhält. In Halbzeit eins schicken die schwachen Schiedsrichter bereits einen weiteren Lemgoer nach einem Foul an Tobias Rückert mit „Rot” duschen. „Aber die Mannschaft lässt sich durch solche Situationen nicht verrückt machen”, sagt Dirk Lohse. Hendrik Ernst erzielt in der 47. Minute den Führungstreffer zum 22:21, und Tobias Rückert netzt zum 25:23 sowie 26:23 ein. Doch selbst der anschließende 29:24-Vorsprung sorgt nicht für Sicherheit, denn zwei Minuten vor dem Abpfiff heißt es: 30:30-unentschieden. Nach Ernsts Pfostentreffer (58.30 Minuten) scheint alles gegen die Soester zu sprechen. Doch sie fangen den Ball wieder ab, Serdar Önder erzielt das 31:30 — und Sekunden vor dem Abpfiff sichert Veit Lichtenegger mit einer Glanztat den Sieg und die Herbstmeisterschaft. „Ein geiles Gefühl”, sagt Dirk Lohse — und schaut sich von der Tribüne aus die Jubelszenen an. Soester TV: Lichtenegger, Jostes; Genau (7), Önder (3), Kempermann (1), Loer (4), Ernst (7), Rückert (3), Wunderlich (2), Köhne (1/1), Sindermann (3), Pop.

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