Freiwilliger Rückzug aus Bezirksliga

Nur kurz währte die Freude bei den Damen des VfS Warstein über den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Denn nun steht fest: Die Mannschaft zieht sich freiwillig aus dieser Spielklasse zurück, steht somit als nachträglicher Absteiger fest.
Nur kurz währte die Freude bei den Damen des VfS Warstein über den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Denn nun steht fest: Die Mannschaft zieht sich freiwillig aus dieser Spielklasse zurück, steht somit als nachträglicher Absteiger fest.
Foto: WP

Warstein..  Das 23:36 in Sundern: Es war nicht nur für Matthias Sellmann das letzte Spiel auf der Trainerbank, sondern für die Handball-Damen des VfS Warstein vorerst auch das letzte Spiel in der Bezirksliga. Der Verein zieht die Mannschaft nachträglich zurück (ein entsprechender Antrag liegt sowohl dem Handballkreis Iserlohn/Arnsberg als auch Bezirksliga-Staffelleiterin Heidrun Redell vor) – der VfS rutscht damit ans Tabellenende und ist neben der zweiten Mannschaft des TuS Drolshagen der zweite Absteiger in die Kreisliga.

Darüber freuen darf sich die Reserve der SG TuRa Halden-Herbeck, die sportlich abgestiegen war, durch den Warsteiner Rückzug nun aber doch in der Bezirksliga bleibt.

Mit dem 28:23-Erfolg im Heimspiel gegen Sümmern hatten die VfS-Damen in der abgelaufenen Spielzeit den Klassenerhalt vorzeitig unter Dach und Fach gebracht. Dementsprechend groß war der Jubel und die Freude. Die letzte Partie in Sundern hatte somit nur noch statistischen Wert.

Als die Frage innerhalb des Teams aufkam, wie es in der neuen Saison weitergeht, war schnell klar, dass es personell für ein weiteres Jahr Bezirksliga nicht reichen würde.

VfS-Spielwartin Ann-Kathrin Laustroer: „Es macht wenig Sinn, die Mannschaft bei diesen personellen Voraussetzungen durch die Bezirksliga zu prügeln.“

Neben der nach Lübeck gezogenen Hannah Bittern muss der VfS die Abgänge von Jennifer Kruczek (Studium), Hannah Vogt (wohnt in Köln) und Ramona Mestermann (Referendariat in der Nähe von Dortmund) verkraften. Auch die „alten Haudegen“ im Kader, Eva Stollberg, Bianca Rellecke, Anja Kösters, Manja Singer-Wege, Christina Goldbach sowie Anika und Lena Wohlmeiner, wollten und konnten den hohen Aufwand in der Bezirksliga nicht mehr mittragen. Laustroer: „Es kommt an jungen Spielerinnen auch sehr wenig bis gar nichts nach.“

In der Kreisliga – die Gruppeneinteilung für die neue Saison steht noch nicht fest – wollen die Warsteinerinnen vor allem eins: Spaß haben. „Natürlich ist der Rückzug ein Rückschlag für den Damenhandball in Warstein. Aber es gab keine alternative Lösung. Wir sind schon froh, wenn wir den Spielbetrieb überhaupt aufrecht erhalten können“, sagt Ann-Kathrin Laustroer.

Noch völlig offen ist auch, wann die Damen mit der Vorbereitung beginnen werden. „Am Samstag bei der Mannschaftsfahrt werden wir dieses Thema bestimmt mal anschneiden“, so Laustroer. Die noch dringendere Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt: Wer übernimmt nach dem Rückzug von Matthias Sellmann den Trainerposten? Auch darauf konnte die VfS-Spielwartin gestern keine abschließende Antwort geben.

Laustroer: „Zur Not regeln wir das intern. Manja Singer-Wege wird es aus beruflichen Gründen nicht machen. Ich habe mit ihr ein längeres Gespräch geführt. Ihr fehlt einfach die Zeit. Außerdem muss sie nach ihrer OP erst einmal wieder richtig fit werden.“