Grafe strebt schnelle Lösung an

Steht als Hasenkämper-Nachfolger nicht zur Verfügung: Frank Moritz.
Steht als Hasenkämper-Nachfolger nicht zur Verfügung: Frank Moritz.
Foto: WP WP

Warstein..  Acht Spieltage vor Saisonende räumt er seinen Trainerstuhl: Tobias Hasenkämper hat auf deutsch gesagt die „Schnauze voll“. Nicht wegen der 0:6-Pleite seiner Mannschaft im Derby beim TSV Rüthen (Hasenkämper: „An solche Ergebnisse habe ich mittlerweile gewöhnt“) trat der 37-Jährige mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück, sondern weil es innerhalb des Vereins wiederholt zu einem „Kommunikationsproblem“ gekommen sei.

Hasenkämper wurde deutlich: „Am Sonntag sollte jemand bei uns in der Zweiten aushelfen. Darauf hatte derjenige aber keine Lust. Stattdessen erfahre ich am Abend, dass er in einer anderen Mannschaft eingesetzt wurde. Da frage ich mich allen Ernstes, was das soll?! Wir sind doch ein Verein, da müssen alle an einem Strang ziehen. Ich sehe ein, dass die erste Mannschaft vorgeht, aber danach kommt direkt die Reserve und nicht die Dritte oder Vierte. Auf dieses Rumgehampel habe ich keinen Bock mehr.“

Noch am Abend informierte Hasenkämper zunächst Kapitän Dominic Severin über seinen Entschluss, zurückzutreten, ehe er das Gespräch mit dem Vorsitzenden Alois Grafe (war nach dem 3:3 in Sundern noch mit den Spielern der ersten Mannschaft essen) suchte.

Grafe bestätigte gestern: „Ja, ich habe am späten Abend noch mit Tobias telefoniert, mich mit ihm ausgetauscht und versucht, ihn umzustimmen. Leider vergebens. Seine Entscheidung ist endgültig. Das müssen wir akzeptieren.“

Grafe will sich vermutlich schon heute mit seinen Vorstandskollegen zusammen setzen und beraten, wie man künftig mit der zweiten, dritten und vierten Mannschaft weiter verfahren soll. Der Vorsitzende: „Wir müssen da jetzt eine Regelung finden und diese mit aller Konsequenz auch durchziehen.“

Bereits in der Winterpause, so Grafe, hätten die Trainer und Betreuer der vier Herrenmannschaften zusammen an einem Tisch gesessen und über diese Problematik diskutiert. Grafe: „Anscheinend haben einige das falsch verstanden oder nicht richtig zugehört.“

Doch wie geht es nun weiter beim TuS nach dem Hasenkämper-Rücktritt? Alois Grafe will noch in dieser Woche eine Interimslösung präsentieren. Die Zeit bis zum nächsten Heimspiel drängt. Grafe: „Wir werden ein paar Namen in den Raum werfen und dann schauen wir mal, wer zur Verfügung steht und wer sich das bis zum Saisonende überhaupt vorstellen kann.“

Einer, der diesen Posten in dieser Saison bereits inne hatte – in Abwesenheit von Tobias Hasenkämper – ist Routinier Frank Moritz. Dieser wiegelte jedoch gestern gleich ab: „Von meiner Seite besteht kein Interesse. Das werde ich dem Vorstand auch so deutlich kommunizieren. Ich hatte Tobias vor einigen Wochen eh schon gebeten, dass ich aus beruflichen Gründen kürzertreten möchte. Da wäre es ja widersprüchlich, wenn ich das Traineramt jetzt übernehmen würde.“

Auch zum Rücktritt von Tobias Hasenkämper hat Frank Moritz eine klare Meinung: „Ich kann ihn ein Stück weit verstehen, weil der Job als Reserve-Trainer mit unglaublich viel Zeitaufwand verbunden ist. Und wenn du dir dann nur Absagen einhandelst, frustriert dich das irgendwann.“